Nico Hülkenberg exklusiv

"Checo fuhr ein anderes Auto"

Hülkenberg & Perez - GP Spanien 2014 Foto: xpb 59 Bilder

Nico Hülkenberg konnte seine Punkteserie auch im fünften Rennen fortsetzen. Allerdings hatte der Force India-Pilot nach dem Rennen einige Fragen an seine Ingenieure. Vor allem über die Pace des Teamkollegen wunderte sich der Rheinländer, wie er im Gespräch mit auto motor und sport verriet.

Schon im Qualifying haben Sie mit dem Auto in den langgezogenen Kurven von Barcelona gekämpft. War es im Rennen mit mehr Sprit besser oder anders?

Hülkenberg: Nein, eigentlich war es die gleiche Geschichte. Ich hatte leider keine wirklich gute Balance im Auto. Das war ziemlich unterschiedlich je nach Kurve - ob am Eingang oder am Ausgang - mal so mal so. Das war Kraut und Rüben - ziemlich schwierig. Das ganze Wochenende lief es nicht sehr harmonisch.

In den letzten Rennen hatten Sie Williams immer im Griff. In Barcelona sah Bottas besser aus.

Hülkenberg: Bottas war vom Reifenverschleiß und von der Pace stärker. Den hatte ich nie wirklich in Sichtweite. Da war keine Chance. Die scheinen einen besseren Schritt gemacht zu haben als wir.

Die Plätze 9 und 10 waren für Force India also das bestmögliche Ergebnis?

Hülkenberg: Für mich schon. Checo (Perez) hatte das ganze Rennen über das schnellere Auto. Er war auch in Sachen Reifenverschleiß besser unterwegs. Da müssen wir mal verstehen, was da an den Autos unterschiedlich war.

Waren die Autos anders abgestimmt? Oder hatte er andere Teile dran?

Hülkenberg: Die Autos waren ein bisschen unterschiedlich abgestimmt. Aber nicht so sehr, dass es so einen großen Unterschied machen sollte. Ich hab ihn während des Rennens viel im Rückspiegel beobachten können. Er lag ja drei Viertel des Rennens hinter mir. Es sah aus, als fährt er ein anderes Auto im Vergleich zu meinem.

Schon einen Verdacht, woran es lag?

Hülkenberg: Nein, noch nicht. Das müssen wir jetzt erst einmal verstehen.

Im direkten Zweikampf mit schlechteren Reifen bestand keine Chance ihn zu halten?

Hülkenberg: Nein, über kurz oder lang war klar, dass er vorbei kommt. Er ist mit DRS außen vorbei. Da gab es kein Halten. Er war ja auch danach deutlich schneller.

War das nun ein kleiner Dämpfer nach dem super Saisonstart?

Hülkenberg: Nein, so etwas haben wir eingerechnet. Es wäre vermessen zu erwarten, dass es so weitergeht wie in den ersten vier Rennen. Wir sind leider nicht das Top-Team mit dem riesen Budget, das ständig Mega-Updates bringt. Wir haben hier in Sachen Technik nur Peanuts gebracht. Das war anscheinend zu wenig. Dazu hat die Strecke unsere Schwächen schonungslos aufgedeckt. Unter diesen Umständen war es fast noch positiv, wenigstens einen Punkt mitgenommen zu haben.

Hatten Sie von diesen Schwächen vorher schon gewusst? Oder kam das überraschend?

Hülkenberg: Wir kannten die vorher schon. Aber irgendwie sind die dieses Wochenende noch einmal deutlicher herausgekommen als sonst.

Wissen Sie, was Sie dagegen tun müssen? Reicht Setup-Arbeit aus?

Hülkenberg: Nein, das ist eine Entwicklungssache. Da müssen wir mit Updates reagieren. Vor allem in Sachen Aerodynamik auf der Hinterachse.

Wie lange dauert das?

Hülkenberg: Da wird es wohl erst etwas Neues geben, wenn wir nach Kanada wieder zurück nach Europa kommen.

Sind Sie gegen die anderen Mercedes-Kundenteams in Rückstand geraten?

Hülkenberg: Die McLaren konnten wir im Rennen wenigstens schlagen. Ich sehe da noch keine große Trendwende.

Was ist in Monaco drin. Da gibt es diese langgezogenen Kurven ja nicht?

Hülkenberg: Stimmt. Trotzdem ist Monaco für uns eine Herausforderung. Ich glaube, dass es schwierig wird.

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