Mosley-Skandal

Teams wollen Entscheidung

Foto: Wolfgang Wilhelm

Die deutschen Formel-1-Autobauer BMW und Mercedes sowie Toyota und Honda haben den Inhalt des Mosley-Skandal-Videos verurteilt und Konsequenzen vom Internationalen Automobilverband FIA gefordert.

"Die Inhalte der Veröffentlichungen sind abstoßend. Wir distanzieren uns als Unternehmen ausdrücklich davon", hieß es am Donnerstag (3.4.) in einer gemeinsamen Erklärung von BMW und Mercedes.

Der Vorgang betreffe Mosley in Person und als FIA-Chef. "Die Tragweite geht damit über den Motorsport hinaus. Wir erwarten eine Reaktion der relevanten FIA-Gremien."

Auch Honda und Toyota wollen schnelle Entscheidung

Auch der japanische Formel-1-Rennstall Honda hat am Donnerstag auf die angebliche Sex-Videoaffäre um den FIA-Präsidenten Max Mosley, reagiert und eine sofortige Entscheidung gefordert. "Das Honda-Formel-1-Team ist extrem enttäuscht über die jüngsten Ereignisse um Herrn Mosley und wir sind besorgt, dass die Reputation der Formel 1 und all ihrer Teilnehmer geschädigt wird", hieß es in einer Mitteilung. "Wir verlangen, dass die FIA dieses Thema sorgfältig in Betracht zieht und eine sofortige Entscheidung im besten Interesse der Formel 1 und des Motorsports fällt." Als erstes hatte der in Köln-Marsdorf ansässige Toyota-Rennstall den Verbleib des 67 Jahre alten und heftig in die Negativ-Schlagzeilen geratenen Mosley infrage gestellt.

Trotz des wachsenden Drucks aus der PS-Szene lehnt Mosley, der es bedauert haben soll, von BMW und Mercedes vor der Veröffentlichung der Pressemitteilung nicht angehört worden zu sein, jedoch einen Rücktritt weiterhin kategorisch ab. Der FIA-Chef ziehe diesen Schritt auch nach den klaren Worten der Rennställe nicht in Betracht und sehe auch keinerlei Forderungen nach einem Rücktritt, sagte eine dem Briten nahestehende Person in Bahrain.

Dennoch ist angesichts der immer größer werdenden Front gegen Mosley, der bei seinem Amtsantritt als Präsident der FIA-Vorgänger-Organisation FISA 1991 angekündigt hatte, die Zeit der Pannen und Skandale sei vorbei, dessen Verbleib an der Spitze der FIA höchst fraglich. Laut Statuten des Weltverbandes ist es derzeit allerdings nicht möglich, einen Präsidenten innerhalb der jeweiligen Wahlperiode abzuberufen. Dies bestätigte ein FIA-Sprecher auf Anfrage.

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