Motorenstreit

Mosley hat die Nase voll

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Der FIA-Chef schießt gegen die Hersteller, die sich im Motorenstreit nicht einig werden. Max Mosley wirft der Herstellervereinigung GPMA vor, die Unwahrheit zu sagen und bezichtigt sie der Stimmungsmache. Dennoch ist ein Burgfriede in Sicht.

Max Mosley versteht die Welt nicht mehr, oder zumindest tut er so. Da fordert er von den Herstellern einen Unterstützungsfond in Höhe von 75 Millionen Euro verteilt auf fünf Jahre, die Herstellervereinigung GPMA mit den Mitgliedern Mercedes, BMW, Toyota und Honda bietet nur 40 Millionen. Im gleichen Atemzug sichert BMW-Vorstand Burkard Göschel Mosley dann doch die geforderte Summe zu.

Am Samstag (15.7.) einigten sich die vier genannten Hersteller, das Einfreieren der Motorentechnik zu akzeptieren, wenn sie noch bis zum 28. Oktober Veränderungen an ihren Achtzylindern vornehmen können. Während Mosley diese Vereinbahrung Ferrari und Renault schmackhaft macht, soll ihm Bernie Ecclestone mitgeteilt haben, dass die GPMA ihr Angebot wieder zurückgezogen hat.

Max Mosley: "Sabotage"

Nun platzte dem FIA-Chef der Kragen. In einem Brief richtete er aus, dass es für normale und rational denkende Menschen schwierig sei, unter solchen Bedingungen zu verhandeln. "Wir sind der Ansicht, dass es in der GPMA Elemente gibt, die jede ruhige und sachliche Diskussion sabotieren", schimpft Mosley.

Der FIA-Präsident mault weiter: "Die GPMA-Pressemitteilung besagt, dass sechs Hersteller und ihre Teams sich einstimmig über die Motorenzukunft geeinigt hätten. Das ist absolut unwahr. Weiter wird behauptet, dass zehn von zwölf Teams dieser Einigung zugestimmt hätten, was ebenso unwahr ist."

"Sie werden mir zustimmen, dass es schwer ist, eine Organisation ernst zu nehmen, die nicht nur eine Pressemitteilung herausgibt, die einem ihrer offiziellen Schreiben völlig widerspricht, sondern auch versucht, mit gestreuten Unwahrheiten führende Medien zu täuschen", schließt Mosley seine schriftliche Anklage.

Charlie Whiting: "Lasst euch etwas einfallen!"

Trotz des heftigen Säbelrasslens ist eine Einigung nicht fern. Die FIA ließ durchblicken, dass die Hersteller nach und nach in allen Positionen nachgeben. Die Sportbehörde signalisierte ihnen, dass sie gemäß Artikel 7.5. des Sportgesetzes ohnehin aus Sicherheitsgründen jederzeit die Motoren einbremsen könne.

Mosleys Argumentation: Die technische Arbeitsgruppe der Formel 1 (TWG) habe auf die Forderung der FIA nach geringeren Geschwindigkeiten mit dem Hinweis auf Einheitsreifen und eingefrorene Motorentechnik ab 2008 reagiert. Wenn die Hersteller nun zusätzliche Freiheiten in der Motorentechnik forderten (wie die Anhebung der Höchstdrehzahl von 19.000 auf 19.500/min), sei das Ergebnis der TWG hinfällig.

Mosley führt an, in einigen Kurven sei das Tempo gegenüber 2006 um bis zu 35 km/h gestiegen. Nach der FIA-Weltratssitzung am 5. Juli ließ Chefkommisar Charlie Whiting den Teams ausrichten: "Lasst Euch etwas einfallen." Nun soll die TWG noch eine letzte Frist erhalten, um der FIA genehme Vorschläge zur Beilegung des Streitfalls zu machen.

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