Nick Heidfeld im Pech

Fahrt mit dem Totalschaden

Nick Heidfeld Foto: xpb 19 Bilder

Bei Renault wurde ausgelassen gefeiert. Alles hatte man erwartet, aber nicht Platz drei für Vitaly Petrov. Den hätte man vor der Saison eher Nick Heidfeld zugetraut. Doch der Kubica-Ersatz hatte ein rabenschwarzes Wochenende.

Vitaly Petrov schreibt Motorsportgeschichte. Er ist der erste Russe, der in der Formel 1 auf das Podest der ersten Drei kletterte. Das wird in seiner Heimat einen Boom auslösen. Schon in Melbourne lief eine Vielzahl russischer Reporter durch das Fahrerlager.

Petrov hat hart an sich gearbeitet

Offenbar hat Petrov die Kurve gekriegt. Nach dem tollen Saisonfinale in Abu Dhabi, wo er Fernando Alonso zur Verzweiflung brachte, war der GP Australien der zweite starke Auftritt in Folge für Vladimir Putins neuen Vorzeige-Athleten. Konstant schnell, fehlerlos, kaltschnäuzig. Ob sein spezieller Freund Alonso ihm in der Schlussphase Sorgen gemacht hätte? "Der war in der Zielkurve viel zu weit weg, als dass er mich hätte angreifen können", winkte Petrov ab. Er gewöhnt sich langsam daran, mit Stars wie Alonso und Webber zu kämpfen.

Petrov hat über den Winter viel an sich gearbeitet. Vor allem an seiner Fitness. Das Team diktierte dem Mann aus Vyborg ein strenges Trainingsprogramm, Diät und viel Dialog mit den Ingenieuren. Nur Englisch spricht er weiterhin nur bruchstückhaft. Deshalb brauchen die Ingenieure Nick Heidfeld. Der Renault R31 mit seinem revolutionären Auspuffsystem ist ein heikles Auto. "Es hat lange gedauert, bis wir ihn aerodynamisch verstanden haben", gibt Petrov zu

Heidfeld bangt um Nummer 1-Status

Heidfeld muss Speed zulegen. Der erste Einsatz für Renault endete mit einer Enttäuschung.Nach einem Rennen wurde nicht ihm, sondern Petrov die Frage gestellt, ob er sich die Rolle des Teamkapitäns an Stelle des verletzten Robert Kubica zutraue. "Aber klar. Ich traue mir zu, dieses Team zu führen", kam nach einigem Zögern die Antwort aus Petrovs Mund.

Für Heidfeld wurde das Rennen zur Fortsetzung des missratenen Trainings. "Von Startplatz 18 ist normalerweise nicht viel zu machen. Aber nach der ersten Kurve lag ich schon auf Platz elf. Punkte wären auf jeden Fall drin gewesen", glaubt der Wahlschweizer. "Dann hat mich irgendein ToroRosso in den Kurven zehn und elf abgeräumt. Ich weiß nicht mal wer es war." Heidfelds Auto war ein halber Totalschaden. Teamchef Eric Boullier zeigte nach dem Rennen Handyfotos herum, wo man die aufgerissene rechte Seite des Renault sieht. "Ich habe 30 Punkte Abtrieb verloren. Das sind eineinhalb Sekunden pro Runde", rechnete Heidfeld vor. Er fuhr das Rennen tapfer auf Platz 12 zu Ende. Trotzdem weiß er: "Malaysia muss besser werden." Damit er und nicht Petrov die Nummer eins im Team wird.

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