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Nico Hülkenberg über Carlos Sainz

"Jung und wild, aber schnell"

Nico Hülkenberg - GP Japan 2017 Foto: xpb 66 Bilder

Nico Hülkenberg konnte sein Punktekonto in Japan nicht ausbauen. Dafür bekam er einen neuen Teamkollegen, der Ihn bei Renaults Kampf um Platz 5 unterstützen soll. Im Interview spricht der Rheinländer über den Suzuka-Frust und Carlos Sainz.

12.10.2017 Tobias Grüner

Zum vierten Mal in Folge keine Punkte. Dabei sah es lange Zeit gar nicht so schlecht aus, oder?

Hülkenberg: Ja, wir sind auf dem harten Reifen losgefahren und hatten einen langen ersten Stint geplant. Das war eigentlich ganz gut. Ich hatte über weite Teile freie Fahrt. Da habe ich natürlich Druck gemacht. Am Ende waren die Reifen aber ziemlich abgelutscht.

Zwischendurch ging es kurz mal durch den Kies.

Hülkenberg: Mit dem Ausrutscher in der zweiten Degner-Kurve habe ich mir das Leben nicht gerade leichter gemacht. Das hat vier Sekunden gekostet. Deshalb bin ich nach dem Boxenstopp auch hinter der Gruppe mit Massa und den Haas rausgekommen.

Wären die ohne den Ausfall noch einzuholen gewesen?

Nico Hülkenberg - GP Japan 2017 Foto: sutton-images.com
Ein DRS-Defekt beendete das Rennen von Nico Hülkenberg vorzeitig.

Hülkenberg: Ich glaube schon. Ich konnte ja sofort aufschließen. Der Grip war plötzlich sensationell gut. Im Vergleich zu den alten Soft-Reifen hat sich das auf einmal angefühlt wie im Qualifying. Aber das habe ich mir ja auch durch den langen ersten Stint hart erarbeitet. Mit den frischen Supersoft-Reifen war ich gut aufgestellt für den letzten Stint. Ich glaube schon, dass ich die anderen noch bekommen hätte und auf Platz 8 gelandet wäre.

Was war genau das Problem am DRS, das dann zur Aufgabe geführt hat?

Hülkenberg: Da ist irgendein Metallteil gebrochen, das wir auf die Schnelle nicht mehr reparieren konnten. Das war dann leider das Ende des Rennens. So ist der Rennsport. Shit happens.

War das Auto im Rennen wieder besser als im Qualifying?

Hülkenberg: Es war okay. Wir haben immer noch unsere Probleme. Aber bis auf Force India hatten wir glaube ich alle Mittelfeld-Autos im Griff.

Nach der Sommerpause sah Platz 5 für Renault in der Teamwertung nach einer reinen Formsache aus. Glauben Sie jetzt noch daran?

Hülkenberg: So ist die Formel 1. Wenn wir so wenig punkten, machen wir uns das Leben selbst schwer. Aber wir haben ja noch vier Rennen. Ich bekomme jetzt einen neuen Teamkollegen. Ich denke, dass da alles noch möglich ist. Wir liegen 24 Punkte hinter Williams. Da müssen wir uns natürlich strecken und ein paar gute Resultate einfahren. Nur achte Plätze reichen natürlich nicht.

Was halten Sie von Ihrem neuen Teamkollegen Carlos Sainz?

Hülkenberg: Ich kenne ihn bisher nur aus dem Fahrerlager. Er ist ein ambitionierter Fahrer. Teilweise noch etwas jung und wild, aber sicher schnell.

Freut man sich auf den frischen Wind durch einen neuen Teamkollegen?

Hülkenberg: Was heißt freuen? Es ist okay. Ich werde weiter unbeeindruckt mein eigenes Ding machen.

Wie groß ist der Nachteil, wenn man zu solch einem späten Zeitpunkt in der Saison plötzlich ein neues Auto fahren muss?

Hülkenberg: Das ist schwer einzuschätzen. Natürlich braucht man immer eine gewisse Eingewöhnungszeit. Das müssen wir abwarten.

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