Nico Rosberg enttäuscht

"Ein Red Bull-Sieg, das ist nix"

Nico Rosberg - GP Kanada 2014 Foto: xpb 66 Bilder

Nico Rosberg war der heimliche Sieger von Montreal. Mit seinem zweiten Platz baute er die Führung im Gesamtklassement deutlich aus. Doch trotz des guten Resultats war der Mercedes-Pilot nicht zufrieden. Lieber hätte er einen Sieg und weniger Punkte Vorsprung.

Nico Rosberg wusste nach dem Rennen nicht ganz ob er sich über Rang 2 freuen konnte. Er hatte gerade eine 70-Runden-Schlacht hinter sich und dank einer kämpferischen Glanzleistung Platz 2 gesichert. Durch den 7. Podiumsplatz der Saison konnte er sich in der WM-Wertung 22 Punkte von Teamkollege Lewis Hamilton absetzen. Danach hatte es in der 36. Runde nicht ausgesehen.

Beide Mercedes gleichzeitig mit KERS-Ausfall

Plötzlich ging innerhalb von 20 Sekunden bei beiden Piloten die KERS-Energie flöten. Eine überhitzte Steuerbox sorgte für einen Leistungsverlust von 160 PS beim Beschleunigen. Kurzzeitig herrsche im Cockpit Panik, wie Rosberg nach dem Rennen zugab: "Der erste Gedanke war: Das Rennen ist gelaufen - zumindest Mal gegen meinen Teamkollegen. Der wäre ja nach 3 Kurven vorbeigekommen. Dann habe ich gemerkt, dass er auch nicht vorbeikommt und habe gedacht: Was ist denn jetzt los? Dass wir gleichzeitig das gleiche Problem haben, ist verrückt."
 
Von den Ingenieuren kam eine Anweisung nach der anderen ins Cockpit, um die Auswirkung des Problems zu lindern. Ohne KERS werden die hinteren Bremsen deutlich mehr belastet. "Ich musste so viele Knöpfe drücken und Sachen verstellen. Wegen der langsameren Geschwindigkeit musste ich meine Bremspunkte anpassen. Dann musste ich noch die Bremsbalance anpassen und die Bremsen schonen. Und Lewis hat mir direkt im Getriebe gesteckt. Das war ziemlich schwierig", erklärt Rosberg.

"Erst als ich meinen Rhythmus gefunden habe, ging es besser. Ich konnte attackieren und bin eine Qualifying-Runde nach der anderen gefahren." Immerhin war der Spritverbrauch plötzlich kein Thema mehr. "Wegen dem Schongang in Sachen Bremsen habe ich nicht so viel verbraucht. Ich musste schon früher vor den Kurven vom Gas. Außerdem hat uns das Safety-Car in den ersten Runden geholfen."

Perez hilft Rosberg gegen Red Bull

24 Sekunden betrug der Vorsprung auf Sergio Perez in Runde 33, kurz bevor der Mexikaner zum ersten Boxenstopp abgebogen war. Als die beiden Mercedes in Runde 46 ihren zweiten Reifenwechsel hinter sich hatten, waren nur noch 8 Sekunden davon übrig. Zwei Runden später waren es nur noch 2,5 Sekunden. Dann machte sich der Force India auch schon formatfüllend im Rückspiegel bemerkbar. Dahinter bildete sich schnell ein kleiner Stau. Zwischenzeitlich lagen die ersten 8 Autos innerhalb von 7,2 Sekunden.

"Ich wusste, wenn einer vorbeigeht, dann gehen alle vorbei", berichtete Rosberg später. Am Ende musste er mit Daniel Ricciardo aber nur einen Konkurrenten passieren lassen. Perez hielt den Rest lange genug in Schach. "Das war heute Schadensbegrenzung. Das war vom Ergebnis her noch ein vernünftiger Tag", atmete Rosberg durch.

Rosberg lässt sich nicht informieren

Dabei wusste der WM-Spitzenreiter in den letzten Runden gar nicht, dass er gegen Ricciardo um den Sieg fährt. Informationen über seine aktuelle Platzierung habe er sich bewusst nicht geben lassen, um sich nicht abzulenken: "Ich habe nicht gefragt, weil es mir egal war. Ich wusste, was meine Aufgabe ist. Da ist ein Zug hinter mir und ich muss die aufhalten. Es war mir lieber, dass ich nicht weiß, dass ich Erster bin. Sonst wäre die Anspannung noch höher gewesen."
 
Trotz der Schadensbegrenzung ärgerte sich der Deutsche aber auch, dass er die Mercedes-Siegesserie nicht verlängern konnte. "Das ist eine große Enttäuschung für uns. Ein normaler Doppelsieg wäre mir lieber gewesen. Ich habe keine Lust, dass Red Bull gewinnt. Das ist nix. Wir wollen sie die ganze Zeit schlagen."

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