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Motorproblem bricht Rhythmus: Red Bull setzt auf Topspeed

Motorproblem bricht Rhythmus Red Bull setzt auf Topspeed

Mercedes war außer Reichweite, doch der Rückstand von einer halben Sekunde täuscht. Ein Motorproblem im Q2 brach den Rhythmus von Max Verstappen. Red Bull setzt auf Attacke, wie die Topspeeds beweisen. Alexander Albon gibt im Kampf um das zweite Cockpit ein Lebenszeichen von sich.

Wer bei Red Bull fährt, muss Druck aushalten können. Da gilt das Leistungsprinzip. Ausreden werden nicht akzeptiert. In der Qualifikation für das Formel 1-Comeback von Imola mussten Max Verstappen und Alexander Albon gut mit Druck umgehen können. Beide hätten zwischendrin hängenbleiben können. Verstappen, weil im Q2 ein Elektronikproblem Power kostete und an den Boxen behoben werden musste. Albon, weil ihm schnelle Runden wegen der Überschreitung der Streckenlimits gestrichen wurden und ein Rettungsversuch in einem Dreher in der Variante Alta resultierte.

Beide Fahrer kamen trotz der Zitterpartie mit ihrem letzten Schuss weiter. Max Verstappen sogar mit den Medium-Reifen. Das zeigt, dass der Holländer eiserne Nerven hat. Er hatte nur einen Versuch und nur eine Runde zum Aufwärmen der Reifen. Er hatte vorher nicht mit den Medium-Gummis geübt. Trotzdem schüttelte er in letzter Minute die sechstschnellste Q2-Zeit aus dem Ärmel und startet im Rennen wie die Mercedes-Piloten auf Pirellis mittlerer Mischung. Das war strategisch wichtig. Auch Albon katapultierte sich noch ins Q3. Mit der viertschnellsten Zeit, allerdings auf Soft-Reifen. Ein zweiter Versuch auf den Medium-Gummis erschien Red Bull zu riskant.

Auf Mercedes fehlt halbe Sekunde

Im Q3 lief dann alles nach Plan. Verstappen gab aber zu bedenken: "Wir haben mit dem Motorproblem im Q2 den Faden verloren. Ich habe mit weniger Rückstand auf die Mercedes gerechnet. Aber wichtig ist jetzt erst einmal, dass wir auf dem dritten Platz stehen." Auch Sportdirektor Helmut Marko führte den Rückstand von 0,567 Sekunden auf die Pole Position auf die Störung im Q2 zurück. "Das hat den Rhythmus gebrochen. Ohne das Problem wären wir näher an Mercedes dran gewesen. Geschlagen aber hätten wir sie nicht."

Der Zwischenfall in der zweiten K.O.-Runde der Qualifikation erinnerte Red Bull noch einmal daran, welche Höllenmaschinen diese Antriebseinheiten sind. Früher hätte man bei Fehlzündungen die Zündkerzen oder Zündkabel getauscht. Heute muss eine Heerschar von Spezialisten in einem unglaublich komplexen Geflecht die Nadel im Heuhaufen suchen. Wenn das Honda schon schwer fällt, wie hart wird so ein Problem erst in Eigenregie zu lösen sein? Diesmal fanden die Motorentechniker den Fehler. Verstappen wurde noch rechtzeitig auf die Reise geschickt.

Alexander Albon - Red Bull - GP Emilia-Romagna 2020 - Imola
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Alexander Albon landete auf dem sechsten Startplatz - drei Positionen hinter Max Verstappen.

Nach der Störung des Ablaufs lief auch das Q3 für Red Bulls Speerspitze nicht mehr perfekt. "Im ersten Versuch hatte ich zu wenig Grip. Der zweite war besser, aber zu weit von Mercedes weg." Verstappen setzt seine Hoffnung jetzt auf das Rennen. Immerhin startet er auf den gleichen Reifen wie die Mercedes-Piloten. "Und wir haben einen guten Topspeed." Red Bull reagierte auf die Power-Strecke mit Reduzierung des Abtriebs. Trotzdem konnte man im Mittelsektor mit den Kurven Villeneuve, Tosa, Piratella und Acque Minerali das Tempo der Mercedes einigermaßen halten. Lewis Hamilton warnte: "Im Renntrimm sind die Red Bull näher dran."

Albon will kämpfen

Alexander Albon war mit dem Ergebnis der Qualifikation "einigermaßen zufrieden". Den Thailänder trennten am Ende 0,396 Sekunden von seinem Teamkollegen. Marko lobte: "Auf Platz 4 fehlt ihm nur knapp ein halbes Zehntel." Das ist weniger als zuletzt. Aber aus Sicht von Albon noch nicht genug, um seinen Platz bei Red Bull zu sichern. "Platz sechs war kein schreckliches Resultat", tiefstapelt Red Bulls Sorgenkind. "Die Schritte gehen in die richtige Richtung, auch wenn ich gerne schneller gewesen wäre. Ich kann eine Verbesserung feststellen. Und Verbesserung muss mein Ziel sein." Er kündigt an: "Ich werde um diesen Sitz kämpfen."

Im Vergleich zu Verstappen sieht Albon in seiner schnellsten Runde noch zwei Stellen, wo er mehr hätte herausholen können. Immerhin hat er alles versucht. Sieben Mal in 150 Trainingsminuten stand Albon mit der Streckenbegrenzung in den Kurven 9 und 15 in Konflikt. Eine Überschreitung hätte ihn fast das Weiterkommen in die nächste K.O.-Runde vereitelt. Albon kritisiert vor allem die Regelung ausgangs der Piratella-Kurve, wo die weiße Linie vor dem Randstein die Grenze ist und nicht der Randstein selbst.

Ein bisschen unlogisch, findet der WM-Achte. "Es ist logisch, dass du so nah wie möglich an das Limit heranfährst. Jeden Zentimeter, den du mehr Strecke ausnutzen kannst, merkst du in der Rundenzeit. Aber jede Kurve ist anders. In Kurve 9 wäre der Kerb eine natürliche Grenze. Wenn du da drüber fährst, bist du automatisch langsamer. Ich finde es besser, wenn es so wie am Nürburgring gelöst ist. Erst kommt der Randstein, dann das Kiesbett. Da gibt es keine Diskussionen."

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