Lotus GP USA 2012 Grüner
Sebastian Vettel - Red Bull - Formel 1 - GP USA - Austin - 16. November 2012
Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1 - GP USA - Austin - 16. November 2012
Kimi Räikkönen - Lotus - Formel 1 - GP USA - Austin - 16. November 2012
Sebastian Vettel - Red Bull - Formel 1 - GP USA - Austin - 16. November 2012 99 Bilder

Neue Technik in Austin

Sechs PS mehr für Lotus

Auch am Ende der Saison wird noch Entwicklung betrieben, und nicht nur bei den WM-Rivalen Ferrari und Red Bull. McLaren brachte einen komplett neuen Frontflügel nach Austin und Lotus einen modifizierten Coanda-Auspuff. Die jüngste Version bringt sechs PS mehr.

Eigentlich ist so spät in der Saison die Luft raus im Wettrüsten der Techniker. Die Konstruktionsbüros arbeiten schon unter Volldampf für die Saison 2013. Nur bei Ferrari und Red Bull geht es noch um echten Lorbeer. Deshalb haben die beiden WM-Rivalen extra Fracht nach Austin geschickt.

Ferrari, Red Bull und McLaren mit neuen Flügeln

Ferrari modifizierte nach einem zweiten Aero-Test im spanischen Idiada Front- und Heckflügel, die erst in Abu Dhabi Premiere gefeiert hatten. Dazu gab es für Fernando Alonso einen neuen Diffusor und eine leicht versetzte Position der Spiegel. Red Bull brachte einen neuen Heckflügel. Die Endplatten und der Flap bekamen ein anderes Profil.

Auch im Verfolgerfeld wird eifrig weiterentwickelt. McLaren brachte einen komplett neuen Frontflügel. Endplatten und Hauptblatt änderten ihr Profil. Der geschwungene Flap in der ersten Etage ist verschwunden. Vorboten für 2013? "Wir wollen hier gewinnen. Das hat Priorität", wehrt Teamchef Martin Whitmarsh lachend ab.

Mercedes schraubt am Auspuff

Mercedes nutzte den ersten Trainingstag in Austin für einen Vergleichstest. Michael Schumacher fuhr am Morgen mit Coanda-Auspuff, Nico Rosberg ohne. Am Nachmittag wurde das Auto von Rosberg auch wieder auf den Coanda-Auspuff zurückgebaut. "Wir wollen Daten sammeln, um den Coanda-Auspuff besser zu verstehen", erklärte Teamchef Ross Brawn.

Seit der in den Seitenkästen mündende Auspuff beim GP Singapur Premiere feierte, hat Mercedes nur zehn Punkte gesammelt. Der Vergleich soll klären, ob Mercedes die Defizite, die der Coanda-Auspuff mit sich bringt (PS-Verlust, höherer Verbrauch, Aufheizen der Hinterreifen) aerodynamisch schon kompensiert hat.

Lotus fährt den Coanda-Auspuff erst zum vierten Mal, hat aber schon einen GP-Sieg damit gelandet. "Wir lernen ständig dazu", erklärt Technikchef James Allison. Auch Lotus musste zunächst einen 20 PS-Verlust hinnehmen, weil die Auspuffendrohre dünner geworden sind. Sechs PS hat das Siegerteam von Abu Dhabi jetzt wieder zurückgeholt.

Lotus-Auspuff orientiert sich an Red-Bull

"Wir fahren wie Red Bull einen Resonator. Der lässt den Motor glauben, dass der Auspuff kürzer ist als er in Wirklichkeit ist. Das bringt uns ein paar PS zurück", verrät Allison. Der Blinddarm ähnliche Abzweig im Bereich der Krümmer schmiegt sich nach Red Bull-Vorbild an die schräg in den Seitenkästen liegenden Kühler.

Trotz beschränktem Platzangebot hat es Lotus geschafft, den Auspuff auf der vom Reglement geforderten Minimalhöhe von 25 Zentimetern austreten zu lassen. Allerdings bläst der Auspuff seine Gase nicht wie beim Red Bull kerzengerade auf die Spalte zwischen Hinterrad und Diffusor, sondern leicht schräg.

Keine Angst, dass sich dabei die Hnterreifen zu stark aufheizen? Allison schüttelt den Kopf. "Die Coanda-Schiene leitet die Auspuffgase nach unten um. Die natürliche Strömung am Ende der Seitenkästen und um die Hinterräder herum lenken den Auspuffstrahl leicht nach innen ab. Damit kommen wir auch gerade auf die Diffusorspalte."

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