Nico Hülkenberg im Glück

"Wollte die Runde schon abbrechen"

Nico Hülkenberg - GP England 2014 Foto: xpb 79 Bilder

Nico Hülkenberg hat in der Regenlotterie von Silverstone das große Los gezogen. Der Force India-Pilot startet den GP England von Rang 4. Es hätte sogar noch weiter nach vorne gehen können. Beinahe hätte der Rheinländer aber auch komplett verwachst.

Nach dem problematischen Trainingsfreitag hellte sich die Miene von Nico Hülkenberg am Samstag (5.7.2014) deutlich auf. Im Chaos-Qualifying von Silverstone fuhr der Deutsche mit seinem letzten Run in die zweite Startreihe. 4 Sekunden lang stand der Name Hülkenberg auf dem Zeitenmonitor sogar ganz vorne. Am Ende kamen aber noch 3 Konkurrenten vorbei.

Der Force India-Pilot ist ein Spezialist für wechselhafte Bedingungen. Das Silverstone-Quali erinnerte von den Verhältnissen an Brasilien 2010, als Hülk seine erste und einzige Pole Position einfuhr. "Bei diesen Bedingungen spielt auch immer Glück eine Rolle. Das Timing muss passen. Man muss immer an der richtigen Stelle sein", gab sich der Pilot zurückhaltend.

Hoffnung bereits aufgegeben

Zunächst hatte es gar nicht gut ausgesehen. "Am Anfang vom Q3 haben wir richtig ins Klo gegriffen. Da sind wir als sehr spät rausgegangen und haben dann dafür bezahlt, weil es angefangen hat zu regnen. Die Runde zurück in die Box war so nass. Ich habe nur gedacht: Wie soll das gehen? Das funktioniert nie. Und auch auf der Outlap vom letzten Run habe ich gedacht, dass es hoffnungslos ist."

Eigentlich wollte Hülkenberg den letzten Run gar nicht starten. Er musste überredet werden. "Ich war eher skeptisch. Aber mein Team hat mir dann gesagt, dass ich raus muss." Auf der finalen Runde hieß es dann alles oder nichts. "Ich habe nur gedacht: Fahr einfach und hau das Auto nicht weg. Ich habe es Ausgangs Kurve 5 trotzdem fast verloren. Da habe ich viel Zeit liegen lassen, sonst hätte es glaube ich für den dritten Platz gereicht."

Hülkenberg denkt kurz an Abbruch der Runde

Hülkenberg gibt zu, dass er genau wie Hamilton überlegt hat, die Runde abzubrechen. "Ich habe an die Boxen gefunkt, dass sie mir einfach sagen sollen, wenn ich das Tempo rausnehmen soll. Ich habe nicht daran geglaubt, dass es noch was wird. Mein Renningenieur hat mir gesagt, dass er auch kurz überlegt hat. Aber ab Kurve 6 hätte ich dann sowieso nicht mehr abgebrochen, weil ich gemerkt habe, dass es sich immer besser anfühlt. Der Grip kam zurück und es war klar, dass man im letzten Sektor jede Menge aufholen wird, wo es vorher geregnet hat."

Als Hülkenberg 2 Stunden nach dem Qualifying bei strahlendem Sonnenschein vor dem Force India-Motorhome stand, konnte er immer noch nicht fassen, wie sich die Bedingungen in den letzten Sekunden änderten. "Wie schnell die Strecke von feucht auf trocken und wieder auf feucht gewechselt ist, das war unglaublich. Ich war das erste Auto draußen und die Strecke hat sich nasser als zuvor im Q3 angefühlt. Im letzten Sektor habe ich dann 4 Sekunden gutgemacht", schüttelte der Pilot den Kopf.

Kann Hülkenberg Platz 4 verteidigen?

Im Rennen muss Hülkenberg wohl wieder in den Verteidigungsmodus schalten. Hinter ihm stehen einige schnelle Autos. Vor allem Lewis Hamilton im Werksmercedes wird wohl irgendwann im Rückspiegel auftauchen. Wo genau Force India in Sachen Rennpace steht, weiß der lange Blonde noch nicht. "Vorhersagen sind unglaublich schwierig. Gestern war so ein ungewöhnlicher Tag. Wir haben sehr unter den windigen Bedingungen gelitten. Ich hoffe, das wird morgen besser."

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