Sebastian Vettel - Ferrari - GP Aserbaidschan 2017 - 3. Training - Baku sutton-images.com

Vollbeschäftigung in Baku-Garagen

Motorwechsel für Vettel

Bei Ferrari, Red Bull, McLaren und Renault herrschte in der Pause vor der Qualifikation Hochbetrieb. Die Teams reparierten Schäden und tauschten Motoren. Sebastian Vettel muss wegen eines ungeklärten Hydrauliklecks zurück auf Motor Nummer 1.

Die Mechaniker von Ferrari, Red Bull, McLaren und Renault mussten auf ihre Mittagspause zwischen dem dritten Training und der Qualifikation verzichten. In allen vier Garagen herrschte Alarm. Ferrari fahndete seit Mitte des dritten Trainings nach einem Hydraulikleck am Auto mit der Startnummer 5. Sebastian Vettels Auto.

Weil sich die Suche in dem komplexen Hydraulikkreislauf schwierig gestaltete, entschied sich Ferrari sicherheitshalber den Motor zu wechseln. Da die Heckpartie als komplettes Kit bereits vorbereitet ist, geht das mit vereinter Hilfe aller Mechaniker unter zwei Stunden. 35 Minuten vor dem Start zum Q1 wurde der getauschte Ferrari-Motor zum Leben erweckt.

Vettels Motor hat fünf GP-Wochenenden auf dem Buckel

Vettel muss auf einen alten Motor mit dem dritten Turbolader und der dritten MGU-H zurückgreifen, weil sich Ferrari nicht schon so früh in der Saison auf ein drittes Triebwerk festlegen wollte. Diese Antriebseinheit kam schon einmal als Notnagel ins Auto. Beim GP Spanien ersetzte sie am Samstagmittag den gerade eingebauten zweiten Motor. Somit hat Vettels Baku-Motor bereits fünf Rennwochenende auf dem Buckel. Das sind geschätzte 3.500 Kilometer Laufleistung.

Auch Max Verstappen musste zittern. Der Holländer war im dritten Training ohne Vortrieb ausgerollt. Ein Hydraulikleck legte alle Hydraulikabnehmer im Bereich der Antriebseinheit lahm. „Wir haben ziemlich lange gebraucht, bis wir den Fehler gefunden haben. Es wird eng“, erklärte Teamchef Christian Horner in der Mittagspause. 20 Minuten vor Beginn der Qualifikation gab Teamberater Helmut Marko Entwarnung: „Wir schaffen es.“

Palmers Renault brannte ab

Für Jolyon Palmer reicht es nicht mehr. Im Renault des Engländers brach eine Hochdruckbenzinleitung. Der Kraftstoff sprühte in alle Richtungen, sogar bis ins Cockpit. Das dabei entstehende Feuer richtete schwere Verwüstungen an. „Das Chassis und der Kabelbaum haben was abgekriegt. Wir müssen alles wechseln“, erzählte Einsatzleiter Alan Permane. Die gute Nachricht: „Der Motor blieb wahrscheinlich heil.“

McLaren hat mittlerweile Übung im Wechsel von Motoren. Schon vor dem Freitagstraining waren in den Autos von Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne neue Motoren, Turbolader, MGU-H und MGU-K eingebaut worden, darunter auch das einzig verfügbare Upgrade, das 12 PS mehr bringen sollte. Umso erstaunter stellte man am Samstagmorgen fest, dass McLaren die Komponenten erneut tauschte, obwohl sie noch völlig intakt sind. Dazu noch zwei neue Getriebe.

Nach den Bestimmungen des Jahres 2017 dürfen Motoren nicht mehr angehäuft werden. Alles, was McLaren am Freitag neu installiert hat, darf den Rest der Saison nicht mehr verwendet werden, und wenn doch, wird damit verfahren wie mit jeder neuen Komponente. Es gibt also wieder Strafen. Doch warum dann der zweite Tausch? Honda nutzte die Rennstrecke an einem Wochenende, an dem die letzte Startreihe wegen vieler Strafen in Stein gemeißelt war, als Testlabor. Alle Teile gehen zurück zum Check nach Tokio. Auch das Motor-Upgrade. Es brachte zwar die versprochene Leistung, doch Honda hatte noch nicht die entsprechenden Kennfelder dafür. Sie werden in Österreich nachgeliefert. Mit einem weiteren Power-Schub.

Motorsport Aktuell Pirelli-Reifen - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - 29. April 2017 Problem linker Vorderreifen Kommt 2018 der Mega-Soft Reifen?

Das größte Problem in Baku ist der linke Vorderreifen.

Mehr zum Thema GP Aserbaidschan
Mercedes - Formel 1 - GP Aserbaidschan 2019
Aktuell
Ferrari - Technik - Formel 1 - GP Aserbaidschan 2019
Aktuell
Formel E - Saudi Arabien - Riad - 2018
Aktuell