Mosley

"Michelin soll Zuschauer entschädigen"

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Max Mosley, Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, hat konkretisiert, wie er sich eine Entschädigung für die Zuschauer des Skandalrennens in Indianapolis vorstellt.

Der Brite nahm Reifenhersteller Michelin in die Pflicht. "Meine persönliche Sicht, und es ist nur meine persönliche Sicht, ist die, dass Michelin den Fans ein Entschädigungsangebot auf einer fairen Grundlage machen und den Indianpolis Motor Speedway bitten sollte, dies zu koordinieren", sagte Mosley in einem am Mittwochabend (22.6.) von der FIA veröffentlichten Interview.

Anschließend sollten Indy-Chef Tony George und Formel-1-Chef Bernie Ecclestone verkünden, dass der Große Preis der USA 2006 in Indianapolis stattfindet und "jeder, der in diesem Jahr ein Ticket hatte, freien Eintritt im nächsten Jahr hat".

Beim Grand Prix der USA am vergangenen Sonntag hatten die sieben von Michelin ausgerüsteten Teams auf ihren Start verzichtet. Der französische Reifenproduzent hatte wegen fehlerhafter Reifen nicht für die Sicherheit garantieren können. So fuhren nur die vom japanischen Michelin-Konkurrenten Bridgestone belieferten Teams Ferrari, Jordan und Minardi das Rennen. Weltmeister Michael Schumacher gewann im Ferrari gegen fünf Gegner.

Mosley verteidigte die FIA-Haltung, die Forderung der Michelin- Teams nach einem Einbau einer Schikane vor der Steilkurve zur Reduzierung der Geschwindigkeit abgelehnt zu haben. "Man kann das nicht tun, wenn man will, dass die Formel 1 ein Sport bleibt. Die Formel 1 ist ein Sport, der unterhält. Er ist keine Unterhaltung verkleidet als Sport", meinte Mosley. Die Formel 1 sei gefährlich, "und es wäre unklug, fundamentale Änderungen an einer Strecke vorzunehmen, ohne Versuche und Tests".

Auch im Sinne des Wettbewerbs wäre laut Mosley die Änderung der Strecke nicht korrekt gewesen. Die Schikane wäre, "ein großer Nachteil für die Teams, die eine korrekte Ausrüstung zum Rennen mitgebracht hatten". Es habe auch kein Sicherheitsproblem beim Kurs gegeben. "Das Problem war, dass einige Teams den falschen Reifen mitgebracht hatten."

Am kommenden Mittwoch sollen die sieben Michelin-Teams vor dem World Motor Sport Council in Paris zu den Vorfällen in Indianapolis Stellung nehmen. Zu einer möglichen Strafe äußerte sich der FIA-Chef nicht: "Wir werden genau zuhören, was uns die Teams zu sagen haben. Es gibt bei jeder Geschichte zwei Seiten, und die sieben Teams müssen die Gelegenheit haben, uns ihre Seite zu erzählen." Die Mitglieder des Councils kämen aus der gesamten Welt, "und sie werden zweifellos eine Entscheidung treffen, die fair und ausgewogen ist".

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