Motorprobleme bei Red Bull

Jerez kein gutes Pflaster

Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1-Test - Jerez - 3. Februar 2015 Foto: Stefan Baldauf 24 Bilder

Red Bull muss sich gedulden. Die Frage, ob der Rückstand auf Mercedes verkürzt werden konnte, ist noch nicht beantwortet. Dazu gibt es zu viele technische Probleme. Daniil Kvyats Ausrutscher am zweiten Testtag war nicht hilfreich. Doch für den größten Zeitverlust sorgten drei Probleme mit dem Renault-Motor.

Zu Beginn des ersten Testtages klang das noch ganz optimistisch. Red Bull-Teamchef Christian Horner lobte das neue Auto und die Fortschritte bei Renault. Sieben Prozent mehr Leistung oder 30 bis 40 PS sollen die Franzosen über den Winter gefunden haben. Die Chassis-Ingenieure hatten mit dem RB11 die Schwächen des RB10 ausgetrieben. Der erste Fahreindruck von Daniel Ricciardo war gut. Die Windkanaldaten auch.

Ein kleines Motorproblem am ersten Tag wurde diskret verschwiegen. Am zweiten Testtag geriet das Programm dann endgültig ins Stocken, weil Daniil Kvyat die einzig verfügbare neue Nase bei einem Ausrutscher beschädigte. Die Hoffnung, dass Ricciardo verlorenes Terrain am dritten Tag gutmachen kann, erfüllte sich nicht. Nach 5 Runden auf Intermediates gingen die Rollbalken vor der Red Bull-Garage nieder, und die Ingenieure beugten sich über den Renault-Motor.

Ein Defekt an der Wasserpumpe erzwang einen Wechsel der Antriebseinheit. Just zu diesem Zeitpunkt trafen Teambesitzer Dietrich Mateschitz und Berater Helmut Marko an der Strecke ein. Es war kein perfektes Timing. Ricciardo hatte zweieinhalb Stunden Zeit mit der Teamleitung zu plaudern. Und die wartete bei einem Streckenbesuch vergeblich auf ihr Auto.

Ricciardo hängt Räikkönen im Longrun ab

Der Australier stieg erst am Nachmittag wieder in den neuen Red Bull ein. Nur um nach 7 Runden erneut eine längere Pause einlegen zu müssen. Diesmal meldete ein Sensor Alarm. Die Szenen erinnerten an das Vorjahr.

Teamchef Christian Horner und Technikdirektor Adrian Newey begaben sich bereits leicht angesäuert auf die Heimreise nach England, als Ricciardo endlich ein paar Runden am Stück drehen konnte. "Es waren kleine Longruns über 10 bis 15 Runden. Wir konnten konstant ordentliche Rundenzeiten drehen und ein bisschen über das Auto lernen. Das ist der positive Aspekt des Tages", resümierte Ricciardo.

Nach Messungen von auto motor und sport war der WM-Dritte des Vorjahres im Schnitt acht Zehntel schneller als Kimi Räikkönen, der zur gleichen Zeit mit einem ähnlichen Programm unterwegs war. Trotzdem ist Red Bull mit der Kilometerleistung weit im Rückstand. Das Dreitagespensum von 102 Runden schafft Mercedes an einem Vormittag.

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