Ferrari - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 23. August 2018 ams
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Deutschland 2018
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Sebastian Vettel - Ferrari - GP Deutschland 2018 37 Bilder

Motoren-Krieg in der Formel 1

Was steckt in Ferraris Wunder-Benzin?

Mercedes und Ferrari haben ihre letzten Motor-Updates gezündet. Von beiden Triebwerken hört man Wunderdinge. Renault wird frühestens in Monza seine dritte Spezifikation an den Start bringen, Honda vielleicht noch später.

Das Wettrüsten im Titelkampf geht in seine Endphase. Ferrari und Mercedes haben ihre letzten Karten aufgedeckt. Wenn sie danach noch Power zulegen wollen, müssen sie am Benzin oder Öl arbeiten. Oder unter Strafe einen vierten Motor einsetzen.

Die Werksteams spielen den Fortschritt ihrer neuen Antriebseinheiten natürlich herunter. Alles bewege sich im üblichen Rahmen der Entwicklungsarbeit. Mehr Power ja, aber der PS-Zuwachs würde nicht die WM entscheiden. Und er bezieht sich hauptsächlich auf die Qualifikation.

Ferrari-Benzin mit Spezial-Additiven

Kimi Räikkönen - GP Deutschland 2018
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In Spa könnte die Motorleistung durchaus das Zünglein an der Waage sein. Die Simulationen haben ausgerechnet, dass in diesem Jahr pro Runde fünf Sekunden länger Vollgas gefahren wird als 2017.

Wir hören aber auch andere Geschichten. Mercedes soll mit seinem Spec 3-Motor 0,25 Sekunden pro Runde gewinnen. Und Ferraris Qualifikationsmodus soll eine echte Rakete sein. Interessanterweise fährt Ferrari mit einem anderen Benzin als seine Kunden. Laut Reglement müssten das Werk seinen Partner die gleiche Entwicklungsstufe von Öl und Benzin bereitstellen. Außer die Kunden verzichten freiwillig.

Dieser Fall trifft bei HaasF1 und Sauber offenbar zu. Der Grund klingt so kurios wie spannend. Benzin-Partner Shell soll ein Additiv gefunden haben, dem man Wunderdinge nachsagt. Die Herstellung der dazu verwendeten seltenen Moleküle kostet ein Vermögen und ist nur in begrenzten Mengen möglich. Für zwei Ferrari-Autos reicht es, aber nicht für drei Teams. Seit Spanien soll das Wundermittel zum Einsatz kommen.

Red Bull soll für Renault testen

Ferrari und Mercedes werden sich mit ihren neuesten Waffen noch weiter von Renault und Honda absetzen. Für wie lange, ist noch nicht ganz sicher. Renault bietet Red Bull an, den C-Motor in Monza auszuprobieren. Ob das Werksteam und McLaren auch zugreifen, ist noch nicht entschieden.

Max Verstappen - Red Bull - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Freitag - 27.7.2018
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Red Bull bekam das Angebot von Renault, in Monza die neue Motor-Spezifikation zu testen.

Sportdirektor Cyril Abiteboul: „Im Augenblich bringt der C-Motor mit den Benzin, das Red Bull einsetzt, bessere Ergebnisse. Wir haben ihnen den Motor für Monza angeboten. Es liegt an ihnen, das Angebot anzunehmen.“ Teamchef Christian Horner meinte wenig enthusiastisch: „Wir werden ihn vielleicht am Freitag in Monza ausprobieren und dann prüfen, wie wir weiterfahren.“

Renaults dritte Antriebs-Spezifikation wurde im Bereich des Verbrennungsmotors modifiziert. Er soll vor allem im Qualifikationstrim mehr Leistung bringen. Red Bull würde das Triebwerk zunächst im Auto von Max Verstappen ausprobieren. Der Holländer hat erst zwei Verbrennungsmaschinen in seinem Pool und könnte den Test straffrei durchführen.

Sollte sich ein Einsatz lohnen, müsste Daniel Ricciardo eine weitere Motorstrafe in Kauf nehmen. Dann lieber in Monza als in Singapur. „Wir werden die Motorwechsel auf jeden Fall so timen, dass wir in Singapur straffrei fahren“, bestätigt Motorsportdirektor Helmut Marko.

Renault MGU-K sorgt für Ärger

Trotz Warnungen von Renault benutzt Red Bull weiter die alte MGU-K. Sie ist nicht standfest, was diverse Schäden, zuletzt bei Verstappen in Ungarn zeigten. „Sie können unsere zweite Spezifikation haben, aber sie wollen nicht“, bedauert Abiteboul.

Horner erwidert, dass man mit der weiterentwickelten Version in Ungarn getestet und ebenfalls einen Defekt gehabt habe. „Die neue MGU-K ist von der Installation ein Alptraum. Wir müssten einen Kühler verlegen, um sie unterzubringen.“

Von Honda gibt es noch kein Datum für das Debüt des Spec-3-Motors. Die einen sagen Monza, die anderen beim GP Russland. Auch hier gilt: Auf keinen Fall Singapur. Toro Rosso rechnet sich auf dem Stadtkurs wieder ein gutes Ergebnis aus. In Monte Carlo wurde Pierre Gasly Siebter, in Budapest Sechster. Marko verrät: „Der neue Motor ist ein guter Schritt vorwärts.“

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