Max Verstappen - Formel 1 - GP Deutschland 2016 Red Bull
Nico Rosberg - Mercedes - GP Deutschland 2016 - Hockenheim
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Deutschland 2016 - Hockenheim
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Quittung für neue Streckenlimits

Acht Unterböden beschädigt

Die Lockerung der Streckenbegrenzung in der ersten Kurve von Hockenheim wurde zum Eigentor. Kaum zählte der äußere Randstein zur Rennstrecke, fuhren auch alle drüber. Mit dem Resultat, dass am Samstag 8 Unterböden daran glauben mussten.

Die Formel 1 stellte sich zuletzt wieder viele Fallen. Bei jeden Rennen gibt es neue Regeln und Bestimmungen. Vor dem GP Deutschland wurden das Funkverbot aufgehoben, Safety-Car-Starts neu definiert, und die Maßnahmen bei doppelt gelbe Flaggen verschärft. Reparaturen bei Rennunterbrechungen sind Geschichte. Eine Arbeitsgruppe forscht im Reglement nach weiteren grauen Zonen.

Der absurdeste Streit drehte sich um die Streckenbegrenzungen in den Kurven, an die sich außen eine Asphaltfläche als Sturzraum anschließt. Beim GP Ungarn galt klipp und klar: Wer mit dem kurveninneren Rad über die äußere weiße Linie gerät, bekommt die Rundenzeiten gestrichen. Im Rennen gibt es beim dritten Verstoß eine Verwarnung, dann eine Strafe. Sensoren 1,60 Meter neben der weißen Linie ermittelten zweifelsfrei die Sünder.

Weitere Linie bedeutet weniger Sturzraum

Da es sich herbei um eine Regel und keine Interpretation handelt, konnte die Strategiegruppe nicht einfach so ihren Willen durchsetzen wie bei den anderen Streitpunkten. Was in Ungarn klaglos funktionierte, sollte plötzlich in Hockenheim nicht mehr gelten. Die Top-Teams verlangten in der ersten Kurve allen Ernstes eine freie Linienwahl.

Mit einem beliebig größeren Radius aber wären die Geschwindigkeiten in der normalerweise 220 km/h schnellen Nordkurve dramatisch gestiegen und die Auslaufzone dementsprechend geschrumpft. Logische Konsequenz: Die Strecke wäre nicht mehr für die Formel 1 homologiert gewesen, weil Sturzraum und Absperrungen eine direkte Funktion der Kurvengeschwindigkeit sind.

Unterboden-Kosmetik kostet 35.000 Euro

FIA-Rennleiter Charlie Whiting ließ sich zu einem Kompromiss überreden, der den Fahrern 3 Meter Spielraum gab. Damit aber führte die Ideallinie über den Randstein auf der Außenseite der Kurve. Eigentlich sind es zwei Randsteine mit einer Regenrinne dazwischen.

Der äußere Rand der Kerbs war die neue Streckenbegrenzung. „Darüber hinaus fährt keiner freiwillig. Die Kante ist so hoch, dass du gleich dein Auto abschreiben kannst“, kommentierte Nico Hülkenberg. Force India zählte zu den Gegnern der neuen Streckenlimits. Aus gutem Grund. Weil die Chance größer war, über den Randstein hinauszurutschen.

Die neue Linie war bis zu 10 km/h schneller, ging aber aufs Material. An 8 Autos brach im Training der Unterboden, unter anderem bei Sebastian Vettel und Nico Hülkenberg. Betroffen war hauptsächlich die vordere Kufe.

Hülkenberg wäre um ein Haar noch disqualifiziert worden, weil sich die Kufe bei einem Belastungstest der FIA am Samstag als zu biegsam erwies. Bis man draufkam, dass dafür eine Beschädigung im Boden verantwortlich war. Am Sonntagmorgen wurde bei Force India, Ferrari, McLaren, Williams und Red Bull fleißig repariert. Force India-Teammanager Andy Stevenson schimpfte. „Die Unterboden-Kosmetik kostet jedes Mal 35.000 Euro.“

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