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Motor-Notstand bei Renault

Was passiert, wenn ein Motor platzt?

Brendon Hartley - GP Brasilien 2017 Foto: sutton-images.com 17 Bilder

Zwischen Toro Rosso und Renault kam es in Brasilien wegen anhaltender Motorenprobleme zum Streit. Doch das Problem betrifft auch das Werksteam und Red Bull. Was passiert, wenn in Abu Dhabi wieder Teile kaputt gehen?

14.11.2017 Michael Schmidt 30 Kommentare

Honda hat den GP Brasilien ohne Schäden überlebt. Die Japaner haben das Schlimmste damit überstanden. Renault steht das Schlimmste möglicherweise noch bevor. Eine regelrechte Seuche an Defekten an der MGU-H und der Welle zum Turbolader hat in den letzten drei Rennen den Bestand an Motorkomponenten aufgefressen.

Bei den Werksautos sieht es noch am besten aus. Nico Hülkenberg und Carlos Sainz fahren mit dem jeweils fünften Motor, der sechsten MGU-H und der eine mit dem fünften, der andere mit dem sechsten Turbolader.

Bei den Kundenteams nähert man sich bereits zweistelligen Zahlen. Red Bull hat je sechs Motoren verbraucht. Daniel Ricciardo trat in Brasilien mit dem sechsten Turbolader und der achten MGU-H an. Max Verstappen liegt bei beiden Komponenten noch darunter.

Bei Toro Rosso brach beim vorletzten Grand Prix des Jahres der absolute Notstand aus. In Pierre Gaslys Auto wurde die neunte MGU-H verbaut, der siebte Turbolader, der fünfte Motor. Im Toro Rosso mit der Startnummer 28, der derzeit von Brendon Hartley gesteuert wird, stehen sieben Verbrennungsmotoren, sechs Turbolader und acht MGU-H im FIA-Motorenreport. Hartley fiel im Rennen wegen zu hohem Ölverbrauch aus. Man kann für den Neuseeländer nur hoffen, dass sich daraus keine Folgeschäden ergeben. Das Ersatzteillager ist leer.

Konservative Motor-Einstellungen bei Renault

Und das betrifft alle Renault-Teams. Red Bull, Toro Rosso und der Werksrennstall gingen in Interlagos mit konservativen Motoreinstellungen in die 71 Runden-Schlacht. Sao Paulo liegt 760 Meter über dem Meer. Damit drehen die Turbinen der Lader höher als sonst. Und mit 29 Grad Außentemperatur herrschten extreme Bedingungen für die Antriebseinheiten.

Wie schon in Mexiko wurde die Leistung zurückgeschraubt. Man hört von 3 bis 4 Prozent. Das war auch ein Grund dafür, warum Red Bull gegen Mercedes und Ferrari kein Land sah, und warum Renault im Rennen gegen Force India, Williams und McLaren-Honda chancenlos war. Auf einer Strecke mit einem Volllastanteil von 72 Prozent geht das deutlich auf die Rundenzeit. „Auf dieser Strecke zählt Power deutlich mehr als in Mexiko“, hieß es bei Red Bull.

Teamchef Christian Horner atmete nach dem Rennen trotz der bescheidenen Ausbeute mit den Plätzen 5 und 6 auf: „Wir sind froh, dass die Motoren überlebt haben. Was wir jetzt in den Autos haben, können wir auch in Abu Dhabi verwenden.“ Horner wollte gar nicht daran denken, was bei einem erneuten Schaden passiert wäre. Oder wenn etwas im Training von Abu Dhabi bricht. „Wir wollen es nicht darauf ankommen lassen. Es wäre ein aufwendiger Job, das zu lösen.“

Alte Teile im Notfall reparieren

In einem Notfall müssten sich die drei Renault-Teams gegenseitig aushelfen, beschädigte Einheiten reparieren, gebrauchte Komponenten von einem Triebwerk aufs andere schrauben oder auf ältere Spezifikationen mit entsprechend hoher Laufleistung zurückgreifen.

Neue Teile wird es nicht mehr geben. Dazu reicht bei der komplexen Technik der Turbolader oder Elektromaschinen die Zeit nicht mehr. Horner lobt den Motorenpartner: „Was die Renault-Mechaniker leisten, ist ein kleines Wunder. Seit Wochen sind sie damit beschäftigt, aus alten Teilen noch einsatzfähige zu machen und sie von einem Auto ins andere zu schrauben.“

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Korrektur:
In meinem vorigen Beitrag habe ich geschrieben, "Beleidigende und unangemessene Formulierungen finde ich ausschliesslich bei CH-engineer, exige240 und Dir! ".
Es haette nicht "ausschliesslich", sondern "ueberwiegend" heissen muessen.

bkkmiwe 21. November 2017, 06:23 Uhr
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