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Mosley droht

Formel 1-Rückzug aus Europa

Foto: dpa

Wenn die Europäische Kommission in Sachen Tabakwerbeverbot weiter unnachgiebig bleibt, droht der FIA-Präsident mit einem weitgehenden Rückzug des Grand Prix-Zirkus aus Europa.

16.02.2004

FIA-Präsident Max Mosley glaubt eigentlich nicht an die Durchsetzung des Tabakwerbeverbots in Europa. Die Vorverlegung des Verbots innerhalb der EU von Ende 2006 auf den 31. Juli 2005 hält der gelernte Jurist für reichlich anfechtbar: "Das Ergebnis dieser Konfusion wird sein, dass Tabakfirmen auch nach 2006 weiter werben."

Sollte die EU das rigide Gesetz trotz Rechtsstreit durchbringen, droht Mosley mit dem Exodus der Formel 1: "Es gibt mehrere Gegenmaßnahmen. Die Teams könnten ihren Firmensitz verlagern, und das Fernsehen könnte TV-Übertragungen in den betroffenen Ländern stoppen. Das würde ziemlichen Unmut provozieren."

Austragungsorte sind nicht entscheidend

Dass die Formel 1 in ihrer Tradition immer eine überwiegend europäische Angelegenheit war, lässt Mosley nicht gelten: "Dem Fernsehzuschauer ist es egal, ob er den GP Europa oder den GP Kanada sieht." Wegen der Sendezeit am Abend kann Mosley sogar für die Amerika-Rennen höhere Einschaltquoten ins Feld führen.

Der Chef der obersten Motorsportbehörde räumt zwar ein, dass es einen Vertrag mit Bernie Ecclestone gebe, der die Traditionsrennen wie Monza oder Silverstone schützt, andererseits glaubt er, dass die Tabakkonzerne mehr als fünf oder sechs Rennen ohne ihre Aufkleber auf den Autos nicht akzeptieren. "Wenn Europa hart bleibt, wird das die Anzahl Rennen in Europa sein."

Die TV-Zuschauer zahlen die Rechnungen

Die Zuschauer an den Rennstrecken spielen in Mosleys Überlegungen keine entscheidende Rolle: "Die TV-Zuschauer zahlen unsere Rechnungen. Also hat es der Fan am Bildschirm in der Hand, uns zu sagen, was ihm gefällt und was nicht."

Wie Max Mosley die Kosten in der Formel 1 weiter senken, und wie er Entscheidungen einfacher machen will, lesen Sie im Interview in der neuen Ausgabe von auto motor und sport, Heft 6, ab 3. März im Handel.

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