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Neue Regeln für Benzindurchfluss

Welches Team hat geschummelt?

Am Sonntagmorgen liefen die Drähte zwischen der FIA und den Motorenherstellern heiß. Es ging wieder einmal um das leidige Thema der Benzindurchflussmenge. Bei einem Team wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt. Deshalb legte die FIA neue Regeln fest, die ab sofort gelten.

Das Thema holt die Formel 1 immer wieder ein. Die maximale Benzindurchflussmenge von 100 Kilogramm Kraftstoff pro Stunde kostete im Vorjahr Daniel Ricciardo den zweiten Platz beim GP Australien. Der Red Bull-Pilot lag mit Ausnahme der SafetyCar-Phasen durchweg im verbotenen Bereich. Je präziser der Durchflussmengensensor wurde, umso mehr beruhigten sich die Diskussionen um das Thema.

Nach den ersten beiden Rennen 2015 kochte die Sache wieder hoch. Weil Ferrari bei den Wintertests angeblich ein System probiert hatte, bei dem Benzin hinter dem Messgerät gespeichert und dann beim Beschleunigen zusätzlich eingespeist wurde. Die FIA entschied daraufhin, auch hinter dem Sensor den Druck im Benzinkreislauf zu messen.

Wird Benzin hinter dem Durchflussmengensensor gespeichert?

Im Abschlusstraining zum GP Spanien kam es bei einem Hersteller zu Unregelmäßigkeiten. Technikdirektor James Allison verschwand mit einer Kladde in der Hand im Büro von FIA-Rennleiter Charlie Whiting. Daraufhin machten Gerüchte die Runde, es handele sich um Ferrari. Das wird von Ferrari dementiert. Auch Mercedes und Renault waschen ihre Hände in Unschuld. Bliebe nur noch Honda. Bei den Japanern ist es aber schwer vorstellbar, dass sie sich zu einem so frühen Zeitpunkt auf solche Spielchen einlassen. Was ist passiert? Die Messgeräte registrierten Druckschwankungen oberhalb einer Durchflussmenge von 90 kg/h.

Konkurrenten haben den Verdacht, dass man sich mit diesem Trick extra Leistung beim Beschleunigen erschwindelt. So könnte es funktionieren. Zwischen der Niederdruckpumpe und den Hochdruck-Einspritzdüsen könnte man im Leistungssystem einen Speicher einbauen, der immer dann mit Sprit gefüllt wird, wenn der Fahrer auf Halbgas steht. Die Durchflussmenge bleibt dabei gemäß den Regeln unter 100 kg/h.

Wenn der Fahrer aus der Kurve herausbeschleunigt und Vollgas gibt, passiert die Kraftstoffmenge den Durchflussmengen-Sensor weiterhin mit 100 kg/h. Dazu kommt aber der gespeicherte Sprit im Bereich zwischen den Pumpen. Das hat dann den Effekt, dass kurzfristig bis 105 kg/h eingespritzt werden. Wer das clever macht, kann im ersten Teil der Geraden bis zu fünf Sekunden lang von der Extramenge profitieren. Das ergibt nach Expertenmeinung einen Vorteil von drei bis vier Zehntelsekunden pro Runde.

Keine Schwankungen mehr oberhalb von 90 kg/h

Die FIA reagierte auf den Verdacht weder mit Strafen, noch mit Anschuldigungen. Ab sofort gilt jedoch eine neue Regel. Ab einer Durchflussmenge von 90 kg/h muss der Kraftstoff mit einem konstanten Druck die Messgeräte passieren. Schwankungen sind nur noch in einem minimalen Bereich erlaubt. Und sie müssen erklärbar sein. Das Rennen wird zeigen, ob die neuen Vorschriften Auswirkungen auf die Rundenzeiten haben.

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