Monza

Hamilton schwört Rache

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Auf das Urteil der Berufungsrichter muss Lewis Hamilton noch warten, doch schon beim Ferrari-Heimspiel in Monza will sich der Silberpfeil-Star auf der Piste für das "Unrecht von Spa" rächen.

Mit gehörig Wut im Bauch geht der beim Großen Preis von Belgien um den Sieg gebrachte McLaren-Mercedes-Pilot beim Italien-Grand-Prix an den Start. "Ich fühle mich nicht schuldig", beteuerte der hart bestrafte Brite via "Bild"-Zeitung. Vor dem Rennen in Monza denke er nun an nichts anderes als den Sieg. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug versicherte vor dem 14. von 18 Saisonläufen zur Formel-1-Weltmeisterschaft: "Wir werden uns aufs Rennen konzentrieren, aber auch deutlich machen, dass uns Unrecht geschehen ist. Ohne Schaum vor dem Mund."

Hätte Fehler zugegeben

Die äußerst umstrittene Zeitstrafe gegen den Belgien-Gewinner und WM-Spitzenreiter sorgt in Monza zusätzlichen Zündstoff. Er sei "enttäuscht" über die Entscheidung der Rennkommissare gewesen, sagte Hamilton. "Ich wäre der Erste, der zugeben würde, wenn ich etwas falsch gemacht hätte. Das ist für mich als Sportsmann sehr wichtig", erklärte der 23-Jährige.

Angesichts der nicht verstummenden  Betrugsvorwürfe, Verschwörungstheorien und angeblich systematischen Ferrari-Bevorteilungen durch den Internationalen Automobil-Verband FIA kochen die Emotionen vor dem Klassiker im Königlichen Park weiter hoch. Dass nun ausgerechnet an diesem Wochenende FIA-Präsident Max Mosley erstmals wieder ein Formel-1-Rennen besucht, seit er im Juni nach seinem Sex-Skandal eine Vertrauensabstimmung für sich entschied, potenziert die Brisanz von Monza.

Entscheidung bis Singapur

Eine Entscheidung der FIA-Berufungsrichter über den Protest der Silbernen im "Fall Hamilton" ist schon aus Zeitgründen vor dem Italien-Grand-Prix nicht mehr zu erwarten. Zwar will der Verband den Streit nach Angaben einer Sprecherin vom Mittwoch möglichst noch vor dem Rennen in Singapur Ende September vom Tisch haben, doch bis dahin dürfte die Debatte weiter schwelen.

Ferrari versucht indes, die Wogen zu glätten. Der Scuderia liegt daran, den Spa-Skandal nicht ins Uferlose ausarten zu lassen, da sie - außer im eigenen Land - weltweit als Profiteur der Posse abgestempelt wird. "Unsere Aufgabe ist es, uns auf die richtige Art und Weise auf Monza vorzubereiten. Das ist unser Hauptziel, und darauf müssen wir uns konzentrieren", sagte Teamchef Stefano Domenicali.

Ferrari ohne Gewissensbisse

Felipe Massa, in Belgien eigentlich nur Randfigur, plagen trotz des geschenkten Erfolges und der dadurch plötzlich wieder glänzenden Ausgangslage im Titelrennen keine Gewissensbisse. "Es motiviert natürlich umso mehr, in Monza mit einem Sieg aus dem vorhergehenden Grand Prix zu starten", sagte der Brasilianer vor dem letzten Europa-Lauf am Sonntag (14.9.). "Nun will ich versuchen, auch das Ferrari-Heimrennen zu gewinnen."

Sollte Massa auf dem spektakulären, 5,793 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitskurs siegen oder mindestens zwei Zähler mehr als Hamilton holen, würde er den Silberpfeil-Star als WM-Spitzenreiter ablösen und seinen Status als neue Nummer 1 der "Roten" zementieren. Vor Monza liegt Massa (74) nur noch zwei Punkte hinter dem McLaren-Mercedes-Mann (76). Ohne den Spruch der Spa-Stewards würde der 27-Jährige acht Zähler Rückstand aufweisen. Allerdings blieb Massa bei bislang fünf Monza-Auftritten noch ohne Punktgewinn.

McLaren-Mercedes gut vorbereitet

Für Teamkollege Kimi Räikkönen geht es am Sonntag praktisch um die allerletzte Chance im WM-Kampf. Der schon 19 Punkte zurückliegende Titelverteidiger benötigt unbedingt einen Sieg, um vor den abschließenden vier Übersee-Läufen nicht abgeschlagen hinterherzufahren. "Ich werde alles tun, um zu gewinnen", sagte der Finne. Räikkönen weist in seiner Monza-Bilanz immerhin einen zweiten und dritten Rang sowie weitere Punktlandungen auf.

Angesichts der glänzenden Testfahrten und des Doppelerfolges im Vorjahr gehen die Silberpfeil-Strategen allerdings "absolut ruhig und gelassen in das Rennen", so Haug. "Wir werden Ferrari nicht unterschätzen. Aber unsere Tests in Monza verliefen gut und in Spa waren wir deutlich besser als Massa."

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