Lewis Hamilton - Mercedes - Barcelona - F1-Test - 20. Februar 2019 Motorsport Images

Neuer Mercedes zu langsam

Wie viel fehlt auf Ferrari?

Mercedes gibt seine Favoritenrolle an Ferrari ab. Zum ersten Mal räumt der Titelverteidiger ein, dass sein neues Auto zu langsam ist. Man geht davon aus, dass mindestens eine halbe Sekunde fehlt, möglicherweise aber mehr.

Nach drei Testtagen in Barcelona ist der Alarm bei Mercedes offiziell. Bis jetzt war man bei der Deutung der Rundenzeiten und dem Kräfteverhältnis zwischen Mercedes, Ferrari und Red Bull auf die Körpersprache der Beteiligten angewiesen oder man musste bei den Antworten zwischen den Zeilen lesen. Inzwischen räumt Teamchef Toto Wolff offiziell ein, dass Ferrari ein schnelleres Auto hat. Dann packten er und sein Technikdirektor James Allison die Koffer und traten die Heimreise an. In Brackley und Brixworth werden in den nächsten Tagen wohl die Lichter nicht ausgehen.

Die offizielle Sprachregelung im Team schiebt Ferrari die klare Favoritenrolle zu: „Das Bild baut sich langsam auf. Ferrari ist schneller auf eine Runde, konstanter und unglaublich zuverlässig. Das stellt uns vor eine große Herausforderung. Wir müssen uns zurückkämpfen. Das allein wird die Motivation im Team hoch halten.“ Der neue Ferrari-Teamchef Mattia Binotto warnt: „Mercedes ist gut im Lösen von Problemen. Sollten sie Rückstand haben, holen sie sicher schnell auf.“

Im Vergleich zu Red Bull glaubt man sich im Lager des Serien-Weltmeisters auf Augenhöhe. Das sieht Red Bull anders. „Wir liegen vor Mercedes, und die Zeiten von Ferrari bereiten keine großen Sorgen“, erklärt Motorsportchef Helmut Marko.

Mercedes bereitet Aero-Paket vor

Der Rückstand auf Ferrari ist im Moment noch schwer zu beziffern. Auf jeden Fall eine halbe Sekunde, möglicherweise aber sogar mehr. „Es ist schwer, die Rundenzeiten zu lesen, weil in diesem Jahr jeder ein anderes Programm zu fahren scheint“, erklären die Ingenieure. Sie sagen auch, dass der Abstand auf eine Runde größer ist als im Dauerlauf. Im Moment gewinnt Ferrari überall. Auf der Gerade und in den Kurven.

Auf der Strecke macht der Ferrari schon optisch eine bessere Figur. „Die Mercedes rudern in den Kurven mehr rum als die Ferrari“, fiel Nico Hülkenberg auf. Aber auch auf der Gerade fährt Ferrari den Silberpfeilen davon. Ob das am geringeren Luftwiderstand oder an einem kräftigeren Motor liegt, muss noch analysiert werden. Ferrari soll beim Motor über den Winter signifikant zugelegt haben. Und die Technikabteilung in Maranello setzte seine Philosophie vom Vorjahr beharrlich fort. Effizienz ist Trumpf.

Bei Mercedes konzentrieren sich die Hoffnungen jetzt auf ein großes Aerodynamik-Paket, das in der zweiten Testwoche ans Auto kommen soll. Beim Titelverteidiger rechnet man damit, dass auch Ferrari eine zweite Stufe zündet. Und Helmut Marko verspricht: „Das Auto, das Sie hier sehen, ist nicht das Auto, das in Melbourne fahren wird.“

F1-Testfahrten Barcelona Tag 3: Die besten Bilder der Testfahrten

Valtteri Bottas - Mercedes - Barcelona - F1-Test - 20. Februar 2019
Valtteri Bottas - Mercedes - Barcelona - F1-Test - 20. Februar 2019 Sebastian Vettel - Ferrari - Barcelona - F1-Test - 20. Februar 2019 Sebastian Vettel - Ferrari - Barcelona - F1-Test - 20. Februar 2019 Max Verstappen - Red Bull - Barcelona - F1-Test - 20. Februar 2019 144 Bilder
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Ferrari kann inzwischen auf jeder Strecke in die erste Startreihe fahren.

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