Mosley kontert Club-Kritik

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Max Mosley hat sich fünf Tage vor der entscheidenden Sitzung über seine Zukunft als FIA-Präsident erneut gegen alle Rücktrittsforderungen gestellt und Andeutungen, dass sich sein Verband in einer Krise befände, als "Nonsens" bezeichnet.

Nachdem 24 große Automobilclubs den wegen einer Sex-Affäre heftig in die Kritik geratenen 68-Jährigen zum vorzeitigen Rückzug aufgefordert haben, reagierte Mosley am Donnerstag (29.5.) mit einem Schreiben an die Verbände, darunter auch der deutsche ADAC.

"Ich habe den Vorschlag, den einige - und nicht alle, wie Sie fälschlicherweise darlegen - Mitglieder des Mobility World Council gemacht haben, abgelehnt, weil das die schlechteste Lösung gewesen wäre", schrieb der FIA-Präsident. Das hochrangige Gremium des Internationalen Automobilverbandes soll sich im April einstimmig entschieden haben, Mosley zum Rücktritt noch vor der Generalversammlung am kommenden Dienstag (3.6.) in Paris, wo Mosley die Vertrauensfrage stellen will, zu bewegen.

Kein Kompromiss

"Ich wäre zurückgetreten, hätte aber den Sommer mit alltäglicher Arbeit verbracht, ohne die Zeit oder die Befugnis zu haben, die großen anstehenden Aufgaben zu erfüllen. Da wäre es noch besser, gleich aufzuhören, als einen solch fragwürdigen Kompromiss einzugehen", meinte Mosley, der seit Bekanntwerden des Skandals am 30. März einen freiwilligen vorzeitigen Rückzug immer ausschließt.

"Wir glauben ernsthaft, dass es der einzig vertretbare, vorwärtsweisende Weg für die FIA und für Sie persönlich ist, einen geordneten Übergang zu haben, mit einer sofortigen Übereinstimmung und ihrer Verpflichtung, zurückzutreten", heißt es aber dem gemeinsamen Schreiben der Verbände, die etwa 100 Millionen und damit rund 86 Prozent der gesamten FIA-Mitglieder repräsentieren.

Entscheidung in Paris

Bei der Versammlung dürfen alle 222 FIA-Mitglieder entscheiden, ob sie den immer stärker unter Beschuss stehenden Präsidenten bis zum Ablauf der regulären Amtszeit im Oktober 2009 im Amt lassen oder ob dieser vorzeitig ausscheiden muss.

"Die FIA befindet sich in einer kritischen Situation", heißt es in dem am Mittwoch an Mosley geschickten Brief. "Ihr Image, ihre Reputation und ihre Glaubwürdigkeit sind ernsthaft untergraben worden." Mit jedem zusätzlichen Tag werde der Schaden noch größer. "Es gibt keinen Weg zurück", fordern die Unterzeichner Mosleys Rücktritt.

Breite Front gegen Mosley

Zuvor war in der vergangenen Woche am Rand des Großen Preises von Monaco bekanntgeworden, dass das "World Council for Automobile Mobility and Tourism" (WMTC) einstimmig für einen Rücktritt des äußerst umstrittenen Mosley votiert hatte. Würde dem Präsidenten das Vertrauen ausgesprochen, wäre dies "ein Desaster" für die FIA, schrieb Setsou Tanaka, der Präsident der Region Asien und des Japanischen Automobilverbandes JAF, in dem Brief an die Chefs der ihm unterstellten Nationalverbände.

Vor knapp zwei Monaten waren im Internet Videoausschnitte aufgetaucht, die Mosley bei der Auslebung seiner sexuellen Vorlieben zeigten. Der Brite räumte dies ein, bezeichnete es aber als Privatsache. Er ging gerichtlich gegen die englische Zeitung "News of the World" vor, die das Video öffentlich zugängig gemacht hatte. Seither sprachen sich zahlreiche nationale Verbände, darunter der ADAC, Automobilkonzerne und Formel-1-Größen für einen Rücktritt Mosleys aus.

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