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Neuer Aston Martin Valkyrie

Alle Infos zum Straßen-Hypercar und zur Rennversion

Aston Martin Valkyrie AMR Pro - Rennversion Foto: Red Bull / Aston Martin 37 Bilder

Formel-1-Konstrukteurs-Star Adrian Newey träumt von einem Straßen-Sportwagen seit er sechs ist. Red Bull ermöglicht seinen Traum – zusammen mit Aston Martin: Der Aston Martin Valkyrie, so jetzt der offizielle Name, mit atemberaubendem Design und V12-Sauger als Mittelmotor soll 2019 zu den ersten Kunden rollen.

16.11.2017 Gerd Stegmaier, Andreas Haupt 11 Kommentare Powered by

150 Hypercars für die Straße: ausverkauft. 25 Modelle für die Rennstrecke im Stil des Ferrari FXX K und McLaren P1 GTR: ausverkauft. Alle 175 Stück, bevor Aston Martin auch nur ein einziges Exemplar des Valkyrie gefertigt wurde. Die Kooperation mit dem englisch-österreichischen Formel 1-Rennstall Red Bull fruchtet.

Bislang war über die Rennstrecken-Version wenig bekannt. Bis auf den Fakt, dass sie mit einem LMP1-Rennwagen mithalten können soll und auf denselben 6,5-Liter-V12 zurückgreift wie das Straßen-Hypercar. Nun verraten Red Bull und Aston Martin etwas mehr. Aerodynamik, Chassis, Antriebsstrang und Gewicht: Überall wollen die Kooperationspartner nachgeschärft haben. Das Ergebnis ist der Aston Martin Valkyrie AMR Pro.

Valkyrie AMR Pro bis zu 400 km/h schnell

Der Saugmotor erhält ein Software-Update, um aus den zwölf Zylindern noch mehr Leistung und Drehmoment zu kitzeln. Man darf getrost erwarten, dass der AMR Pro in Kombination mit einem ERS (Energy Recovery System) weit über 1.000 PS erzielt. Genaue Angaben machen Aston Martin und Red Bull noch nicht.

Das Team um F1-Stardesigner Adrian Newey überarbeitete für eine effizientere Aerodynamik alle Oberflächen der Karosserie. Ein größerer Frontsplitter und ein zweigeteilter Heckflügel mit mächtigen Endplatten sollen den Anpressdruck steigern. Auch an den aktiven Aerodynamik-Elementen legte man nochmals Hand an, um einerseits mehr Abtrieb zu erzeugen, andererseits den Quasi-Rennwagen windschlüpfrig zu halten. Angeblich soll das Renn-Hypercar etwa 400 km/h schnell sein. Damit überflügelt man das Mercedes-Hypercar. Die Intimfeinde auf der Rennstrecke duellieren sich jetzt auch außerhalb der Formel 1-Strecken.

Mercedes-AMG Project One Mercedes-AMG Project One (2017) Hypercar als Prestigeobjekt

Red Bull gibt an, dass der AMR Pro derart schnell durch Kurven brezeln kann, sodass maximale Querbeschleunigungskräfte von bis zu 3,3g auftreten. Bei einer Vollbremsung aus hohen Geschwindigkeiten spricht man von Kräften von bis zu 3,5g. Eine Vollcarbon-Bremsanlage stemmt die negative Beschleunigung. Wer so fahren will, muss üben. Red Bull macht dafür den Formel 1-Simulator verfügbar. Außerdem werden die Kunden zu Track-Days ausgeführt.

Bei solchen Kräften braucht es auch klebrige Reifen. Aston Martin verschraubt 18-Zoll-Rennreifen, die von Michelin kommen, und derselben Spezifikation entsprechen sollen, wie sie die LMP1-Autos aus der Sportwagen-WM tragen. Gewicht ist bei einer Rennstreckenversion immer ein Thema. Man verzichtet auf die Monitore für das Infotainment im Innenraum ebenso wie auf eine Heizung und ein Gebläse. Die Windschutzscheibe und die Seitenscheiben sind aus leichtem Polycarbonat gefertigt. Auch das Kohlefaser-Bodywork soll abgespeckt haben. Aus Carbon bauen Aston Martin und Red Bull für den AMR Pro die Querlenker der Aufhängung.

Aston Martin CEO war bis 2014 Nissan-Vorstand

Wenn es Weltmeister-Pokale für Formel-1-Konstrukteure gäbe, dann hätte Adrian Newey den Schrank voll davon. Insgesamt zehn Autos aus der Feder des 57-jährigen Engländer haben Titel abgeräumt, zuletzt die Red Bull von 2010 bis 2013. Aber schon als kleiner Junge träumte er von einem eigenen Straßensportwagen – und tut es noch immer. „Von Zeit zu Zeit, wenn Du gelangweilt am Strand sitzt, fängst Du an, Skizzen zu kritzeln und wirfst sie auf einen Haufen, der immer größer wird“, so Newey.

Weil Red Bull seinem genialen Konstrukteur gerne einen wichtigen Grund gibt, zu bleiben, ist die Bereitschaft groß, Neweys Traum wahr werden zu lassen. Und weil Nissans Nobelmarke Infiniti Sponsor von Red Bull war und Ex-Nissan-Vorstand Andy Palmer seit Oktober 2014 Chef von Aston Martin ist, ergab sich eine Konstellation aus englischen Kontakten, die Neweys Traumwagen in Kooperation mit der britischen Traditionsmarke entstehen lässt.

Red Bull GT5 X1 Prototype Foto: Red Bull
Sieht aus wie ein Formel-1-auto mit verkleideten Rädern und Dach: Zum Red Bull X1, von Newey für das Playstation-Spiel GranTurismo 6 entworfen, gibt es eine reale Umsetzung im Maßsstab 1:1.

Seit Mitte März 2016 ist diese Kooperation von Red Bull und Aston Martin offiziell. Schon vor etwa 18 Monaten aber brachte Newey den Lieblingsentwurf seines Skizzenhaufens zu Aston-Martin-Chefdesigner Marek Reichmann, der zusammen mit seinem Team versuchte, mit möglichst wenig Änderungen die Anforderungen an ein Straßenauto einzubringen. Das Ergebnis erinnert je nach Perspektive an ein schöneres LMP1- oder ein verkleidetes Formel-1-Auto wie Neweys Playstation-Entwurf X1. „Es gibt durchaus eine Verbindung von der Formel 1 über das Playstation-Auto X1 bis zum Aston Martin Valkyrie (Code: RB 001); nebeneinandergestellt könnte man bei den Autos eine Evolution wie vom Schimpansen zum Homo sapiens sehen“, so Newey.

Aston Martin Valkyrie etwa so schnell wie ein Le-Mans-Auto

Als Maßstab für die Performance einer geplanten Rennversion dient laut Newey eher die LMP1 als die Formel 1. Selbst die Straßenversion soll nicht signifikant langsamer sein. Das wäre eine Ansage, die das Hypercar-Establishment aus LaFerrari, McLaren P1 oder Porsche 918 Spyder überflügeln dürfte. Auf Vergleichbares angesprochen schüttelt Newey den Kopf, wenn der Name Bugatti Chiron fällt. Der Charakter seines Sportwagens gehe ganz klar in Richtung McLaren P1.

Aston Martin Valkyrie RB 001 Foto: Aston Martin
Das Design des Aston Martin Valkyrie zeigt sich extrem luftig.

Unter der aerodynamischen Hülle, die zumindest an ein paar Stellen eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Hybridsportwagen von McLaren hat, wird ein V12-Mittelmotor ohne Aufladung seine Kraft an die Hinterachse leiten. Dieser wird von Cosworth kommen und 6,5-Liter Hubraum haben. Eine Hybridunterstützung in Form eines F1-inspirierten ERS-Systems ist mittlerweile gesichert. Die Batterien dazu liefert Rimac. Auf der Suche nach einer passenden Kraftübertragung wurde Newey bei Zulieferer Ricardo fündig. Die Spezialisten liefern ein Siebengang-Getriebe zu. Bei den Bremsen soll es einen Mix aus Zangen von Alcon und Carbon-Keramik-Scheiben von Surface Transforms geben. Für die Fahrdynamikregelungen wurde Bosch mit ins Boot geholt.

Der 57-jährige Engländer gilt als Aerodynamik-Guru. Aber für seinen Straßensportwagen sieht der den Umgang mit Luftströmen nicht als Hauptcharakteristikum. „Das Gesamt-Package ist entscheidend“, so Newey. Das Auto solle genauso mit „ansprechender Optik und durchdachter Mechanik“ glänzen, indem es die Technologie zur Schau stellt ähnlich wie es bei teuren Motorrädern zu beobachten ist. Der Valkyrie wird kein Flügelmonster. Gezielte Aussparungen in der Karosserie und viel Luft unter dem Auto sorgen für hohe Downforce ohne sichtbare Spoiler.

Aston Martin Vulcan Yas Marina Foto: Max Earey
Ein V12-Motor von Aston Martin tut im Rennauto "Vulcan" Dienst. Seine 831 PS treffen dort auf 1.360 Kilogramm Leergewicht.

Aston Martin Valkyrie mit rund 900 Kilo und etwa 900 PS?

Dem Kunden soll der Aston Martin Valkyrie dank eines Leistungsgewichts wie bei LMP1-Autos eine überragende Performance bieten. Beim Leistungsgewicht bezieht sich Newey ausdrücklich auf einen Durchschnittswert der LMP1-Renner, die mit ihren mächtigen Hybridsystemen bis zu 1.300 PS schaffen – aber wenn die Batterien gerade leer sind, könnten sie kurzzeitig bei nur mehr 300 bis 400 PS landen, schätzt Newey.

Als Durschnittswert könnte man dann etwa 800 bis 900 PS veranschlagen. Bei einem Mindestgewicht von gut 870 Kilogramm kämen sie dann auf ein Leistungsgewicht von ca. 1 kg/PS. Der V12-Sauger von Aston Martin fand zuletzt im Rundstreckenrenner Vulcan Verwendung, wo er 831 PS auf die Hinterräder bringt. Gleiches könnte er mit einem Hubraum zwischen 6,0 und 7,0 Liter sicher auch im RB-AM 001 leisten. Das würde bedeuten, dass dessen Gewicht bei etwa 900 Kilogramm liegen müsste. Kein Wunder, dass Newey Doppelkupplungsgetriebe, deren Gewicht er auf 140 bis 150 Kilogramm beziffert, ausschließt. Aber jenseits der Leistungs- und Gewichtsrechnereien soll der Supersportwagen vor allem ein einzigartiges Fahrgefühl bieten. Neweys Idealvorstellung: „Wer den Wagen gefahren hat, soll danach ein Lächeln auf dem Gesicht haben“.

Aston Martin RB AM 004
Neues Video vom V12-Hypercar 39 Sek.

Damit das nicht schon beim Einsteigen gefriert, haben Newey und Marek Reichmann früh mit einer Sitzkiste begonnen. „Ich bin 1,95 Meter groß, Andy Palmer ist auch ein gestandener Mann und wir haben gut Platz“, erklärt Reichmann. „Man soll mit dem Auto auch ganz normal im Alltag fahren können“, so Newey. Selbst im Stau solle man sich noch wohlfühlen. Und damit man abseits des Staus sorglos etwas schneller fahren kann, verspricht Newey natürlich auch die üblichen Fahrsicherheitssysteme, die sich freilich abschalten lassen werden.

Aston Martin Valkyrie RB 001 Foto: Aston Martin
Das Cockpitdesign ist ganz nah an einem Rennwagen.

Der jetzt enthüllte Innenraum zeigt jede Menge Carbon und ein abnehmbares, beidseiitig abgeflachtes Sportlenkrad mit zahlreichen Bedienelementen sowie verschiedene Displays – eben ein waschechtes Rennwagencokpit. Die Carbonsitzschalen sind fest am Fahrzeugboden fixiert, die Sitz- ist mehr eine Liegeposition. Verstellbar sind nur die Positionen von Lenkrad und Pedalerie. Screens an den A-Säulen zeigen das Bild der Außenkameras die die Rückspiegel ersetzen sollen.

Anfang 2019 sollen die ersten Kunden mit dem „schnellsten Straßensportwagen der Welt“ unterwegs sein können. Sie müssen zuvor aber etwa 3 Millionen Euro aufbringen. Dass es nicht mehr als 175 Glückliche werden, liegt allerdings nicht am Preis. Die Stückzahl ist limitiert, obwohl Aston Martin in ersten Veranstaltungen bereits etwa 350 „ernsthaft Interessierte“ gefunden hat. Die englische Luxusmarke baut 150 Exemplare des Valkyrie für die Straße und zusätzliche 25 Stück, die sich nur auf der Rennstrecke austoben dürfen, und ab 2020 ausgeliefert werden. Ein erster Straßen-Prototyp soll 2017 auf Testfahrt gehen. Und ob es überhaupt 175 Glückliche werden, ist gar nicht sicher. Vielleicht kauft sich ja auch jemand beide Versionen, und beglückt sich doppelt.

Neuester Kommentar

Als Kaeufer sollte man Moslem sein.
Nicht wegen dem Kaufpreis, sondern weil die an ein Leben nach dem Tod glauben.

henry 16. November 2017, 21:43 Uhr
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