Motorenstreit

Mosley hat die Nase voll

Foto: Daniel Reinhard 58 Bilder

Der FIA-Chef schießt gegen die Hersteller, die sich im Motorenstreit nicht einig werden. Max Mosley wirft der Herstellervereinigung GPMA vor, die Unwahrheit zu sagen und bezichtigt sie der Stimmungsmache. Dennoch ist ein Burgfriede in Sicht.

Max Mosley versteht die Welt nicht mehr, oder zumindest tut er so. Da fordert er von den Herstellern einen Unterstützungsfond in Höhe von 75 Millionen Euro verteilt auf fünf Jahre, die Herstellervereinigung GPMA mit den Mitgliedern Mercedes, BMW, Toyota und Honda bietet nur 40 Millionen. Im gleichen Atemzug sichert BMW-Vorstand Burkard Göschel Mosley dann doch die geforderte Summe zu.

Am Samstag (15.7.) einigten sich die vier genannten Hersteller, das Einfreieren der Motorentechnik zu akzeptieren, wenn sie noch bis zum 28. Oktober Veränderungen an ihren Achtzylindern vornehmen können. Während Mosley diese Vereinbahrung Ferrari und Renault schmackhaft macht, soll ihm Bernie Ecclestone mitgeteilt haben, dass die GPMA ihr Angebot wieder zurückgezogen hat.

Max Mosley: "Sabotage"

Nun platzte dem FIA-Chef der Kragen. In einem Brief richtete er aus, dass es für normale und rational denkende Menschen schwierig sei, unter solchen Bedingungen zu verhandeln. "Wir sind der Ansicht, dass es in der GPMA Elemente gibt, die jede ruhige und sachliche Diskussion sabotieren", schimpft Mosley.

Der FIA-Präsident mault weiter: "Die GPMA-Pressemitteilung besagt, dass sechs Hersteller und ihre Teams sich einstimmig über die Motorenzukunft geeinigt hätten. Das ist absolut unwahr. Weiter wird behauptet, dass zehn von zwölf Teams dieser Einigung zugestimmt hätten, was ebenso unwahr ist."

"Sie werden mir zustimmen, dass es schwer ist, eine Organisation ernst zu nehmen, die nicht nur eine Pressemitteilung herausgibt, die einem ihrer offiziellen Schreiben völlig widerspricht, sondern auch versucht, mit gestreuten Unwahrheiten führende Medien zu täuschen", schließt Mosley seine schriftliche Anklage.

Charlie Whiting: "Lasst euch etwas einfallen!"

Trotz des heftigen Säbelrasslens ist eine Einigung nicht fern. Die FIA ließ durchblicken, dass die Hersteller nach und nach in allen Positionen nachgeben. Die Sportbehörde signalisierte ihnen, dass sie gemäß Artikel 7.5. des Sportgesetzes ohnehin aus Sicherheitsgründen jederzeit die Motoren einbremsen könne.

Mosleys Argumentation: Die technische Arbeitsgruppe der Formel 1 (TWG) habe auf die Forderung der FIA nach geringeren Geschwindigkeiten mit dem Hinweis auf Einheitsreifen und eingefrorene Motorentechnik ab 2008 reagiert. Wenn die Hersteller nun zusätzliche Freiheiten in der Motorentechnik forderten (wie die Anhebung der Höchstdrehzahl von 19.000 auf 19.500/min), sei das Ergebnis der TWG hinfällig.

Mosley führt an, in einigen Kurven sei das Tempo gegenüber 2006 um bis zu 35 km/h gestiegen. Nach der FIA-Weltratssitzung am 5. Juli ließ Chefkommisar Charlie Whiting den Teams ausrichten: "Lasst Euch etwas einfallen." Nun soll die TWG noch eine letzte Frist erhalten, um der FIA genehme Vorschläge zur Beilegung des Streitfalls zu machen.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie uns Ihre Meinung.

Kommentar schreiben
Neues Heft
Top Aktuell Lance Stroll - Williams - Esteban Ocon - Force India - GP Singapur 2018 Ocon blockiert Stroll-Wechsel Bei Williams kein Platz für Ocon
Beliebte Artikel Valtteri Bottas - Mercedes - Qualifying - GP Australien 2018 - Melbourne Bottas muss fünf Plätze zurück Einschlag mit 27 g Motorenstreit Mosleys letztes Wort
Anzeige
WhatsApp Newsletter
WhatsApp Newsletter
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Sportwagen Falken Porsche 911 GT3 R 2019 - VLN 7 - 20. September 2018 VLN Vorschau, 7. Lauf 2018 Falken mit neuem Porsche Impressionen - VLN 2018 - Langstreckenmeisterschaft - Nürburgring-Nordschleife VLN 2018 im Live-Stream Das siebte Rennen hier live!
Allrad Kia Niro EV Elektro-SUV Kia e-Niro (2019) Elektro-SUV mit 485 km Reichweite Seat Tarraco, SUV, Offroad, Allrad, 7-sitzer Seat Tarraco (2019) Lesen Sie hier alles zum neuen Seat-SUV
Oldtimer & Youngtimer Ford Sierra I Cosworth 1985 50 Jahre Ford RS Schnelle Escort, Sierra, Focus Girls & Legendary US-Cars 2033 Girls & Legendary US-Cars 2019 Pin-Up-Girls und Muscle Cars