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Nico Rosberg

Beim Heimspiel zehn Startplätze zurück?

Foto: Wolfgang Wilhelm 54 Bilder

Williams erwägt beim Großen Preis von Europa am Nürburgring (7.5.) einen vorzeitigen Motorwechsel. Motorenpartner Cosworth befürchtet, dass die in Imola verwendeten Achtzylinder kein zweites Rennen durchstehen.

27.04.2006 Markus Stier

Trotz widrigem Wetter in Silverstone dreht das Williams-Team äußerst fleißig seine Runden. Am ersten Tag der Testfahrten überbot kein anderer die Williams-Stammfahrer Mark Webber und Nico Rosberg an Ausdauer, Rosberg war mit 108 Runden der Rekordhalter.

Der Grund für die andauernde Testarbeit liegt nicht nur in der durch limitierte Laufleistung an den GP-Wochenenden fehlenden Praxis des Wiesbadeners, vielmehr versucht das Team einem geheimnisvollen Motorensterben auf die Spur zu kommen. Regelmäßig werden bei einem Beschichtungsprozess Pleuel an den Cosworth-Motoren beschädigt, die später brechen - und zwar immer im zweiten Lebenszyklus des Motors.

Die aktuellen Achtzylinder müssen zwei GP-Wochenenden überstehen. Daraus ergibt sich eine Gesamtlaufleistung von mindestens 1.000 Kilometern. Wenn die Cosworth-Aggregate jenseits von 700 Kilometern sind, gehen sie regelmäßig ein. So fiel Nico Rosberg in Malaysia mit Motorschaden aus.

Sam Michael: Hoffen auf verrücktes Wetter

Aus Furcht, beim kommenden Rennen am Nürburgring erneut mit Motorschaden zu stranden, erwägt das Williams-Team, an beiden Autos die Motoren zu wechseln und damit zehn Startplätze einzubüßen. In der taktischen Überlegung spielt auch das Wetter eine Rolle: "Am Nürburgring kann es zu dieser Jahreszeit verrückte Wetterbedingungen geben. Da wirkt sich eine schlechte Startposition vielleicht gar nicht so stark aus", sagt Technik-Chef Sam Michael.

Versuche, dem technischen Problem auf die Spur zu kommen, scheiterten bisher. Allein bei den Tests in Barcelona vor dem Imola-GP strandete Testfahrer Alexander Wurz drei Mal mit Motorschaden. "Wir haben weder das Geld, noch das Personal, um darauf schnell zu reagieren", sagt Cosworth-Chef Alex Hitzinger.

David gegen Goliath

Tatsächlich arbeiten bei Cosworth 150 Mitarbeiter, bei einigen Werksteams werken drei Mal so viele Fachkräfte in der Motorenfabrik. Das Cosworth-Budget von 20 Millionen Dollar überschreiten die großen Hersteller um das Zehnfache. Neben fehlendem Personal leidet Cosworth vor allem an aus Kostengründen deutlich reduzierten Prüfstandsversuchen.

"Das sind die Gründe, die für die Zusammenarbeit mit einem Hersteller sprechen", sagt Teamchef Frank Williams. Der Brite will 2007 mit Toyota-Motoren antreten, Cosworth hat außer Toro Rosso zur Zeit keinen anderen Kunden, der das Überleben der Motorenschmiede sichern kann.

Die Hoffnung von Cosworth heißt David Richards. 2007 wird das Toro Rosso-Team auf das Red Bull-Chassis RBR2 und V8-Motoren umrüsten. Mit dem einzig verbliebenen Partner soll ein Jahr überbrückt werden, um weiter im Geschäft zu bleiben. Danach könnte ein längerfristiger Vertrag mit dem neuen Formel 1-Team von David Richards der legendären Motorenfirma für eine Weile aus der Bedrouille helfen.

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