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Neue Reifen ab Silverstone

Pirelli denkt nur noch an Pirelli

Zwei Jahre lang hat die Philosophie von Pirelli funktioniert. Die italienischen Reifen haben für Spannung und Unterhaltung gesorgt. Nach dem GP Spanien mit 82 Boxenstopps mehrt sich Kritik. Pirelli wird jetzt bis Silverstone die Reifen ändern. Und zwar so massiv, dass es im Feld zu Streit kommt.

Das war sogar Pirelli-Reifenchef Paul Hembery zu viel. 82 Boxenstopps in 66 Runden. Da war in der Boxengasse mehr los als auf der Rennstrecke. Fernando Alonso gewann das Rennen mit vier Stopps. "Vier sind zu viel. Wir hatten eigentlich drei geplant." Vor einem Jahr kamen 24 Autos insgesamt nur 62 Mal an die Box.

Hembery erklärt sich den Anstieg der Boxenstopps so: "Die Autos haben wieder so viel Abtrieb wie 2011 mit den angeblasenen Diffusoren. Dazu sind die Teams teilweise mit aggressiven Strategien unterwegs. Dafür sind unsere Mischungen auf manchen Strecken offenbar zu weich." Da war es auch kein Trost, dass Kimi Räikkönen, Jenson Button und Nico Rosberg mit drei Stopps die Distanz meisterten.

Zwei Lösungsansätze für neue Reifen

Pirelli will zu einer Situation zurück, bei der die Teams zwischen zwei und drei Stopps entscheiden und nicht zwischen drei und vier. "Wenn wir die Konstruktion des Reifens anpassen, dann können wir pro Stint drei bis vier Runden rausschlagen." Dass etwas geändert wird, ist bereits beschlossene Sache. Was und wie viel, das wird kommende Woche in der Pirelli-Zentrale in Mailand diskutiert. "Es gibt da zwei Möglichkeiten", sagt Hembery: "Entweder die 2012er Konstruktionen mit 2013er Mischungen oder modifizierte 2013 Karkassen mit härteren Mischungen."

Red Bull und Mercedes werden sich freuen. Ferrari und Lotus laufen bereits Sturm. "Die Aufgabe ist für alle gleich", sagt Kimi Räikkönen. "Wir haben sie einfach besser gelöst." Teamchef Eric Boullier verweist darauf, dass sein Fahrer in Barcelona 20 Runden mit einem Satz zurücklegen kann: "Die anderen sollten daran arbeiten, das auch zu können."

Stefano Domenicali meinte nur: "Wir werden das prüfen. So einfach geht das nicht, etwas zu ändern." Niki Lauda, dessen Autos von der ersten Startreihe ins Nirgendwo abstürzten, plädiert lautstark für neue Reifen. "Es kann nicht sein, dass das schnellste Auto nicht gewinnt. Weder Ingenieure noch Fahrer kennen sich aus. Das ist kein Zustand." Fernando Alonso korrigiert: "Wir hatten das schnellste Paket für diese Aufgabenstellung."

Pirelli besorgt um guten Ruf

Hier droht also noch Zoff. Wetten dass Paul Hembery in den nächsten Tagen viele Anrufe aus Maranello, Milton Keynes, Enstone und Brackley bekommt? Und auch Bernie Ecclestone wird sich melden. Er warnt alle, die sich von härteren und langlebigeren Reifen bessere Rennen versprechen: "Haben die alle die Prozessionen vergessen, die wir früher in Barcelona hatten? Da stand der Sieger nach der Startrunde fest."

In der Tat, sind neun Barcelona-Sieger von der Pole Position gestartet. "Diesmal war erst bei Halbzeit des Rennens klar, dass Alonso gewinnen würde." Doch Hembery will sich auf Diskussionen nicht einlassen. "In den letzten beiden Jahren hat die Öffentlichkeit unser Konzept mitgetragen. Die Rennen sind deutlich spannender geworden. Jetzt aber erreicht die Kritik ein Niveau, wo es uns nicht mehr egal sein kann. Wir müssen jetzt an uns denken, und nicht an die Teams."

Pirelli will zusätzlichen Testtag

Das Problem ist die Zeit. Wenn Pirelli Konstruktion und Mischung der Reifen bis zum GP England verändert, dann will Hembery einen zusätzlichen Testtag. Am besten in Silverstone, wo die neuen Reifen zum Einsatz kommen sollen. "Das kriegt er nie durch", glaubt Sauber-Teammanager Beat Zehnder. "Dazu müssten alle Teams zustimmen, und einen Quertreiber wird es immer geben."

Wahrscheinlich kommt der aus den Reihen derer, die am liebsten alles so belassen würden, wie es ist. Vornehmlich Ferrari, Lotus und Force India. McLaren-Chef Martin Whitmarsh könnte mit neuen Reifen leben, auch dann, wenn man wegen neuer Formen wieder in den Windkanal müsste. "Uns ist jeder neue Reifen Recht." Er hat nichts mehr zu verlieren.

Rennen netto um 12,5 Sekunden schneller als 2012

Die Piloten würden sich über neue Reifen ebenfalls freuen. Sie beklagen sich, dass sie nur noch mit Blick auf die Reifen fahren und nur noch herumrollen. Dafür rollen sie aber ganz schön schnell. Die Zahlen widerlegen ihre Kritik, auch auf einer reifenmordenden Strecke wie Barcelona. Nico Rosbergs Trainingsbestzeit von 1.20,718 Minuten lag um 1,5 Sekunden unter dem Vorjahreswert von Pastor Maldonado. Dem Williams-Pilot reichten 2012 drei Stopps zu seinem Sensationssieg. Trotzdem war er über 66 Runden nur 7,4 Sekunden schneller als Alonso diesmal. Ein Boxenstopp kostet aber rund 20 Sekunden. Somit war das Rennen 2013 netto um 12,5 Sekunden schneller.

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