Hülkenberg & Ricciardo - GP USA 2015 Wilhelm
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Lewis Hamilton - GP USA 2015
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Nico Hülkenberg im Interview

"Ich bin Rennfahrer und probiere es"

Nico Hülkenberg erklärt im Gespräch mit auto motor und sport seine Kollision mit Daniel Ricciardo, warum zuvor der Frontflügel abgefallen ist und wie es in den Runden zuging, als nur noch Sebastian Vettel und Nico Rosberg schneller waren.

Vor Ihrer Kollision mit Daniel Ricciardo ist rechts vorne der Frontflügel gebrochen. Eine Wiederholung des Ungarn-Problems?

Hülkenberg: Nein, das hatte keine strukturellen Gründe. Der Flügel war von einer Berührung mit einem Toro Rosso ein paar Runden vorher beschädigt.

War deshalb der Unfall mit Ricciardo unvermeidbar?

Hülkenberg: Es war ein Teil davon. Ich habe auf der Spur gebremst, auf der es noch ein bisschen feucht war. Dort war es schwieriger zu verzögern. Dann hatte ich vom Frontflügel her weniger Abtrieb, und beides zusammen war zu viel.

Ärgern Sie sich über sich selbst?

Hülkenberg: Klar, ist ärgerlich. Heute waren richtig fette Punkte drin. Der größte Schmerz ist: Das war ein cooles Rennen. Es hat unheimlich Spaß gemacht. Es war seit langem das beste Rennen, das wir gesehen haben. Dazu kommt die Bilanz der letzten Rennen. Es passieren einfach zu viele Unfälle. Blöderweise oft dort, wo wir Potenzial haben, ganz vorne zu landen. Aber das kannst du halt nur abrufen, wenn du auch die Zielflagge siehst.

Auf Slicks und nasser Fahrbahn waren Sie und Vettel die schnellsten?

Hülkenberg: Rosberg gehört da auch noch dazu.

Der fährt mit seinem Mercedes aber außer Konkurrenz.

Hülkenberg: Für mich sind das die Bedingungen, die ich am liebsten mag. Da kannst du es fliegen lassen und musst nicht den Reifen streicheln. Da hast du oft in der Kurvenmitte einen feuchten Fleck. Du weißt aber genau, dass dahinter wieder Grip kommt, rutschst drüber und musst stehenlassen. Andere zögern da vielleicht ein bisschen mehr. Das ist so ein bisschen ein Grenzbereich, und das gefällt mir gut.

In der Anfangsphase ging die Reise erst einmal rückwärts. Was war das los?

Hülkenberg: Auf Intermediates ging heute gar nichts. Da sind wir im Vergleich zu Regenreifen und Slicks generell etwas schwach. Irgendwas stimmt da nicht. Das müssen wir untersuchen. Ich hatte keine Balance, keinen Grip, hatte Mega-Probleme beim Anbremsen und beim Grip. Eigentlich war ich ganz froh darum, dass ich von 4 Autos in einer Runde überholt wurde. Danach konnte ich mal meine Dinge aussortieren und auf die Füße kommen.

Wie schwierig war es den optimalen Zeitpunkt von Intermediates auf Slicks zu erwischen?

Hülkenberg: War schon schwierig. Die Strecke hat einen komischen Asphalt. Du siehst nicht: Ist er trocken, ist er nass? Die Intermediates waren so abgeratzt, dass du nichts mehr gespürt hast. Davor haben es ein Lotus und ein Williams mit Slicks probiert, und die sind so verhungert da draußen, dass ich mir da nicht die Finger verbrennen und zu früh dran sein wollte. Im Nachhinein wäre eine Runde früher der goldene Griff gewesen.

War Ericsson der Auslöser, auf Slicks zu gehen?

Hülkenberg: Für uns eher Hamilton, Vettel und der Toro Rosso in unserer Gruppe. Dann war auf einmal Schalter an, und es ging richtig vorwärts.

Wo haben Sie sich zu diesem Zeitpunkt im Rennen gesehen?

Hülkenberg: Ich lag da gerade am fünften Platz. Der Toro Rosso war in Reichweite. Mit dem konnte ich auch mithalten. Also, ein vierter Platz wäre schon dringelegen.

Es ist der dritte Unfall in vier Rennen. Fahren Sie zu aggressiv?

Hülkenberg: Glaube ich nicht. Es ist nicht so, dass ich mit dem Messer zwischen den Zähnen daherkomme. Ich bin Rennfahrer und probiere es. Würde ich es nicht tun, würde das auch hinterfragt. Wenn es eine Chance gibt, musst du die beim Schopf packen. Heute hat es leider nicht geklappt. Man kann sich auch mal berühren, und es geht weiter. Wenn dann vorne die Aufhängung bricht, das das einfach unglücklich.

Haben Sie mit Ricciardo schon gesprochen?

Hülkenberg: Ja, aber er ist nicht sauer. Er weiß, dass es ein normaler Rennunfall war. Sein Rennen hat es eh nicht beeinflusst.

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