Ferrari-Motor - GP Spanien 2019 ams

Neue Motoren für Ferrari und Renault

Mehr Power oder Standfestigkeit?

In Barcelona bringen Ferrari und Renault neuen Motoren, jedoch aus unterschiedlichen Gründen. Honda hatte schon in Baku mit der ersten Ausbaustufe vorgelegt. Nur Mercedes hält sich an den klassischen Zeitplan.

So früh waren die Motorenhersteller mit Upgrades noch nie dran. Honda legte bereits in Baku mit neuem Verbrennungsmotor, Turbolader und MGU-H vor. In Barcelona ziehen Ferrari und Renault nach. Für Honda war der Spec2-Antrieb ein Schritt seitwärts. Die Japaner waren nicht auf mehr Power aus, sondern auf Absicherung des Leistungssprungs, der über den Winter erzielt wurde. Nach einem Motorschaden bei Daniil Kvyat leuchteten die Alarmglocken. Als Resultat dürfen Red Bull und Toro Rosso jetzt länger in den höheren Power-Stufen fahren.

Renault geht in Barcelona einen ähnlichen Weg. Auch die Franzosen haben über den Winter massiv an Leistung zugelegt. Auch sie mussten Federn lassen. Drei Mal streikte die MGU-K, ein Mal erwischte es in der Folge auch den Motor selbst. „Da bei diesen Motoren alles miteinander zusammenhängt, haben wir in einem ersten Schritt die MGU-K verbessert und jetzt den Motor selbst. Damit sind wir in der Lage, mehr Power länger zu fahren“, kündigte Teamchef Cyril Abiteboul bereits in Baku an.

Den Fahrern drohen noch keine Strafen. Nico Hülkenbergs Antriebs-Konto ist allerdings mit drei Verbrennungsmotoren und zwei MGU-K schon randvoll. Das Team rechnet im Bereich des GP England mit der ersten Motorstrafe für den Rheinländer. Dann soll auch der nächste Power-Schritt kommen.

Renault - Formel 1 - GP Bahrain - 28. März 2019
ams
Bei Renault versucht man mit dem Upgrade die Zuverlässigkeit zu verbessern.

Ferrari-Kunden bekommen Motor in Monaco

Ferrari zieht seine erste Entwicklungsstufe unerwartet früh vor. Neu ist nicht nur der Motor, sondern auch das Öl. Idealerweise versucht ein Motorenhersteller den ersten Wechsel bis zum GP Kanada hinauszuzögern. Doch Ferrari muss nach vier Niederlagen gegen Mercedes handeln.

Da das Werksteam allein vorprescht und die Kunden Alfa Romeo und Haas sich noch bis zum GP Monaco gedulden müssen, kann man davon ausgehen, dass es sich bei Ferraris Kampfansage um mehr Leistung oder Maximalleistung über längere Zeiträume handelt.Und dass man mit Hilfe des neuen Öls die interne Reibung zu reduzieren versucht, um den Benzinverbrauch zu senken. Sowohl in Melbourne als auch in Baku musste Ferrari in der Schlussphase massiv Sprit sparen.

Gäbe es einen Notstand bei der Standfestigkeit, hätte Ferrari auch seine Kunden sofort bedient. Außer das Problem wäre kurzfristig aufgetaucht, und Ferrari wäre nicht in der Lage gewesen genug Teile für sechs Motoren zu bauen.

Die Konkurrenz zweifelt jedoch an dieser Theorie. Barcelona zählt nicht zu den Strecken, auf denen sich Motorleistung nachhaltig in der Rundenzeit niederschlägt. 10 PS sollen eine Zehntelsekunde wert sein. Noch weniger Sinn macht, dass die Kundenteams den neuen Motor in Monte Carlo bekommen. „Da brauchst du die Power am wenigsten. Auf der Strecke schrubbst du lieber Kilometer mit den ältesten Motoren ab“, sagen die Zweifler.

Ferrari - Formel 1 - GP China 2019
Motorsport Images
Ferrari will mit mehr Power endlich Mercedes unter Druck setzen.

Viel Planung um ohne Strafen durchzukommen

Mercedes lässt sich bis Montreal Zeit. Daraus könnte man einen weiteren Vorteil für den Titelverteidiger herleiten. Als einziger Motorhersteller liegt die Marke mit dem Stern im idealen Plan.

Ferrari kann die Vorgabe von drei Einheiten für Motor, Turbolader und MGU-H zwar auch noch schaffen, aber es ist schon ein Stück Planung notwendig, die alten Triebwerke bis ans Ende der Lebensdauer noch auf die einzelnen Rennen und Trainings zu verteilen. Sie werden ab Monte Carlo in vielen Freitagstrainings zum Einsatz kommen und wahrscheinlich auch noch bei zwei Rennen, bei denen die Leistung nicht so zählt. Monte Carlo bietet sich da an, auch der Hungaroring.

Honda und Renault haben sich bereits von dem Gedanken verabschiedet, mit drei Motoreinheiten durch die Saison zu kommen. Da ist bei den ersten vier Rennen bereits zu viel kaputtgegangen. Und irgendwann zahlt man den Preis.

Bei Red Bull waren ohnehin mehr als drei Motoren eingeplant. Der WM-Dritte steht auf dem Standpunkt, dass es wichtiger ist, die Lücke zu Ferrari und Mercedes zu schließen, als konservativ auf Standfestigkeit zu setzen. Schlechter als Dritter kann man nicht werden. Renault ist zwiegespalten. Im dicht gedrängten Mittelfeld darf man nicht zu viele Punkte durch Defekte verschenken.

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