Lewis Hamilton - Mercedes - GP USA 2017 - Qualifying sutton-images.com
Sebastian Vettel - Ferrari - GP USA 2017 - Qualifying
Vettel - Hamilton - GP USA 2017 - Qualifying
Lewis Hamilton - Mercedes - GP USA 2017 - Qualifying
Lewis Hamilton - Mercedes - GP USA 2017 - Qualifying
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Nächste Pole für Mercedes

Hamilton tanzt mit dem Wind

Die Kombination Lewis Hamilton und Mercedes W08 ist in Austin auf eine Runde unschlagbar. Obwohl Hamilton im dritten Qualifying keine saubere Runde erwischte. Im Rennen rechnet Mercedes mit starker Gegenwehr von Ferrari.

Es ist bislang das Wochenende von Lewis Hamilton. Drei Trainings, drei Bestzeiten. Qualifying, Pole-Position. In keiner der Sessions rückte ein Konkurrent dem dreimaligen Weltmeister bedrohlich nah. Austin-Spezialist Hamilton, der vier von fünf Rennen auf dem texanischen Kurs gewann, ist auf dem besten Weg, seinen Vorsprung von bereits 59 Punkten in der Weltmeisterschaft auszubauen. Und Sebastian Vettel in den USA bereits endgültig die letzte Hoffnung zu rauben.

Hamilton in allen Quali-Teilen der Schnellste

Hamilton flog in 1:33.108 Minuten zu seiner zweiten Pole-Position in Austin, zu seiner dritten in den USA und zu Nummer 72 seiner Laufbahn. „Ich fühle mich fantastisch und frisch. Das Qualifying hätte ruhig noch länger gehen können. Generell ist es die spaßigste Session eines ganzen Rennwochenendes.“ Hamilton dominierte das Zeittraining vom Start weg. Den schnellsten Runden in Q1 und Q2 ließ er im dritten Abschnitt die schnellste jemals gefahrene Rundenzeit auf dem Circuit of the Americas folgen.

Ohne Tücken liefen die letzten 12 Minuten allerdings nicht ab. Der Wind erschwerte den Piloten das Fahren. „Mal kam er von vorn. In der nächsten Runde dann von hinten oder der Seite. Es hat dauernd gewechselt. Ich tanzte praktisch mit dem Wind. Das liebe ich“, berichtete der Brite. Trotzdem brachte Hamilton keine zwei sauberen Runden in Q3 zusammen. Der erste Versuch war der schnellere. „Im zweiten Anlauf hat mich eine Böe erwischt. Das passiert.“ Im Optimalfall wäre für den 32-Jährigen im silbernen Auto vermutlich eine hohe 1:32er Rundenzeit möglich gewesen.

Mercedes erwartet Vettel im Rennen auf Augenhöhe

So knöpfte Hamilton seinem WM-Rivalen Sebastian Vettel 0,239 Sekunden ab. „Vettel ist näher dran, als wir das erwartet haben. Vor allem, wenn man sich anschaut, wie weit er in Q1 und Q2 noch zurücklag“, sagen die Mercedes-Ingenieure. „Wenn er schon so nah an uns dran ist, ist er im Rennen ebenwürdig. Das lehrt uns die Vergangenheit. Unser einziger Vorteil könnte es sein, dass Vettel mehr oder weniger blind ins Rennen geht. Er ist an diesem Wochenende keinen echten Longrun gefahren.“ Furcht hat man nicht: „Wir wissen, dass das Rennen nicht unsere stärkste Disziplin ist. Aber wir sollten von der Balance und der Abstimmung des Autos richtig liegen“, glaubt Hamilton.

Vettel - Hamilton - GP USA 2017 - Qualifying
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Im Rennen winkt ein enges Duell mit Vettel und Ferrari.

Die Ingenieure gehen von einem engen Zweikampf gegen Ferrari aus. Die Longruns vor Freitag stimmen Mercedes optimistisch. „Es war in dieser Beziehung einer unserer besseren Freitag des Jahres“, erzählt Teamchef Toto Wolff. „Auf Basis dessen sind wir beruhigt. Auf der anderen Seite haben wir 2017 schon oft gesehen, dass das Pendel schnell umschlägt und nichts mehr so ist wie zuvor. Zum Beispiel in Suzuka, als wir auf den Supersofts so schnell waren und auf den Softreifen gelitten haben.“

Die geringen Temperaturen helfen den silbernen Autos. Im Qualifying erhitzte sich das Asphaltband auf 39 Grad. Für das Rennen werden eher mildere denn höhere Temperaturen erwartet. „Wenn wir den Start gewinnen, können wir das Rennen von der Spitze kontrollieren. In den schnellen S-Kurven im ersten Sektor werden die Reifen etwas heiß. Danach kühlen sie aber wieder ab“, sagt Teammanager Ron Meadows. Der Start ist wichtig. Und trickreich. Es geht steil bergauf in eine blind anzubremsende Linkskurve. „Der Start in Austin ist außergewöhnlich. Es gibt zwei Linien in die Kurve hinein und zwei Linien aus der Kurve heraus“, verdeutlichen die Ingenieure.

Bottas verliert überall auf Hamilton

Sollte Hamilton aus der ersten Runde als Führender kommen, führt das nicht zwangsläufig zum Sieg. Austin ist eine der überholfreundlichsten Strecken im Kalender. Mit einer über einen Kilometer langen Gerade. Und einem starken DRS-Effekt. „Du musst etwas weniger als eine Sekunde schneller sein, um deinen Vordermann zu überholen.“ Und dann wäre da ja noch die Strategie. Pirelli hält ein oder zwei Stopps für möglich. Die Chance, durch einen früheren Reifentausch Positionen zu gewinnen, ist groß. „Neue Reifen machen auf dieser Strecke einen großen Unterschied.“

Gerne hätte Mercedes deshalb beide Autos in der ersten Startreihe gehabt. Um mit Valtteri Bottas Hamilton zu schützen. Der Finne verlor 0,460 Sekunden auf den Teamkollegen und wurde Dritter. „Er hätte die erste Startreihe schaffen können“, meint Meadows. Allerdings kämpfte Bottas einmal mehr stärker mit dem W08 als der Teamkollege. „Der Wind hat mir zu schaffen gemacht. Die Runden haben sich aber gut angefühlt. Lewis hat es einfach besser hinbekommen.“ Meadows lobt: „Valtteri schaut in den Spiegel und ist ehrlich zu sich selbst. Er sucht die Schuld nicht woanders.“

Ein Muster lässt sich nicht erkennen, wo Bottas speziell Zeit verliert. „Es ist nicht so, dass Valtteri in schnellen oder langsamen Kurven, beim Beschleunigen oder Bremsen stark abfällt. Er verliert überall ein bisschen. Und es fehlt ihm die Konstanz, wie Lewis immer alles abzurufen. Im letzten Versuch hat er in Kurve eins Zeit eingebüßt, war dafür aber auf dem Rest der Runde an manchen Stellen besser.“ Beim Blick auf die Sektorzeiten fällt dennoch auf, dass Bottas im letzten Abschnitt mit drei Zehntelsekunden etwas mehr Zeit fehlt. „Die Kurven 13 und 15 haben nicht gepasst“, sagt der Fahrer. „Er hat es in diesem Abschnitt etwas übertrieben“, berichten die Ingenieure.

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