Romain Grosjean - Haas - GP Bahrain 2020 - Sakhir Motorsport Images
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Neue Details zum Grosjean-Unfall: Ersatz Fittipaldi

Neue Details zum Grosjean-Unfall Fittipaldi statt Grosjean

Das Wunder von Bahrain geht weiter. Romain Grosjean hat nicht mal blaue Flecken und überlegt, beim Finale in Abu Dhabi zu fahren. Beim zweiten Bahrain-Wochenende wird ihn Pietro Fittipaldi ersetzen. Unfalldetails zeigen, wie viel Glück im Spiel war.

Einen Tag nach dem Horror-Unfall von Romain Grosjean in Bahrain beginnt die Aufarbeitung des Dramas. Die wichtigste Nachricht: Romain Grosjean geht es gut. Der 34-jährige Franzose wird schon am Dienstag das Krankenhaus verlassen und am kommenden Wochenende beim zweiten Bahrain-Grand Prix als Zuschauer an der Strecke sein. Der in Genf lebende Franzose will dann entscheiden, ob er beim Finale in Abu Dhabi sein Comeback gibt.

Beim 16. WM-Lauf am kommenden Wochenende auf der Kurzversion der Sakhir-Rennstrecke wird Pietro Fittipaldi sein Cockpit übernehmen. Der 24-jährige Brasilianer wurde dem zweiten Ersatzpiloten Louis Deletraz vorgezogen. Der Schweizer muss zeitgleich beim Formel 2-Finale in Bahrain antreten. Für beide Reservefahrer hat der US-Rennstall bereits einen Sitz. Somit erklärt sich, warum nicht Nico Hülkenberg eingeflogen wurde. Das Ersatzchassis wird in den kommenden drei Tagen zu einem Formel 1-Auto aufgebaut. Ersatzteile sind ausreichend im Gepäck. "Noch so einen Unfall dürfen wir aber nicht haben", warnt Teamchef Guenther Steiner.

Grosjean war einen Tag nach seinem Unfall schon wieder guter Dinge. "Der Romain hat nicht mal blaue Flecken und keine Schmerzen", staunte Steiner bei einem Krankenhausbesuch. Andenken an den schlimmsten Unfall der Formel 1 seit Jules Bianchi 2014 sind Verbrennungen zweiten Grades an den Händen und ein verstauchter linker Knöchel. Diese Verletzung zog sich Grosjean nicht beim Unfall, sondern beim Aussteigen zu. Sein linker Fuß war in der Pedalerie eingeklemmt. Der Unglücksfahrer zog ihn mit Gewalt aus dem Schuh, um dem Inferno zu entkommen. Der Schuh steckt jetzt noch in dem verkohlten Chassis.

Romain Grosjean - Haas - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Rennen
Wilhelm
Grosjean befreite sich selbstständig aus dem Auto. Streckenposten löschen den Brandherd.

So fing das Auto Feuer

Bei einer ersten Inspektion der Wrackteile kamen noch weitere unglaubliche Details ans Licht. Grosjean verlor bei Tempo 220 km/h die Kontrolle über seinen Haas. Den Alpha Tauri von Daniil Kvyat hat er gar nicht gesehen. Der Veteran im US-Ferrari kann sich noch nicht einmal daran erinnern, ob er gebremst hat. Trotzdem hat er den gesamten Unfall bei vollem Bewusstsein miterlebt. Auch wie er sich zum Beispiel gewundert hat, dass er das Lenkrad nicht abnehmen musste, was ihn beim Ausstieg noch einmal zusätzlich Zeit gekostet hätte. Das Lenkrad war abgefallen, weil die Lenksäule total zerstört wurde. Grosjean erzählte seinem Teamchef auch noch, wie er Sorge hatte, rechtzeitig aussteigen zu können, weil sein linker Fuß feststeckte.

Die maximale Verzögerung soll ersten Erkenntnissen zufolge 53 g betragen haben. Der Spitzenwert wurde vermutlich erst erreicht, als das Auto auf seiner Irrfahrt durch die Leitplanken hindurch auf den Befestigungspfosten traf. Die Verteilung der Wrackteile dokumentieren das Ausmaß der Verzögerung. Motor und Chassis lagen nur wenige Meter von dem Pfosten entfernt, der sie getrennt hat. Die Nase wurde vollständig pulverisiert. "Sie hat ihren Job so erledigt, wie es verlangt wird und maximal Energie absorbiert", stellte Steiner fest. Die Vorderradaufhängung wurde aus ihrer Verankerung gerissen, was im vorderen Bereich der Karbonröhre für Beschädigungen sorgte.

Dafür klaffte im Chassis auf der linken Seite im hinteren Bereich des Cockpits ein 20 Zentimeter großes Loch. Dabei wurde auch der Tankeinfüllstutzen herausgerissen, was erklärt, warum das Feuer so massiv ausbrach. In diesem Bereich schoss der unter Druck stehende Kraftstoff wie eine Fontäne aus dem Tank. Auf der linken Seite hat auch der Halo eine Delle. Er muss also mit irgendeinem Hindernis in Berührung gekommen sein, möglicherweise der oberen Leitplanke. Welchen Weg genau das Auto vom ersten Einschlag bis zum Stillstand nahm, muss eine genaue Untersuchung ergeben. Erst sie wird uns zeigen, wie es möglich war, dass Grosjean diesen Unfall nahezu unbeschadet übersteht.

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