Neue F1-Nasen in Arbeit

Es kommt noch schlimmer

Toro Rosso - Nase - Formel 1 - Jerez-Test - 2014 Foto: Reinhard 31 Bilder

Wenn Sie glauben, das Formel 1-Horrorkabinett der Nasen geht nicht schlimmer, dann warten sie ab. Neue noch hässlichere Nasen sind bereits in Arbeit. Schon diese Woche in Bahrain könnten die ersten kommen.

Kaum waren die ersten Fotos der neuen Formel 1-Autos im Umlauf, da wurden in den Modell-Shops der Windkanalabteilungen die Kopiermaschinen angeworfen. "Wir probieren jede Form von Nasen, die im Umlauf sind", gibt Force India-Technikchef Andy Green zu. Wenn das auf Force India zutrifft, dann tun das die großen Teams erst recht.

Wetten, dass die Lotus-Idee mit den ungleich langen Stoßzähnen bereits in jedem anderen Windkanal getestet worden ist. Doch bei dieser Form der Nase ist kopieren schwierig. Erstens, weil sie so anders ist als der Rest und damit entsprechende Gegenmaßnahmen im Heck erfordert, und zweitens, weil die Crashtest-Hürden in diesem Fall ein echtes Hindernis darstellen.

Ameisenbär-Nasen rechts oder links von der Mitte

Doch mit Kopieren allein ist es nicht getan. Aus einer Idee entsteht meistens eine neue. Die ungleich langen Lotus-Säbelzähne brachten die Ingenieure der anderen Teams auf den Gedanken, das Prinzip der Asymmetrie anderweitig einzusetzen. Unsere Spione bei den Teams haben uns verraten, dass bereits einige Ameisenbär-Nasen in Arbeit sind, die nicht mehr in der Mitte aus dem Chassis wachsen, sondern links oder rechts davon. Das würde ungehinderten Luftstrom zum Heck in der Fahrzeugmitte garantieren.
 
Stellen Sie sich nun den McLaren, Toro Rosso oder Force India vor, bei dem die Chassisröhre in einen Rüssel mündet, der sich 25 Zentimeter zur Mitte versetzt befindet. Das größte Problem, das diesen Anschlag auf den guten Geschmack verhindern könnte, ist der Belastungstest für den Frontflügel. Wenn der an zwei Pfeilern hängt, die sich einseitig neben der Mitte befinden, könnte es beim Biegetest des Flügels auf der der Nase abgewandten Seite Schwierigkeiten geben.

Mercedes mit zurückversetzter Nase

Mercedes tritt schon beim zweiten Bahrain-Test mit einer neuen Nase an. Keine Angst, da erwartet uns keine optische Bankrotterklärung. Die Nase wird erstaunlicherweise etwas niedriger sein. Das Hufeisen lenkt aber noch weiter hinten am Flügel an. Zweck der Aktion: Die Nase soll noch weniger den Frontflügel überlappen. Damit kann der Flügel ungestörter arbeiten. Das Auto ist einfacher ausbalancierbar.

Lotus will bis zum GP Spanien eine Ausbaustufe seiner Säbelzahnlösung bringen. Dabei endet das Chassis in der Mitte kurz vor der Vorderachse. Problem ist auch hier der Crashtest. Je länger die Stelzen sind, die den Frontflügel tragen, umso schwieriger wird es, genügend Karbon-Masse in die rund acht Zentimeter breiten Pfeiler zu bringen.

Und die Nase muss ja auch noch den so genannten Push-off-Test bestehen, bei der die Nase 55 Zentimeter vor der Vorderachse von der Seite mit einer Kraft von vier Tonnen über einen Zeitraum von 30 Sekunden belastet wird. Die FIA gibt nur grünes Licht, wenn die Strukturen unbeschädigt bleiben.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die aktuellen Nasen-Varianten im Vergleich.

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