Neuer Williams-Vertrag für Nico Hülkenberg?

"In einer Woche bekomme ich Bescheid"

Nico Hülkenberg Foto: Williams 143 Bilder

Nico Hülkenberg muss noch eine Woche zittern. Am Ende des Pirelli-Reifentests will ihm Williams sagen, ob er bleiben kann oder nicht. Bis jetzt betrieb der englische Formel 1-Rennstall ein nervtötendes Versteckspiel mit Hülkenberg.

Die Formel 1-Saison neigt sich dem Ende entgegen, und Williams-Pilot Nico Hülkenberg weiß immer noch nicht, wo er fährt. "Meine Zukunft ist bunt", lacht der Trainingsschnellste des GP Brasilien gequält. Soll heißen: Er kennt das Team noch nicht, für das er 2011 antreten wird. Sein Manager Willi Weber sagt: "Nico fährt im nächsten Jahr Formel 1. Wo, das kann ich noch nicht sagen."

Williams wartet auf das große Geschäft

Williams spielt ein Versteckspiel mit dem 13. der WM-Gesamtwertung. Notgedrungen. Im Budget des Traditionsrennstalls klafft ein großes Loch. Die Sponsoren RBS, Air Asia und Allianz sind weg, Philips fährt zurück. Geschäftsführer Adam Parr erklärte in Abu Dhabi großspurig: "Wir haben alle Verluste aufgefangen." Die Wahrheit sieht anders aus. Wäre es so, wäre Hülkenberg schon fix. Williams hat ein großes Geschäft in der Hinterhand, allein es fehlt die Unterschrift. Die möglichen neuen Geldgeber sitzen in Katar.

Nico Hülkenberg muss noch eine Woche zittern. Dann will ihm Adam Parr sagen, ob er bleiben kann oder nicht. "Es wird wahrscheinlich so laufen, dass ich ihn anrufe", schätzt der Deutsche nach seinen bisherigen Erfahrungen mit seinem Rennstall. Der betrieb eine Politik des Verschleierns. Es gab viele Fragen, aber wenig Antworten. "Der Austausch fand meistens per E-Mail statt", berichtet Hülkenberg. Weber wird deutlicher: "Sie haben uns bis jetzt ganz schön in der Luft hängen lassen."

Kaum Alternativen für Hülkenberg

Mit Frank Williams und Patrick Head, den beiden Hauptaktionären, wäre das anders gewesen. Sie sind Männer klarer Worte. Doch die Person, der heute über die Fahrer entscheidet, heißt Adam Parr. Ein Elitestudent, aber kein Racer. Bekommt Hülkenberg am 21. November eine Absage, könnte es eng für ihn werden. Seine Alternativen Renault und Force India sind praktisch besetzt. Bei Renault wird Vitaly Petrov das Rennen machen, bei Force India fällt die Wahl für das Cockpit neben Adrian Sutil zwischen Vitantonio Liuzzi und Paul di Resta.

Rubens Barrichello ist Insiderinformationen zufolge gesetzt. Solange Williams sein 2011er Budget nicht abgesichert hat, ist Pastor Maldonado mit seiner 17-Millionen-Dollar Mitgift eine Option. Doch Williams ist der Einsatz eines Rookies nicht geheuer. Man hätte gerne Maldonados Geld, will aber nicht eine weitere Saison mit dem Aufbau eines jungen Fahrers vergeuden. Dazu hat der Rennstall zu viel Zeit und zuviel Geld in Hülkenberg investiert. Jetzt, wo man die Früchte ernten könnte, gibt man den Deutschen ungern weg.

Deshalb arbeitet Williams an einer Ersatzlösung, die allen Beteiligten hilft. Der Rennstall aus Grove lässt Maldonando kommende Woche einen Tag im eigenen Auto testen und vermittelte ihm einen Dreitagestest bei Hispania. Der Plan liegt auf der Hand. Maldonado soll ein Jahr bei Hispania lernen und 2012 einen Stammplatz bei Williams bekommen. Wenn er sich bewährt. Hispania könnte einen Teil des Maldonados-Geldes gut gebrauchen und ist für einen Neuling vielleicht nicht die schlechteste Option. Das Auto wird nächstes Jahr von Toyota gebaut, und das Getriebe kommt von Williams.

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