Hülkenberg schimpft über Halo

"Das sieht furchtbar aus"

Ferrari - Halo - Cockpit-Schutz - Barcelona-Test - Formel 1 Foto: Stefan Baldauf 65 Bilder

Nico Hülkenberg ist kein Freund des neuen Cockpitschutzes. Nach dem ersten Test von Kimi Räikkönen mit dem Heiligenschein fand der Deutsche klare Worte. Seiner Meinung nach müsse man ein Restrisiko akzeptieren und auf die Einführung verzichten.

Der erste Test des neuen Formel 1-Cockpitschutzes spaltet die Fahrergemeinschaft. Während Nico Rosberg von der Verbesserung der Sicherheit schwärmt, können andere gar nichts mit dem Rundbügel über dem Helm anfangen. Einer der wenigen Piloten, der sich traut offen und kritisch seine Meinung zu den Thema zu sagen, heißt Nico Hülkenberg.

Schon früher hatte sich der Rheinländer skeptisch geäußert. Nachdem Räikkönen nun die erste Testrunde mit dem "Heiligenschein" drehte, feuerte Hülkenberg eine satte Breitseite ab: "Ich halte davon gar nix. Es sieht einfach furchtbar aus", schimpfte Hülkenberg in einer Klarheit, wie man sie in der heutigen Formel 1 nur selten sieht.

Hülkenberg warnt vor Verweichlichung der Formel 1

"Wir müssen den Sport attraktiv lassen", legte der Deutsche nach. "Die Sicherheit ist schon sehr gut geworden. In den letzten 20 Jahren wurde so viel getan. Wenn man sich mal aktuelle Unfälle anschaut und wie einfach man danach ohne Kratzer aus dem Auto steigt - das ist schon beeindruckend. Man kann nicht jedes Risiko ausschließen. Da muss eine gewissen Balance gewahrt bleiben. Ich fühle mich auch so ziemlich sicher im Auto."

Hülkenberg macht sich sorgen, dass die Attraktivität der Formel 1 mit dem Bügel sinkt. Und diese Sorge scheint auch berechtigt: Mehr als 70 Prozent der Fans lehnen den Cockpitschutz ersten Umfragen nach ab. "Das macht den Sport unsexy und unattraktiv", findet Hülkenberg. "Es muss ein gewisses Gefahrenpotenzial vorhanden sein. Sonst wird der Sport sterilisiert. Damit senden wir ein falsches Signal. Optisch gefällt es mir überhaupt nicht. Es sieht einfach falsch aus. Wir dürfen hier nicht verweichlichen."

Räikkönen nicht zufrieden mit Sicht

Nicht nur aus ästhetischen Gesichtspunkten gibt es noch Diskussionsbedarf. Kimi Räikkönen, der die erste Runde mit dem "Halo-Concept" gedreht hatte, wurde von Ferrari zunächst so zitiert, als seien die Sichtverhältnisse aus der Cockpit-Perspektive "okay". Am Abend klang das aus dem Mund des Finnen dann allerdings etwas anders. "Die Sicht ist eingeschränkt. Aber es ist ja noch nicht die endgültige Version. Vielleicht ändert es sich ja noch."

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