Formel 1: Williams-Pilot Nico Hülkenberg

"Ein neues Auto ist wie ein neuer Schuh"

Bilder vom ersten Testtag in Jerez 2010 Foto: xpb 42 Bilder

Nico Hülkenbergs zweiter Testtag von Jerez begann mit einem Hydraulikdefekt. Das bedeutete drei Stunden Stillstand. Nach nur 67 Runden war der Williams-Pilot trotzdem zufrieden. "Ich lerne mein Auto immer besser kennen. Ein neues Auto ist wie ein neuer Schuh."

In Valencia war Nico Hülkenberg noch skeptisch. Alles war noch neu. Sein Williams untersteuerte, und es fehlten die Kilometer, um mit dem Auto auf Du und Du zu sein. Das hat sich nach zwei Testtagen in Jerez komplett geändert.

"Als ich am zweiten Testtag in Jerez in meine Auto gestiegen bin, hat sich alles vertraut angefühlt." Hülkenberg vergleicht den Anfreundungsprozess an ein neues Rennauto wie das Einlaufen neuer Schuhe: "Am Anfang drücken sie noch, und du holst dir Blasen. Mit jedem Tag laufen, wird es besser. Und dieser Schuh passt mir jetzt schon wie angegossen."

Hülkenberg mit viel Arbeit

Das lästige Untersteuern ist deutlich besser geworden. Williams baute dafür die komplette Gewichtsverteilung um. "Untersteuern hat doch jeder", winkt Hülkenberg ab. "Der eine mehr, der andere weniger. Das hängt auch von der Strecke, vom Asphalt und den Reifentypen ab. Wir haben einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, aber es liegt noch viel Arbeit vor uns."

Der erste Teil der Testfahrten dreht sich darum, das Auto verstehen zu lernen und die Teile auf Haltbarkeit zu prüfen. "Du schrubbst so viele Kilometer runter wie möglich und fährst die Teile bis an die Belastungsgrenze", erklärt der Blondschopf.

Kein Kontakt mit der Konkurrenz

Dass er nun mit Michael Schumacher auf der gleichen Strecke fährt, einem Fahrer, der zum ersten Mal Weltmeister wurde als Hülkenberg zarte sechs Jahre alt war, lässt den Neuling kalt. "Ich habe Michael kein einziges Mal gesehen. Du kriegst als Fahrer von deinen Kollegen wenig mit, weil das Programm so voll gepackt ist, dass keine Zeit für eine Tasse Kaffee mit den anderen bleibt."

Auch ein Vorab-Fazit lässt sich nicht ziehen. "Jeder fährt sein eigenes Programm. Der Alonso spult am morgen 50 Runden ab, Buemi fährt Bestzeit. Aber weiß ich, ob er 25, 50 oder 75 Kilo Sprit im Tank hat? Du kümmerst dich um deine eigenen Probleme, versuchst rauszufinden, wie dein Auto auf bestimmte Setupänderungen reagiert und hast höchstens eine ungefähre Ahnung wo du stehst, aber richtig schlau werden wir erst in Bahrain sein."

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