Nick Heidfeld - GP England - Qualifying - 9. Juli 2011 xpb
Nico Rosberg - GP England - Qualifying - 9. Juli 2011
Polizisten - GP England - Qualifying - 9. Juli 2011
Michael Schumacher - GP England - Qualifying - 9. Juli 2011
Sebastian Vettel - GP England - Qualifying - 9. Juli 2011 50 Bilder

Heidfeld besorgt

Renault in freiem Fall

Nick Heidfeld machte ein sorgenvolles Gesicht. Sein Renault-Team rutscht immer weiter ab. Ob das mit den neuen Auspuffregeln zusammenhängt, konnte Heidfeld nicht sagen. Möglich ist es aber.

Renault begann die Saison als klare Nummer vier. Zwei dritte Plätze von Vitaly Petrov und Nick Heidfeld gaben Hoffnung, sogar Ferrari anzugreifen. Jetzt tummeln sich die schwarzen Autos in einem Pulk mit Williams, Toro Rosso und Force India. Tendenz fallend. Die Startplätze 14 und 16 in Silverstone waren eine herbe Enttäuschung. "Auf diesem Typ Rennstrecke haben wir uns besonders viel ausgerechnet", schüttelte Heidfeld den Kopf.

Das Trainingsergebnis war erschreckend. Beide Renault-Piloten flogen sang- und klanglos in der zweiten K.O.-Runde raus. Petrov fehlten auf die Spitze 2,3 Sekunden. Für Heidfeld war das Resultat noch frustrierender. Sein Rückstand auf den Teamkollegen betrug 1,1 Sekunden. "Ich muss erst einmal die Daten studieren. Es ist mir unerklärlich, warum ich so weit weg von Petrov bin. Am Reifen aufwärmen lag es diesmal jedenfalls nicht."

Renault betreibt Fehleranalyse

Nach der Analyse der Daten kam man drauf, dass möglicherweise ein Loch im vorderen Bereich des Unterbodens schuld war. "Deshalb ist im Diffusor die Strömung abgerissen", berichtete Heidfeld.

Vielleicht lag es auch daran, dass Heidfeld lange mit einer neueren Version des Heckflügels experimentierte, damit aber auf keinen grünen Zweig kam. "Das Ding hat nicht funktioniert." Soll heißen: Strömungsabriss in Normalstellung. In letzter Minute kam wieder ein älteres Modell zum Einsatz. "Wir konnten wegen der Probleme mit dem Flügel und wegen der sich ständig ändernden Auspuffregeln nicht vernünftig am Setup des Autos arbeiten. Das war alles andere als ideal", berichtete Heidfeld. Für das Rennen hofft der Deutsche jetzt: "Wir dürfen den Schaden am Unterboden reparieren. Vielleicht können wir uns doch noch etwas steigern."

Renault-Auspuff als Hauptproblem

In wieweit Renault von dem Verbot des aktiven Anblasens des Unterbodens in den Phasen des Gaswegnehmens betroffen ist, traute sich Heidfeld nicht zu sagen: "Wir haben Abtrieb verloren, aber es fühlt sich nicht so dramatisch an, dass es unseren riesigen Rückstand erklären würde." Adrian Newey ist da anderer Meinung: "Renault muss es am stärksten treffen, weil die das ganze Auto um diese Technik herum aufgebaut haben. Es gibt sonst keinen Grund, den Auspuff so weit vorne austreten zu lassen."

Teamchef Eric Boullier deutete bereits an, dass man das radikale Konzept noch einmal überprüfen wird. Vielleicht wird Renault schon am Nürburgring mit einem konventionellen Auspuff an den Start gehen.

Renault 2012 mit Cosworth-Motoren?

Renault befindet sich aber nicht nur wegen der Regeländerung auf dem absteigenden Ast. Leute verlassen das Team, die finanzielle Lage soll angespannt sein. Es gehen schon Gerüchte um, dass der Rennstall aus Enstone nächstes Jahr mit Cosworth-Motoren fährt. Das wird von den Verantwortlichen noch heftig dementiert.

Trotzdem ist man unruhig geworden. Der Schulterschluss des Konzerns mit seinem alten Partner Williams macht die Truppe von Gerard Lopez und Eric Boullier nervös. Renault verkaufte die News im Rahmen einer großen Show. Die Ex-Weltmeister Nigel Mansell, Damon Hill und Jacques Villeneuve standen Spalier. Offenbar auf Wunsch der Zentrale in Paris. Es sieht ganz so aus, als hätte Williams dem ehemaligen Werksrennstall in der Gunst von Renault bereits den Rang abgelaufen. Schlechte Ergebnisse und angeblich immer noch ausstehende Zahlungen für die Motoren machen die Sache nicht besser.

Motorsport Aktuell Taffin, Newey & Horner Formel 1 Technik-Streit in Silverstone Komödie im Auspuffkrieg geht weiter

Für Silverstone bleibt das heiße Anblasen des Diffusors verboten.

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