Max Verstappen - GP Belgien 2017 sutton-images.com
Red Bull - Camping-Rennen - Max Verstappen vs. Daniel Ricciardo - Spielberg - 2017
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Motor-Frust bei Red Bull

Red Bull startet in Monza von hinten

Getrübte Freude bei Red Bull in Spa: Daniel Ricciardo fährt zum sechsten Mal in dieser Saison auf das Podium. Max Verstappen fällt zum sechsten Mal aus. Um weiteres Motoren-Pech zu verhindern, stockt Red Bull in Monza sein Kontingent auf.

Red Bull-Teamchef Christian Horner raufte sich die Haare: „Ich will mich endlich mal ungeteilt über ein Podium von unseren Fahrern freuen können. Aber immer wenn einer von uns auf dem Treppchen steht, passiert dem anderen etwas.“ In Spa wiederholte sich für Red Bull ein altbekanntes Bild. Daniel Ricciardo darf auf dem Podium Champagner versprühen. Teamkollege Max Verstappen ist nach wenigen Runden Zuschauer.

Das war in Barcelona, Montreal, Baku, Spielberg und jetzt auch Spa der Fall. Ricciardo fuhr zum sechsten Mal im zwölften Rennen unter die ersten Drei. Verstappen fiel zum sechsten Mal aus. Und das ausgerechnet vor seinem Heimpublikum. Von den 100.000 Zuschauern trugen gefühlte zwei Drittel orange Hemden und orange Kappen. Ausgerechnet vor der Naturtribüne am Rande der Kemmel-Geraden, wo sich der größte Teil des Verstappen-Fanclubs aufhielt, rollte der Red Bull mit der Startnummer 33 zu Beginn der achten Runde aus.

Verstappens Unheil begann im vierten Zylinder

Was in der Pressemitteilung kurz und knapp als Motorschaden beschrieben wurde, war offenbar die Folge eines elektronischen Blackouts. „Im vierten Zylinder gab es ein Sensorproblem. Dann war Feierabend“, hieß es bei Red Bull. Renault-Botschafter Alain Prost und Sportdirektor Cyril Abiteboul entschuldigten sich persönlich beim Team und bei Verstappen. „Es tut uns besonders leid, weil wir damit so viele Fans von Max enttäuscht haben.“ Horner murrte: „Davon haben wir auch nichts. Die Schäden müssen endlich mal aufhören.“

Max Verstappen - GP Belgien 2017
Wilhelm
Für Verstappen ging das Rennen auf zwei Rädern zuende.

Max Verstappen nahm ebenfalls auf die Fans Bezug: „Sie haben viel Geld bezahlt um mich zu sehen, und dann war nach 8 Runden schon alles vorbei. Diese Schäden müssen aufhören. Es war ein extrem enttäuschendes Rennen. Ich will jetzt nur noch nach Hause.“ Während das größte Talent der Formel 1 immer routinierter mit der Pannenserie umgeht, lässt Vater Jos seinem Ärger im Team freien Lauf. Und das erhöht den Druck auf Red Bull.

Red Bull-Motorsportberater Helmut Marko sagte in die TV-Kameras auf die Frage, ob der Technikfrust Max Verstappen am Ende der Konkurrenz in die Hände treibt: „Erstens: Max hat einen Vertrag mit uns. Zweitens: Ferrari und Mercedes sind besetzt. Doch wenn sich das nicht ändert, wäre es verständlich, wenn sich Max nach Vertragsende anderweitig umsieht.“

Ricciardo ist der König des Re-Starts

Da war es dem WM-Dritten wenig Trost, dass Daniel Ricciardo nach einem durchwachsenen Training mit vielen Aerodynamik-Experimenten am Renntag plötzlich wieder den gewohnten Speed aufnahm, im zweiten Stint mit den Supersoft-Reifen so schnell wie die Spitze fuhr und dann wieder mit einem typischen Ricciardo-Manöver beim Re-Start auf den dritten Platz vorstieß.

Red Bull - Camping-Rennen - Max Verstappen vs. Daniel Ricciardo - Spielberg - 2017
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Als Kimi Räikkönen aus dem Hinterhalt mit viel mehr Power angriff, machte Ricciardo aus der Not eine Tugend und attackierte seinerseits Valtteri Bottas, der schlecht aus der La Source-Haarnadel gekommen war. Schon in Baku hatte der Australier gezeigt: Er ist der König des Re-Starts. Nicht zum ersten Mal trickste der WM-Vierte zwei Gegner auf einmal aus. Ricciardos Angriffe kommen immer überfallartig und präzise: „Ich mag es nicht am Sonntag heimzufliegen und mir hinterher zu überlegen: Hätte ich nur dieses oder jenes Überholmanöver versucht. Du musste es einfach tun.“

Motor-Strafen in Monza

In Monza werden Ricciardo und Verstappen viel Gelegenheit bekommen, ihr Konto an Überholmanövern zu erhöhen. Red Bull will auf der schnellsten Strecke im Kalender freiwillig Startplatzstrafen nehmen, um den Pool an Antriebseinheiten aufzufüllen, bevor es wieder auf Strecken geht, auf denen sich das Team aus Milton Keynes Chancen ausrechnet. Horner und Marko prophezeien: „Wir werden in Monza von ziemlich weit hinten starten.“

Schauen wir uns das gegenwärtige Antriebskontingent der Red Bull-Piloten an, dann können wir uns die Strafen leicht ausrechnen. Ricciardo hat 4 Verbrennungsmotoren, 4 Turbolader, 5 MGU-H, 3 MGU-K, 2 Batterien und 2 Steuereinheiten im Pool. Wenn er alles wechselt, müsste er 20 Startplätze zurück. Verstappen steht nach dem Motorproblem von Spa bei 4 Motoren, 3 Turbolader, 4 MGU-H, 2 MGU-K, 2 Batterien und 2 Elektronikboxen. Der Holländer würde demnach im schlimmsten Fall nur 10 Startplätze einbüßen. Außer Red Bull wechselt die ICE gleich zwei Mal, um einen fünften Verbrennungsmotor im System zu haben. Das wäre dann eine Strafe über 15 Startplätze.

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