Monza-Tests

Ralf muss weiter pausieren

Foto: dpa

Das Comeback von Ralf Schumacher im Formel 1-Auto ist für´s erste geplatzt. Der Deutsche wird nun doch nicht am Mittwoch (01.09) in Monza in seinen Williams-BMW steigen.

Grund: Teamchef Frank Williams verlangte von Ralf Schumacher, eine Verzichtserklärung zu unterschreiben, wonach er im Falle eines Unfalls keinerlei Ansprüche an des Team habe. Schumi II wollte diesen Persilschein für das Team nicht unterzeichnen - aus verständlichen Gründen.

Am 1. September hätte der jüngere Schumacher zum ersten Mal seit seinem Unfall in Indianapolis am 20. Juni wieder Grand Prix-Luft schnuppern wollen. Bei den dreitägigen Testfahrten auf der norditalienischen Hochgeschwindigkeits-Strecke kommt nun Antonio Pizzonia neben Juan Pablo Montoya zum Einsatz.

Ralf Schumachers Problem sind die beiden angeknacksten Rückenwirbel. Die Ärzte gehen bei solchen Verletzungen von einer Mindest-Rekonvaleszenz-Zeit von zwölf Wochen aus. Seit dem 20. Juni sind aber erst elf Wochen verstrichen. Doch unter diesen Umständen wollten die Doktoren der Sportklinik Bad Nauheim den Deutschen nicht gesundschreiben. Der nach solchen Unfällen obligatorische Check des Gehirns fiel schon am letzten Wochenende zur Zufriedenheit von Formel 1-Arzt Sid Watkins aus.

Nachdem Schumacher in Monza nicht testete, ist auch sein Einsatz beim GP Italien am nächsten Wochenende ausgeschlossen. Frühestmögliches Datum für eine Rückkehr von Schumi II ins Cockpit ist nun der Testtermin in Silverstone in zwei Wochen. Sollte diese Übungsfahrt problemlos verlaufen, könnte Ralf Schuamcher beim GP von China wieder bei Williams-BMW an Bord gehen und die letzten drei Rennen des Jahres bestreiten.

Man darf allerdings bezweifeln, dass dies im Sinne des kostenbewussten Teamchef Frank Williams ist. Denn der Rollstuhlgeneral hat wenig Interesse daran, den Deutschen, der Ende des Jahres zu Toyota wechselt, überhaupt noch einmal fahren zu lassen. Zum einen, weil Ralf so kaum Technikgeheimnisse mitnehmen kann zu seinem neuen Kölner Team.

Zum anderen sprechen finanzielle Gründe dafür, Ralf auf der Ersatzbank schmoren zu lassen. Denn solange Ralf per ärztlichem Attest krankgeschrieben ist, muss eine Versicherung für seine Gage aufkommen. Dies sind pro Rennen rund 700.000 Dollar. Ein Sümmchen, das sich das Williams so spart.

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