Motorwechsel ohne Strafe

Honda setzt weitere Token ein

McLaren-Honda - GP England 2015 Foto: McLaren 41 Bilder

Honda wartet nur noch auf das Okay aus dem Weltrat. Wenn die Japaner einen fünften Motor ohne Strafe einsetzen dürfen, kommt beim GP Ungarn eine weitere Ausbaustufe. Dafür werden vermutlich drei weitere Token eingesetzt.

Die Strategiegruppe hatte auf ihrer Sitzung am 1. Juli die Bedingungen für neue Motorhersteller gelockert. Für Neueinsteiger sollen die gleichen Regeln gelten wie für Mercedes, Ferrari und Renault im ersten Jahr. Nämlich 5 Motoren pro Fahrer. Das soll nun rückwirkend auch für Honda gelten. Der FIA-Weltrat muss den Vorschlag auf seiner Sitzung Ende dieser Woche in Mexiko-City nur noch absegnen.

Für Honda beginnt damit ein Rechenexempel. Fernando Alonso und Jenson Button haben bereits jeweils 5 Verbrennungsmotoren eingesetzt. Alonso befindet sich auch mit dem Turbolader und der MGU-H in der fünften Einheit, mit der Batterie und der Leistungselektronik beim jeweils vierten Exemplar.

Button hat schon 6 Turbolader, 6 MUG-H, 5 MGU-K und 4 Steuereinheiten in seinem Kontingent stehen. Das heißt: Mit der Regel-Lockerung wäre der nächste Wechsel jenseits der erlaubten 4 Exemplare für McLaren gratis.

Nächste Honda-Evolution beim Verbrennungsmotor

Honda macht den Einsatz der nächsten Ausbaustufe seiner Antriebseinheit vom Ausgang der Entscheidung des FIA-Weltrats abhängig. Wenn der nächste Wechsel straffrei ist, wollen die Japaner die Evolution schon in Budapest zünden. Auf einer Strecke, auf der man sich wegen des geringen Anteils an Geraden viel ausrechnet.

Würde der Weltrat der Lockerung nicht zustimmen, müsste man die Premiere des Upgrades auf Spa verschieben. Weil dort eine Strafversetzung weniger schmerzt als auf dem Hungaroring.

Honda plant diesmal mit einer Modifikation im Bereich des Verbrennungsmotors (ICE). Das Ziel ist mehr Power. Dafür wären 3 Token fällig. Die ersten beiden Token setzte Honda beim GP Kanada für größere Turbolader ein. Damit blieben dem Motorenpartner von McLaren nur noch 4 Token für den Rest der Saison übrig.

Anzahl Token sind nicht das Problem

Offen ist, wie die FIA das Token-System generell überarbeiten will. Die Mitglieder der Strategiegruppe hatte sich darauf verständigt, Honda und Renault zu helfen, um den Rückstand auf Mercedes und Ferrari wettzumachen. Experten zweifeln, ob die beiden Hersteller dafür mehr Entwicklungs-Token brauchen.

Renault-Motorenchef Rob White erklärte gegenüber auto motor und sport: "Das Problem sind nicht die Token, sondern die Umsetzung." Kollege Andy Cowell von Mercedes bestätigt: "Mit den 25 Token, die über den Winter eingesetzt werden dürfen, kann man den ganzen Motor neu bauen."

Die Erleichterungen für die Sorgenkinder werden sich deshalb wohl eher auf die verbotenen Bereiche beziehen. Möglicherweise dürfen Honda und Renault an Komponenten weiterentwickeln, die für die Konkurrenz bereits verboten sind. Oder wie Wolff sagt: "Was für uns in der Liste schwarz markiert ist, wird für die anderen vielleicht weiß."

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