Noch drei Plätze im Formel 1-Feld für 2017 frei

Nasr oder Wehrlein bei Sauber?

Felipe Nasr - Pascal Wehrlein - Formel 1 Foto: sutton-images.com 36 Bilder

Im Formel 1-Feld für 2017 sind noch drei Plätze frei. Einer bei Sauber, zwei bei Manor. Das Duell um den zweite Sauber-Cockpit tragen Pascal Wehrlein und Felipe Nasr aus. Es geht dabei um Geld, verletzte Eitelkeiten und die Frage, wer sportlich die bessere Wahl ist.

Wer fährt wo? Eddie Jordan sagte vor dem GP Mexiko: „Ocon bei Force India, Nasr bei Renault und Gutierrez bei Sauber.“ Das Orakel lag nur mit Ocon richtig. Bei Renault bleibt Jolyon Palmer im Sattel, bei Sauber geht es um die Frage: Pascal Wehrlein oder Felipe Nasr. Esteban Gutierrez bewirbt sich bei Manor.

Nasr und Wehrlein sind die Verlierer des Transfermarkts. Beide wollten zu Force India. Doch den Platz bekam Ocon. Die Entscheidung fiel in Vijay Mallyas englischer Villa. Teambesitzer Mallya, Teamchef Bob Fernley, Sportdirektor Otmar Szafnauer und Technikchef Andy Green stellten das sportliche Potenzial von Ocon über die Mitgift von Palmer und Nasr. Und sie stuften den Franzosen aufgrund einer GPS-Analyse und den Erfahrungen bei Testfahrten über Wehrlein ein. Ocon habe mehr Demut gezeigt, heißt es. „Und er hat aus unserer Sicht sportlich das größte Potenzial“, erklärt Sportdirektor Otmar Szafnauer.

Manor muss Zehnter werden. Sonst droht das Ende

Felipe Nasr wedelte umsonst mit einer Mitgift von 15 Millionen Dollar seines Sponsors. Der Brasilianer wurde in den letzten Rennen von seinem Sauber-Teamkollegen Marcus Ericsson meistens in den Schatten gestellt. Gleichzeitig sickerte in Brasilien durch, Nasr würde im Team gegenüber dem Schweden benachteiligt. Das kam bei seinen Optionen Force India und Renault nicht besonders gut an.

Noch nicht einmal gute Worte von Bernie Ecclestone beim GP Mexiko halfen. Der Formel 1-Boss braucht einen Brasilianer im Feld. „Wir nehmen den Fahrer, der für uns am besten ist und nicht für andere“, erklärte Szafnauer. Zehn Tage vor seinem Heimrennen erfuhr Nasr, dass er aus dem Rennen ist und nun zwischen den Stühlen von Sauber und Manor sitzt.

Man hört, dass Banco do Brasil aufgrund der diesjährigen Ergebnisse zögert, die Zusammenarbeit mit Sauber zu verlängern. Und schon gleich gar nicht für mehrere Jahre. Andererseits ist man sich bei Sauber nicht mehr sicher, ob Nasr in einem Jahr sich nicht wieder ein anderes Team suchen will.

Da erscheint Wehrlerin mit ein bisschen finanzieller Unterstützung von Mercedes die berechenbarere Option. Motorsportchef Toto Wolff führte mit Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn ein langes Gespräch. Sauber ist zwar ein Ferrari-Team und Manor ein Mercedes-Kunde, doch die Zukunft des Schweizer Rennstall steht auf sicheren Füßen. Bei Manor gibt es noch diverse Fragezeichen.

Manor würde Nasr und seinen Sponsor mit offenen Armen empfangen. Es wäre mehr Geld, als es bei Wehrlein, Gutierrez oder Haryanto zu holen gibt. Beim kleinsten Rennstall im Feld zählt jeder Dollar. Über Manor schwebt ein Damoklesschwert. Wenn der 10. Platz noch an Sauber verloren geht, muss der Rennstall vielleicht zusperren. Dann würden rund 18 Millionen Dollar Platzierungsgeld aus der Kasse von Berbie Ecclestone fehlen. Manor muss hoffen, dass Sauber kein WM-Punkt mehr gelingt. Sauber überlebt auch als Elfter.

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