Neuer Frontflügel für Williams

Williams greift Ferrari an

Williams - GP England - Silverstone - Donnerstag - 2.7.2015 Foto: ams 111 Bilder

In Silverstone war Williams zum ersten Mal im Training und im Rennen schneller als Ferrari. Diesen Trend will der Rennstall aus Grove beim GP Ungarn fortsetzen. Williams hat in Nachtschichten einen neuen Frontflügel gebaut. Es gibt nur ein Exemplar, das Valtteri Bottas bekommt. Wir erklären warum.

Beim GP Österreich hatte es sich bereits angedeutet. Williams war näher an Ferrari herangerückt. Im Rennen reichte der Speed aber noch nicht, Sebastian Vettel in Schach zu halten. Ferrari musste schon einen Fehler beim Boxenstopp machen, um hinter die Williams zu fallen. Grund für die Formsteigerung von Williams war das großes Spielberg-Upgrade, das am Red Bull-Ring aber noch nicht in allen Details wie gewünscht funktionierte.

Für das Heimspiel in Silverstone schoben die Ingenieure eine Korrektur der Ausbaustufe nach. Die passte. Williams fuhr im Training und im Rennen vor Ferrari. Bis der Regen kam. Auf nasser Piste eierten die Williams chancenlos um den Kurs. "Das ist seit zwei Jahren unser Problem", klagt Felipe Massa. "Es ist wie bei einem Schalter. Sobald es nass wird, fehlt vorne und hinten der Grip."

Budapest muss Silverstone-Form bestätigen

Technikchef Pat Symonds traut dem Frieden noch nicht. "Es war ein positives Zeichen, dass wir in Silverstone vor den Ferrari lagen. Aber wir waren auf dieser Strecke auch schon im letzten Jahr stark. Und auch in Österreich. Der richtige Test ist für uns der GP Ungarn. Weil wir da vor einem Jahr nicht so gut ausgesehen haben. Wenn wir in Budapest die Form von Silverstone wiederholen können, will ich von einer Trendwende sprechen."

Damit das Team diese Vorgabe einlösen kann, wird in der Nacht zum Freitag ein neuer Frontflügel in Budapest eintreffen. Es ist ein völlig neues Konzept. Angeblich mit exzellenten Windkanalwerten. Der Mercedes-Flügel stand Modell. "Wir haben einige Kopfstände gemacht, um ihn für Ungarn fertigzukriegen. Eigentlich war er für später in der Saison eingeplant", lobt Symonds seine Produktionsabteilung.

Der bessere WM-Platz entscheidet

Es gibt den Frontflügel allerdings nur als Einzelstück. Valtteri Bottas bekommt den Vorzug. "Bei uns gab es von Saisonbeginn an eine klare Regel für den Fall, dass wir mal von einer Entwicklungsstufe nur ein Expemplar dabei haben", erklärt Symons. "Dann bekommt sie der Fahrer, der zu dem Zeitpunkt besser in der WM platziert ist. Sollte es noch einmal vorkommen, ist der andere dran. Es wird dann immer hin und her alterniert." Massa lächelt gequält: "Vielleicht gibt es in diesem Jahr kein zweites Mal mehr."

Parallel zur Entwicklung des FW37 hat Symonds seine Ingenieure dazu verdonnert, endlich das Regenproblem zu lösen, das offenbar mit den Schwierigkeiten verknüpft ist, die man in den letzten beiden Jahren in Monte Carlo hatte. Symonds verrät: "Die Absage des GP Deutschland hat uns ein wenig extra Zeit verschafft, uns genauer mit unserer Schwachstelle auseinanderzusetzen. Wir haben ein paar Lösungsansätze. Ob sie richtig sind, werden wir aber erst wissen, wenn es das nächste Mal regnet. Oder wenn wir nach Monte Carlo kommen."

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