Neuer Mercedes keine Diva

Wie weit kommt Hamilton nach vorne?

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Bahrain - 7. April 2018 Foto: sutton-images.com 61 Bilder

Diese Niederlage im Bahrain-Qualifying musste Mercedes erst einmal verdauen. Der neue Silberpfeil ist zwar keine Diva mehr, doch er hat eine Schwachstelle, die auf bestimmten Strecken zum Problem werden könnte.

Lewis Hamilton ist ein schlechter Schauspieler. Wenn es nicht rund läuft, wird der Weltmeister einsilbig. Und in Bahrain lief es für Mercedes nicht rund. Das Team suchte das ganze Wochenende über nach einer Abstimmung, die den Hinterreifen das Leben erleichtert.

Für die Supersoft-Gummis fanden die Ingenieure keine zufriedenstellende Lösung. Ferrari nutzte die Schwäche aus und stellte seine Autos in die erste Startreihe. Toto Wolff fühlte sich in seiner Einschätzung vor Saisonbeginn bestätigt: „Ich habe immer gesagt, dass es zwischen Ferrari, Red Bull und uns eine enge Kiste wird. Noch härter als im letzten Jahr.“

Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Bahrain - 7. April 2018 Foto: sutton-images.com
Mercedes hatte keine Chance gegen Ferrari.

Das Streckenlayout und der Asphalt werden entscheiden, auf welche Farbe die Glückskugel fällt. Bahrain war Ferrari-Land. „Es ist eine Strecke mit einem aggressiven Belag und hohen Temperaturen. Wir waren schnell auf den härteren Mischungen, haben aber auf dem Supersoft-Gummi unsere Reifen überhitzt. Deshalb fehlte uns der Extra-Grip, den uns der Supersoft eigentlich bringen sollte.“

Dieses Problem könnte Mercedes noch öfter einholen. Bahrain ist nicht die einzige Strecke mit einem Belag, der den Reifen zusetzt und einem Layout, das die Hinterreifen mehr fordert als die Vorderreifen.

Da war er wieder, der Verdacht, auch dieser Silberpfeil könnte eine Diva sein, die Fahrer und Ingenieure auf die Probe stellt. Wolff sieht einen entscheidenden Unterschied. „Die Fahrer fühlen sich wohl im Auto. Sie waren nur nicht schnell genug.“ Die Diva von 2017 kündigte ihre Launen nicht an. Und wenn sie sich mal wieder zickig gab, wusste man oft nicht warum.

Diesmal ist das Problem klar umrissen. Der Mercedes muss schonender mit seinen Hinterreifen umgehen. Die Blasen bei den Testfahrten in Barcelona waren der Warnschuss. Die Ingenieure wissen im Gegensatz zum Vorjahr schon im Vorfeld, wo es schwierig werden könnte. „Es sieht so aus, als hätte jedes Auto Stärken und Schwächen, die auf ganz bestimmten Streckentypen zum Vorschein kommen“, so Wolff.

Hamilton startet antizyklisch auf Soft-Reifen

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Für Mercedes wird der GP Bahrain ein Verfolgungsrennen und eine Aufholjagd. Valtteri Bottas hat als Dritter die Ferrari wenigstens noch im Blick. Lewis Hamilton geht nach der Getriebestrafe nur vom 9. Platz aus ins Rennen. Der Engländer weiß nicht recht, was er davon halten soll. „Ich habe keinen großen Plan. Wenn Überholen möglich ist, dann überhole ich. Wenn nicht, dann eben nicht. Ich fürchte, dass es zäh wird, wenn ich mal in die Nähe von Ricciardo komme.“

Pierre Gasly, Kevin Magnussen und Nico Hülkenberg sollten eine lösbare Aufgabe darstellen. „Um Lewis mache ich mir gar keine Gedanken. Wenn der anfliegt, lasse ich ihn vorbei. Sich gegen ihn zu wehren, wäre nur verschwendete Energie“, ließ Hülkenberg durchblicken.

Hamilton wird antizyklisch auf den Soft-Reifen ins Rennen gehen. Theoretisch könnte er damit ein Einstopp-Rennen wagen und komplett auf den heiklen Supersoft-Reifen verzichten. „Ich glaube nicht, dass die Reifenwahl das Rennen entscheiden wird“, meinte Hamilton müde. „Die Ferrari waren in den Longruns am Freitag auf allen Reifentypen schneller als wir. Sie haben einfach das bessere Auto für diese Strecke.“

Dann machte er dem roten Gegner das gleiche Kompliment wie in Melbourne: „Von der Power sind sie jetzt gleich mit uns.“ Das hörte sich wie ein klarer Auftrag für Brixworth an. Der Motorvorteil ist aufgebraucht.

Die Ingenieure hatten bei der Abstimmung des Fahrzeugs das Reifenproblem im Auge. Dafür sprechen die konstanten Dauerläufe am Freitag. Hat man dafür vielleicht Rundenzeit in der Qualifikation verschenkt? Wolff verneint: „Es gibt kein spezielles Setup, das Lewis im Rennen hilft. Heute sind die Unterschiede einer Abstimmung, die gut für eine Runde und einer, die gut im Longrun ist, minimal.“

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