Neue Klage von Van der Garde

Sauber pausiert im 1. Training

Giedo van der Garde - Sauber - GP Australien 2015 Foto: xpb 39 Bilder

Das Sauber-Drama geht weiter. Giedo van der Garde klagt erneut in Melbourne gegen den Schweizer Rennstall. Deshalb blieben die blauen Autos im ersten Training in der Garage. Der Holländer durfte mangels Superlizenz nicht fahren.

Jeden Tag eine neue Gerichtsverhandlung. Zuerst erstritt sich Giedo van der Garde das Recht, für Sauber beim GP Australien antreten zu dürfen. Dann trafen sich Kläger und Beklagte erneut vor Gericht. Der Fahrer beschuldigte das Team, nicht die Superlizenz für ihn beantragt zu haben. Was ihn daran hinderte, am ersten Trainingstag teilzunehmen.

Offenbar hatte van der Garde aber bis 5 Tage vor dem GP Australien noch nicht einmal die A-Lizenz seines nationalen Automobilclubs. Und die ist die Basis für den Antrag der Superlizenz. Sauber hätte seinen Fahrer nach Ansicht von Regelexperten wenigstens daran erinnern müssen, sich diese A-Lizenz rechtzeitig zu besorgen, um dann den Antrag auf die Superlizenz stellen zu können.

Außerdem hätte sein Vertrag beim Schiedsgericht in Lausanne hinterlegt werden müssen. Weil das nicht passiert ist, hofft van der Garde, dass ihm die FIA über Nacht vielleicht doch das nötige Papier nachreichen könne, um ab Samstag zu fahren. Verantwortlich dafür ist die FIA-Sicherheitskommission in Genf.

Das Verfahren, das am Freitagmorgen begann, soll Klärung bringen, wer nun wirklich die Verantwortung für das Dilemma trägt. Eine schnelles Urteil gab es nicht. Am Samstag wird der Prozess um 9.30 Uhr Ortszeit fortgeführt. Offenbar reden beide Seiten mittlerweile. Der Anwalt von Van der Garde erwähnte "konstruktive Gespräche" mit dem Rennstall.

Welche Agenda steckt hinter den Klagen?

Die beiden Sauber blieben wegen der ungeklärten Rechtslage im ersten Training in der Garage. Erst im zweiten Training begann die Testarbeit. Das Team wollte keinen weiteren juristischen Fehler machen. Zumal sich das Melbourner Gericht bereits eine Liste von mitgeführten Wertgegenständen geben ließ, die im Notfall beschlagnahmt würden. Sollte das die Autos betreffen, würde Sauber den Transport nach Malaysia verpassen, der für Montag nach dem GP Australien datiert ist.

Das könnte allerdings auch nicht im Sinne von Giedo van der Garde sein, wenn er wirklich die Absicht hat, für Sauber zu fahren. Dem Holländer und seinen Hintermännern wird deshalb weiter unterstellt, dass es ihm gar nicht ums Fahren geht. Verschwörungstheoretiker haben eine andere Theorie. Nämlich die, dass der Rennstall ganz bewusst in den Ruin getrieben werden soll, um ihn dann billig zu übernehmen.

Van der Garde rein, Mechaniker raus

Die Komödie am Freitag (13.3.2015) begann drei Stunden vor Beginn des erste Trainings. Giedo van der Garde wollte ins Fahrerlager, aber er konnte nicht. Als er seinen Pass an die Schranke hielt, gab die den Eingang nicht frei. Spötter juxten: "Hat Bernie Ecclestone in London den Schalter umgelegt?" 15 Minuten später stand der Holländer dann doch im Fahrerlager. Das Team musste ihm aushelfen.

Bei Sauber empfing van der Garde eisiges Schweigen. Kein Hallo, kein Händedruck. Als er zu seinem Auto zur Sitzprobe ging, verließen fast alle Mechaniker demonstrativ die Garage und setzten sich zum Frühstück vor den Sauber-Pavillon. Nur drei Monteure halfen dem Fahrer, sich in das Auto von Marcus Ericsson zu setzen. Der Schwede hat ungefähr die Größe von van der Garde. Er musste ihm auch den Overall ausleihen, weil es für den Rebell im Team keinen Fahreranzug mit den aktuellen Sponsoraufklebern gibt.

Kaum zeigte sich van der Garde wieder im Fahrerlager, kehrten die Mechaniker an ihren Arbeitsplatz zurück. Mittlerweile hatte Sauber notgedrungen den Holländer als Ersatz für Ericsson bei den Sportkommissaren nachgemeldet. Die verlangten nach einer Superlizenz, die van der Garde nicht vorweisen konnte. Damit hatte sich sein Einsatz am ersten Trainingstag erledigt.

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