Monza Donnerstag-Check

Wo ist Hamilton?

Mercedes & Force India - GP Italien 2018 Foto: Mercedes 75 Bilder

Donnerstag ist die Ruhe vor dem Sturm. Wir checken die zehn Teams auf Neuigkeiten ab, und was die Fahrer vom Rennen erwarten. Lewis Hamilton fehlte, und keiner weiß warum. Sebastian Vettel sieht in seinem Spa-Sieg keine Garantien für Monza, und Fernando Alonso braucht ein neues Chassis.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was es an neuen Teilen an den Autos gibt und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes

Es war die Frage des Tages: Wo ist Lewis Hamilton? Der Weltmeister sollte eigentlich am Donnerstag um 16.05 Uhr seine turnusgemäße Presserunde im Mercedes-Motorhome abhalten. Aber er war nicht da. Die offizielle Version: „unabwendbare persönliche Verpflichtungen“. Wir hören, das Hamilton zu einer Beerdigung musste.

Vom angekündigten Aero-Upgrade haben wir erst auf den zweiten Blick etwas gesehen. Natürlich sind die Flügel Monza-like. Doch das ist bei allen Teams so. Mercedes hat aber auch im vorderen Bereich des Chassis und an den Leitblechen Änderungen angebracht. Intern spricht man von einem ordentlichen Schritt. Vatteri Bottas würde sich am Sonntag gerne ein nachträgliches Geburtstaggeschenk machen. Der Finne wurde am 28. August 29 Jahre alt. Bottas weiß, wie schwierig das ist: „Wir haben in Spa mit Auto und Motor Fortschritte gemacht und hoffen, dass wir in Monza noch mehr davon profitieren. Wir können aber nicht ignorieren, dass Ferrari auf den Geraden sauschnell ist.“ Noch hat Mercedes den Finnen nicht gebeten, in die Dienste von Hamilton zu treten. „Wenn es die Situation verlangt und ich sehe, dass es dem Team hilft, werde ich Lewis helfen.“

Ferrari

Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Italien - 30. August 2018 Foto: sutton-images.com
Sebastian Vettel geht als Favorit in das Ferrari-Heimspiel.

Ein Podium ist Sebastian Vettel nicht genug. Nach Siegen im Toro Rosso 2008 und im Red Bull 2011 und 2013 will Vettel endlich seinen ersten Ferrari-Sieg im Autodrom. Der WM-Zweite sieht in seinem Sieg in Spa keinen Garantieschein dafür, dass es in Monza ähnlich einfach wird. „Erstens waren wir in Spa nicht so dominant wie es ausgesehen hat. Zweitens ist Monza eine andere Strecke. Ich bin froh, dass wir in der Lage sind, unser Auto zu verbessern. In einigen Bereichen haben wir auf Mercedes aufgeholt, in anderen vielleicht einen kleinen Vorsprung. Wenn uns Mercedes jetzt in die Favoritenrolle drängt, dann ist das ein Kompliment für uns. Das beweist, dass sie uns ernst nehmen. Wir sind aber noch lange nicht da, wo Mercedes in den letzten Jahren war. Selbst wenn wir jetzt die Nase leicht vorne hätten, können wir uns nicht ausruhen.“ Kimi Räikkönen hat immer noch keine Information, ob er nächstes Jahr für Ferrari fährt. „Ich glaube, alles ist möglich.“ Dann leistet sich der Finne noch einen vielsagenden Hinweis: „Ich genieße das Rennfahren. Den Rest nicht.“

Red Bull

Daniel Ricciardo kennt diese Ausgangsposition. Seine erste Motorstrafe kassierte er in Hockenheim. In Monza jetzt die zweite. „Besser als in Singapur. Da machen wir uns mehr Hoffnung.“ Ricciardo wird für Verstappen das Versuchskaninchen spielen. Der Australier testet am Freitag den neuen C-Motor von Renault. Wird er für gut befunden, bekommt ihn am Samstag auch Max Verstappen. Die Hoffnungen sind gedämpft. „Ich will nicht zu viel von dem neuen Motor erwarten. Dann bin ich auch nicht enttäuscht“, meint Ricciardo. Trotz seines Starts aus der letzten Reihe hat sich Ricciardo die Ziele hoch gesteckt: „Ich will hier aufs Podium.“

Force India

Force India tritt weiter mit Sergio Perez und Esteban Ocon an. Der Plan des neuen Chefs Lawrence Stroll, seinen Sohn im Cockpit unterzubringen, muss warten. So schnell können nicht so viele Puzzlesteine rücken. Perez lobt sein Team: „Das Ergebnis in Spa zeigt, wie gut dieses Team ist. Wir hatten eine turbulente Sommerpause und haben eine Leistung abgeliefert, als wäre nichts passiert.“ Der Mexikaner glaubt, dass Force India auch in Monza stark sein wird: „Auf dieser Strecke kommt es auf die gleichen Qualitäten an wie in Spa.“

Williams

Sergey Sirotkin sieht Fortschritte in seinem Auto: „In Spa konnten wir zum ersten Mal aus eigener Kraft eine Zeitlang in den Top Ten zu fahren. Wichtig ist, dass wir jetzt auch einmal in den Punkterängen ankommen.“ Sirotkin ist der einzige Fahrer im Feld, der noch ohne Punkte ist.

Renault

Nico Hülkenberg wird ein zweites Mal in Folge von hinten fahren. Erst die Strafe für den Startcrash in Spa, dann eine weitere Motorenstrafe für einen weiteren Wechsel der Antriebseinheit. „Monza ist nicht unsere Spezialstrecke, und ich starte von hinten. Das wird kein einfaches Wochenende für mich. Ich versuche es trotzdem zu genießen.“

Toro Rosso

Wie alle Teams wird Toro Rosso in Monza mit Mini-Flügeln antreten. „Wir haben noch keine Erfahrungswerte damit. Aber normalerweise produziert unser Auto viel Luftwiderstand. Es wird ein hartes Wochenende“, fürchtet Brendon Hartley. Pierre Gasly teilt die Ansicht: „Ich habe im dritten Training in Spa eine Aero-Spezifikation mit weniger Anpressdruck gefahren, und sie hat nicht funktioniert.“ Honda bleibt für die Power-Schlacht in Monza dem Spec2-Motor treu. Die dritte Ausbaustufe kommt wahrscheinlich erst nach dem GP Japan.

Fotos GP Italien - Donnerstag
Flügel-Salat in der Boxengasse

HaasF1

Kevin Magnussen gibt es zu: „Jetzt zählt nur noch das Duell mit Renault um Platz 4.“ Auf die Stärken und Schwächen der Autos angesprochen, meinte der Däne: „Es ist schwer zu sagen, welches Auto, wo besser ist. Zuletzt hat sich ein Trend abgezeichnet, dass wir schneller waren. Das muss aber nichts heißen. Ich erwarte für den Rest der Saison ein Auf und Ab zwischen uns. Jetzt kommt es auf Konstanz an.“

Romain Grosjean wird in Monza mit dem neuen Unterboden fahren, nachdem er in Spa den alten vorgezogen hatte. „Ich fühlte mich am Freitag in Spa nicht wohl damit. Wir haben einige Dinge überarbeitet und festgestellt, dass wir mit dem Boden ein anderes Setup brauchen. Kevin hat in Belgien gezeigt, dass der neue Boden ein Fortschritt ist.“ Dann betrieb Grosjean Selbstkritik: „Unser Auto war vom ersten Rennen an gut. Leider habe ich mir ein paar dumme Fehler geleistet, die mir nicht hätten passieren dürfen.“

Politische Anmerkung: HaasF1 bleibt weiter hart im Fall Force India. Den Einwand, dass Force India ohne die Anwesenheitsprämie unter Umständen zusperren muss und das Feld auf 18 Autos schrumpfen würde, lässt Teamchef Guenther Steiner nicht gelten: „Als wir in die Formel 1 gekommen sind, hat auch keiner gesagt: Gebt ihnen das Geld, sonst fahren nur 18 Autos mit. Wir wussten, dass wir das Geld nicht bekommen, weil die Regeln so sind. Deshalb haben wir nicht einmal gefragt.“

McLaren

Fernando Alonso sitzt nach seinem Unfall in Monza einem neues Chassis. Tatsächlich ist es ein altes. „Ich bin es bei den Wintertests und in den ersten Rennen gefahren“, erklärte Alonso. Der Motor hat die Flugeinlage von Spa offenbar überlebt. „Wir hatten am Sonntag noch Zweifel, aber die ersten Checks danach sahen positiv aus. Den Rest sehen wir am Freitag.“ McLaren ist knapp an Ersatzteilen. „Von dem aktuellen Aero-Kit gibt es nur die Teile, die an den Autos sind. Wenn etwas kaputtgeht, müssen wir auf eine ältere Spezifikation zurück“, warnt Alonso. Von Monza erwartet Alonso nicht viel: „Wird genauso schwierig wie Spa.“

Sauber

Charles Leclerc lobte noch einmal den Halo: „Wir wissen nicht, was ohne Halo passiert wäre, aber es war gut ihn zu haben. In einigen Unfallszenarien kann er hilfreich sein. Egal, wie er aussieht: Er hat seinen Platz in der Formel 1 verdient.“ Selbst Unfallverursacher Nico Hülkenberg musste zugeben: „Ich bin kein Fan des Halo, aber man muss die Fakten sehen. Er hat seinen Job getan.“

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