Nico Hülkenberg - Renault - Formel 1 - GP Brasilien - Sao Paulo - 14. November 2019 xpb
Nico Hülkenberg
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Formel 1 2020 ohne Hülkenberg

„F1-Rennen im TV werden traurig“

Nico Hülkenberg hat endlich Gewissheit. Der Formel-1-Zirkus spielt im Jahr 2020 ohne den langen Rheinländer. Was der Pilot stattdessen macht, konnte er am Donnerstag noch nicht sagen.

Viele seiner Kollegen bezeichneten es in den letzten Wochen als eine Sauerei, dass ein Fahrer vom Kaliber eines Nico Hülkenbergs bei der Verlosung der 2020er Cockpits leer ausgegangen ist. Doch gut eine Woche, nachdem Alfa Romeo mit Antonio Giovinazzi verlängerte und sich damit die letzte Tür schloss, hat sich der 175-fache GP-Teilnehmer bereits gut mit der Situation abgefunden.

Der 32-Jährige fand sogar die Muße, über mögliche Ersatzjobs zu scherzen: „Zur Auswahl stehen jetzt Pizzabäcker, Frisör, Zahnarzt, Schönheits-Chirurg oder Frauenarzt.“ Gleichzeitig betont Hülkenberg aber auch, dass er noch lange nicht vom Rennsport zurückgetreten ist, nur weil jetzt erst einmal mit der Formel 1 Schluss ist.

Hülkenberg suchte nach positiven Aspekten der F1-Pause: „Ich freue mich auf etwas mehr Freizeit und nicht mehr nach diesem Kalender leben zu müssen. Jetzt kann ich einige Dinge machen, für die ich in den letzten zehn Jahren keine Zeit hatte. Zum Beispiel will ich im Januar zu den Australian Open fahren und Tennis schauen. Das lag bisher immer genau in der Zeit, wo man in der Saisonvorbereitung viel in die Fabrik musste oder im Trainingslager war.“

Antonio Giovinazzi - Nico Hülkenberg - F1
Wilhelm
Antonio Giovinazzi schnappte Nico Hülkenberg das letzte offene Cockpit weg.

Abschied vom besten Sport

Der Blondschopf macht aber auch keinen Hehl daraus, dass er gerne in der Königsklasse weitergefahren werde: „Jetzt wo wir Gewissheit haben, bin ich gespannt, was mich erwartet. Natürlich ist ein Teil von mir auch traurig. Und wenn ich die Rennen am Fernseher verfolge, werde ich noch trauriger sein. Ich liebe diesen Sport. In der Formel 1 fahren die schnellsten und besten Autos der Welt.“

Der Renault-Pilot wolle sich bereit und fit halten, falls sich kurzfristig doch noch eine Möglichkeit zu einem Comeback ergibt. „Es wäre jetzt aber vermessen darauf zu hoffen, dass Ferrari nächstes Jahr plötzlich anruft und sagt: So Hülki, jetzt sind wir bereit für Dich. Da muss man Realist bleiben. Es steht alles in den Sternen. Es kann sich was ergeben, aber vielleicht auch nicht.“

Auch wenn in den Medien viel spekuliert wird, bestätigte Hülkenberg in Brasilien, dass noch keine Entscheidung zur Zukunft getroffen wurde. „Ich habe noch nichts unterschrieben. Und das wird so schnell auch nicht passieren. Ich habe zuletzt einige Anrufe von Rennteams bekommen. Ich will mir aber erst einmal die Zeit nehmen, für mich zu entscheiden, was ich machen will. Das kann etwas länger dauern.“

Die Gerüchte darüber, dass Hülkenberg in der DTM landen wird, dementierte der Rheinländer mit deutlichen Worten: „Das waren ein paar Kollegen von Euch, die offenbar gelangweilt zuhause gesessen und eine Story ohne Substanz produziert haben. Und ich muss mich dann dafür rechtfertigen. Das finde ich nicht fair.“

Nico Hülkenberg - Renault - Formel 1 - GP Brasilien - Sao Paulo - 14. November 2019
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Quo vadis Nico Hülkenberg?

Wechselt Hülkenberg in die IndyCar-Serie?

Auch als Simulator-Fahrer will Hülkenberg nicht enden. „Da würde mir das Herz bluten.“ Wahrscheinlicher ist ein Engagement in der US-IndyCar-Serie. Allerdings will Hülkenberg dabei nur auf Stadtkursen und normalen Rennstrecken antreten. „Ovale sind nicht so mein Ding.“

Noch immer ärgern sich viele Formel-1-Fans, wie es zu der Situation kommen konnte, dass Hülkenberg plötzlich ohne Cockpit dasteht. Auch er selbst konnte diese Entwicklung nicht absehen: „Das hat Mitte der Saison eine eigene Dynamik angenommen. Ich empfinde es aber nicht so, dass wir etwas falsch gemacht haben. Höchstens die kleinen Fehler in den Rennen, wie zum Beispiel in Hockenheim. Das war bitter. Das hatte auch eine Konsequenz für nächstes Jahr.“

Mittlerweile habe er sich aber mit seinem Schicksal abgefunden: „Die Würfel sind am Ende so gefallen. Mit Haas ist man sich einfach nicht einig geworden. Das ist auch okay. Jetzt ist die Situation so und ich komme auch gut damit klar.“

Den Abschied aus der Formel 1 nimmt Hülkenberg zum Anlass über seine berufliche Zukunft nachzudenken: „Irgendeine Aufgabe brauche ich. Das kann auch etwas Geschäftliches sein. Aber diesen Adrenalin-Kick zu haben und im Wettkampf zu sein, dass wird langfristig schon irgendwie ersetzt werden müssen.“

Das Fazit zu zehn Jahren in der Formel 1 fällt etwas durchwachsen aus: „Wenn ich zurückblicke, hätte einige besser laufen können. Es hätten die Podiumsplätze stehen können. Hier und da hätte sogar noch mehr rausspringen können. Das Potenzial für mehr war da. Ich kann aber damit leben. Ich muss auch damit leben, weil es sich sowieso nicht mehr ändern lässt. Ich bin im Reinen mit mir.“

Motorsport Aktuell Antonio Giovinazzi - Nico Hülkenberg - F1 Alfa Romeo behält Giovinazzi Hülkenberg ohne Cockpit in der Formel 1

Nico Hülkenberg muss sich nach Alternativen außerhalb der F1 umschauen.

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