Esteban Ocon - Renault - GP Italien 2020 - Monza xpb
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Italien - Monza - Samstag - 5. September 2020
Esteban Ocon - Renault - GP Italien - Monza - Samstag - 5. September 2020
Impressionen - GP Italien - Monza - Samstag - 5. September 2020
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Italien - Monza - Samstag - 5. September 2020 40 Bilder

Monza-Pleite für Ferrari: Vettel beschwert sich über Timing

Monza-Pleite für Ferrari Vettel beschwert sich über Timing

Ferrari kam auch in Monza nicht auf die Füße. Die Qualifikation lief mit den Plätzen 13 und 17 noch schlechter als in Spa. Sebastian Vettel scheiterte schon im Q1. Weil Ferrari seinen Ex-Weltmeister mitten in den Verkehr schickte.

Zum Glück waren keine Zuschauer da. Sie hätten Ferrari vermutlich mit Pfiffen verabschiedet. Es geht doch noch schlechter als Spa. Dort haben sich Charles Leclerc und Sebastian Vettel für die Plätze 13 und 14 qualifiziert. In Monza sind es die Startplätze 13 und 17. Die Hoffnung von Ferrari, dass es auf der schnellsten Strecke im GP-Kalender etwas besser läuft als zuletzt in Spa hat sich nicht erfüllt. Auch in Monza bremsten die bekannten Schwächen die roten Autos. Schlechter Topspeed, ineffizienter Abtrieb.

Für Sebastian Vettel läuft es nicht im Corona-Jahr. Doch der Ausstieg im Q1 war selbst für ihn eine Premiere. Nach den Startplätzen 11, 10, 5, 11, 11 und 14 geht er diesmal nur vom 17. Startplatz aus in den GP Italien. Sein erster Q1-Versuch mit 1.21,151 Minuten reichte nicht fürs Weiterkommen. Einen zweiten Versuch gab es nicht. "Ich wusste schon vor Beginn der Runde, dass es nicht reicht." Vettel steckte in einem Pulk von sechs Fahrzeugen. Erinnerungen ans letzte Jahr wurden wach, als sich in den Aufwärmrunden die Autos stauten. Alle suchten Windschatten und genug Platz zum Vordermann, um in den Kurven nicht zu viel Abtrieb zu verlieren.

Offenbar haben einige im Feld nicht viel von 2019 gelernt. Sie wurden nervös und begannen sich schon in der Aufwärmrunde zu überholen und zu bekämpfen, als ginge es um den Sieg. Esteban Ocon und Kimi Räikkönen lieferten sich vor Vettels Augen eine Privatschlacht, die später ausgangs der Curva Grande fast in einer Kollision bei Tempo 330 geendet hätte. Vettel schimpfte schon am Funk über die Alfa Romeo-Piloten: "Wozu überholen die jetzt?" Danach war der Frust groß: "Es waren zu viele Autos am gleichen Fleck. Als einige anfingen zu überholen, kam es zum Chaos. Und wir sind mittendrin gesteckt."

Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Italien - Monza - 4. September 2020
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Ferrari ist zu langsam auf den Geraden und in den Kurven.

Auch für Leclerc eine Zitterpartie

Der Ton verschärfte sich aber auch Richtung Ferrari. Während es das Team schaffte, Leclerc so in den Verkehr einzufädeln, dass er unbedrängt fahren konnte, hatte Vettel gar keine Chance, seine Zeit zu verbessern. Es war eine Pleite mit Ansage. "Es war absehbar, dass wir mitten in einem Pulk und damit in der Falle landen würden. Wieso schickt man mich nicht später raus? Das war nicht besonders schlau. Andere haben das besser gelöst."

Auch auf seine Kollegen war Vettel sauer. Sie schossen sich mit ihrer Undiszipliniertheit teilweise selbst ins Knie. "Es ist simple Mathematik. Es gibt eine Minimumzeit für die Aufwärmrunde, und es war eine bestimmte Anzahl an Autos in dieser Gruppe. Wenn jeder sich darauf konzentriert, genug Platz zum Vordermann zu schaffen, funktioniert es für alle. Wenn aber einer überholt, kann die Rechnung nicht aufgehen." Aus Vettels Sicht besonders ärgerlich: "Ich glaube, wir wären etwas schneller gewesen, als die Autos um uns herum."

Auch für Leclerc war das Q1 eine Zitterpartie. Die erste fliegende Runde wurde dem Monegassen gestrichen, weil er in der Parabolica neben die Streckenbegrenzung geraten war. So musste Leclerc gleich drei Reifensätze verheizen, um sich ins Q2 durchzuboxen. Dort war dann Endstation. Leclerc war zwar sechs Zehntel schneller als die Kundenautos von Ferrari, verfehlte das Q3 aber um 0,209 Sekunden. Der Vorjahressieger beklagte sich: "Du hast das Gefühl, eine gute Runde gefahren zu sein und bist dann am Ende doch nur Dreizehnter. Das tut weh."

Die Topspeeds und die Sektorzeiten deckten erneut die Schwächen des Ferrari auf. Mit 339,1 km/h und 334,5 km/h lagen Leclerc und Vettel an der Messstelle am Ende der Zielgerade auf den Plätzen 14 und 20. In den Sektoren 2 und 3 mit den Lesmo-Kurven, der Ascari-Schikane und der Parabolica reichte es nicht für die Top Ten. So gab es am Ende für Ferrari nur in der Formel 2 etwas zu feiern. Mit Mick Schumacher feierte ein Ferrari-Junior einen Sieg auf heiligem Boden.

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