Kimi Räikkönen - Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain - Sakhir - Training - Freitag - 14.4.2017 sutton-images.com
Impressionen - GP Bahrain 2017 - Qualifying
Daniel Ricciardo -Red Bull - GP Bahrain 2017 - Qualifying
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Bahrain 2017 - Qualifying
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Bahrain 2017 - Qualifying 44 Bilder

Neue Motoren für Ferrari und Renault

Vettel schon im Rückstand

Es ist erst das dritte Rennen, und schon werden die ersten Motoren gewechselt. Ferrari und Renault sind bereits mit einem Motor im Rückstand. Das kostet eine Ausbaustufe. Eine reine Weste hat nur Mercedes.

Über diese Regel könnten viele stolpern. Sie könnte am Ende sogar die WM entscheiden. 20 Rennen, vier Antriebseinheiten. Wer mehr braucht, muss pro Einheit in der Startaufstellung 10 Plätze nach hinten. Mercedes, Ferrari, Renault und Honda sind mit dem ehrgeizigen Plan in die Saison gegangen, die jeweils sechs Komponenten der ersten Antriebseinheit bis zum sechsten Rennen in Monte Carlo einzusetzen.

Für den GP Kanada auf der Power-Strecke von Montreal waren die ersten Ausbaustufen der V6-Turbos eingeplant. Hier liegt der große Unterschied zu den Jahren davor. Die Token-Regel entfällt. Die Hersteller könnten theoretisch jedes Mal einen völlig neuen Motor an den Start bringen. Somit setzt nur das Kontingent von vier Einheiten pro Fahrer dem Wettrüsten ein Limit. Jeder Motorenlieferant kann maximal drei Mal ohne Strafen an der PS-Schraube drehen.

Hat Ferrari ein Turbolader-Problem?

Für einige Fahrer mit Antriebseinheiten von Ferrari, Honda und Renault hat sich die Zahl an möglichen Upgrades schon auf zwei reduziert. Der GP Bahrain ist zwar erst das dritte Rennen im Kalender, doch im Motoren-Report der FIA haben bereits viele Fahrer eine „2“ oder „3“ in ihrem Bestand. Ganz schlimm trifft es die McLaren-Fahrer. Honda meldete allein im Samstagstraining zum GP Bahrain drei MGU-H Schäden. In allen drei Fällen brach ein Lager. Damit ist auch der Turbolader betroffen. Stoffel Vandoorne kann sich bald auf die erste Startplatzstrafe einrichten.

Doch auch Ferrari musste Federn lassen. Kimi Räikkönen stoppte im ersten Training mit einem Turbolader-Defekt. Ferrari wechselte gleich die ganze Einheit. In Maranello wird untersucht, ob der Verbrennungsmotor Schaden genommen hat. Doch selbst, wenn er gesund ist und im System bleibt, ist Ferrari bei der Entwicklung von Turbolader und MGU-H von nun an eingeschränkt. Und das trifft auch das Gesamtpaket, weil bei der Hybrid-Technologie alles voneinander abhängig ist.

Jetzt hat es auch Sebastian Vettel getroffen. In der Nacht zum Samstag wechselte Ferrari den Turbolader, die MGU-H und die Batterie. Offenbar ist der Turbolader von Ferrari nicht kugelsicher. Romain Grosjean vom Kundenteam HaasF1 beklagte schon beim ersten Rennen ein platzten Lader. Für Vettel und Räikkönen heißt das: Eine Ausbaustufe weniger im Vergleich zu ihren Mercedes-Kontrahenten. Sollte in Montreal ein erstes Motor-Upgrade eingeführt werden, wären beide Ferrari-Piloten mit diversen Komponenten bereits bei der dritten von vier Einheiten angelangt. Und das im siebten von 20 Rennen.

Red Bull fährt mit gedrosselter Power

Auch bei Renault gibt es Motor-Sorgen. Schon vor den GP Bahrain wurden in den Autos von Nico Hülkenberg und Daniil Kvyat heimlich still und leise fast das gesamte Antriebs-Set getauscht. Die Aussagen dazu waren widersprüchlich. Die Wahrheit ist: Renault-Techniker erkannten an den Daten, dass die Motoren angeschlagen sind. Sie wussten aber nicht wo. Deshalb wurden die Triebwerke zurück in die Fabrik gebracht, um sie genauer zu untersuchen.

Einen Anhaltspunkt liefert vielleicht der Motorschaden von Carlos Sainz in der Qualifikation. Der Spanier hat jetzt wie Teamkollege Kvyat und Hülkenberg schon das zweite Aggregat im Auto. Und damit ein Handikap für den Rest der Saison.

Bei den Red Bull-Piloten steht noch in jeder Spalte die „1“. Red Bull hat sich für eine andere Taktik als das Werksteam und Toro Rosso entschieden. Man fährt mit gedrosselter Power, in der Hoffnung, dass die ersten Motoren so lange wie möglich überleben. Was einen Teil des Rückstands zu Mercedes und Ferrari erklärt und auch die starken Rundenzeiten des Werksautos im Vergleich zum Red Bull. Dort wird in der Qualifikation offenbar ohne Rücksicht auf Verluste an der PS-Schraube gedreht. Und da zeigt der Renault V6-Turbo, was in ihm steckt, wenn man ihn von der Kette lässt. Mercedes hat eine Differenz von nur 25 PS ausgerechnet.

Max Verstappen und Daniel Ricciardo werden trotz der freiwilligen Leistungs-Beschränkung das gleiche Problem bekommen wie Vettel und Räikkönen. „Bis Monte Carlo halten die Motoren nie“, heißt es aus dem Lager des Vize-Weltmeisters. Das bedeutet für die Red Bull-Piloten, dass die erste Ausbaustufe des Renault-Sechszylinder bereits Motor Nummer 3 ist. Die Motoren 1 und 2 werden dann wie bei Ferrari für die Freitagstrainings reserviert.

Nur Mercedes hat noch eine weiße Weste. Nahezu weiß. Valtteri Bottas fährt bereits mit seiner zweiten Batterie. Doch bei den Energiespeichern findet nicht das Wettrüsten statt wie beim Verbrennungsmotor, dem Turbolader und den beiden Elektromaschinen. Mercedes hat seine große Schwachstelle bereits vor der Homologation des ersten Motors ausgeräumt. Der Antrieb der MGU-H musste verstärkt werden.

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Es läuft nicht für McLaren-Honda. Die Antriebseinheit ist zu schwach auf...

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