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Motorengipfel in Genf

Entwicklungsbeschränkungen gelockert

Die Motorenhersteller dürfen auch während der Saison 2016 Weiterentwicklung am Antrieb betreiben. Statt wie ursprünglich geplant 25 stehen auch nächstes Jahr 32 Token für Updates zur Verfügung. Darauf einigten sich die Hersteller und die FIA beim großen Motorengipfel in Genf.

Die große Überraschung beim Treffen der Motorenhersteller mit der FIA blieb aus. Wie erwartet stimmte Mercedes nicht gegen den Wunsch der Verfolger, auch 2016 mehr Freiheiten bei der Motorenentwicklung zu erhalten. Die eigentlich für die kommende Saison vorgesehenen Einschränkungen wurden weitesgehend zurückgenommen.

Ingenieure bekommen mehr Zeit zur Entwicklung

Ursprünglich war geplant, dass während der Saison 2016 gar keine Weiterentwicklung betrieben werden sollte. Nach der Homologation Ende Februar sollte die Technik eingefroren werden. Doch diese Regel wurde aufgehoben. Wie schon in diesem Jahr können die Motorenhersteller bis zum Saisonende kontinuierlich Updates für ihre Power Units einführen.

Auch der Umfang der erlaubten Maßnahmen wurde erhöht. Erstens wurde die sogenannte schwarze Liste gestrichen. Einige Bauteile des Motors, wie zum Beispiel der Stirnradsatz, Teile des Zylinderkopfes, oder die Kurbelwelle, sollten ursprünglich gar nicht mehr angefasst werden dürfen. Doch nun gibt es diesbezüglich keine Einschränkungen mehr.

Hersteller dürfen alte Motoren liefern

Außerdem wurde die Zahl der Token erhöht. Statt wie ursprünglich geplant 25 Token kann nun jeder Motorenbauer 32 Entwicklungsmarken einsetzen. Durch die Maßnahmen müssen die Entwickler ihre Updates nicht in aller Eile bis zum Ende der Winterpause fertigstellen, sondern können neue Teile in Ruhe auf den Renneinsatz vorbereiten.

Der Lieferung von älteren Motorenspezifikationen wurde ebenfalls diskutiert. Neuerdings wird es den Herstellern erlaubt, den Kunden Antriebseinheiten aus dem Vorjahr anzubieten. Damit wäre theoretisch der Weg für Ferrari frei, in der kommenden Saison Motoren von 2015 an Toro Rosso zu liefern. Ob man das bei Red Bull überhaupt will, steht jedoch noch nicht fest.

Teams müssen Änderungen für 2016 einstimmig absegnen

Mit Red Bull könnte sowieso noch Streit drohen. Beim Motorengipfel in Genf saßen nur Vertreter von Mercedes, Ferrari, Honda und Renault mit der FIA am Tisch. Wenn die genannten Änderungen tatsächlich wie vereinbart schon 2016 implementiert werden sollen, müssen sie einstimmig auch von allen Teams abgesegnet werden. Red Bull könnte theoretisch also noch alles kippen.

Apropos Widerstand: Auch das Thema Kostenbeschränkung kam in Genf mal wieder auf den Tisch. Im Gespräch waren maximale Preise von 12 Millionen Euro für neue Motoren und 8 Millionen Euro für ein Jahr alte Triebwerke. Doch Ferrari betonte erneut, dass man in diesem Punkt notfalls ein Veto einlegen wird, sollten sich die restlichen Teams dafür aussprechen.

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