Interview mit Niki Lauda nach dem GP Singapur 2017

„Eine kleine Vorentscheidung“

Niki Lauda & Toto Wolff - GP Singapur 2017 Foto: Wilhelm 21 Bilder

Niki Lauda fiel ein Stein vom Herzen. Mercedes gewinnt auf einer Ferrari-Strecke. Wir sprachen mit dem Mercedes-Außenminister über die Verwandlung des Autos, die Situation in der WM und den Startcrash.

Wieso waren die Mercedes im Training so langsam und im Rennen so schnell?

Lauda: Das kann dir kein Mensch erklären. Ich schon gar nicht. Wenn du mit Intermediates im Regen losfährst, ist sowieso alles anders. Da war unser Auto wieder in der Balance. Als wir dann auf die Trockenreifen gewechselt haben, haben wir unter den Bedingungen vom Sonntag auf einmal den Grip gefunden.

Lag es an den kühleren Temperaturen?

Lauda: Im Prinzip ja. Aber warum das so ist, weiß keiner.

Auch eure schlauen Ingenieure nicht?

Lauda: Auch die nicht. Im Training sind wir vom Unter- ins Übersteuern gefallen. Im Rennen ist das Auto plötzlich in Balance, und der Lewis fährt die schnellsten Runden. Das Auto kam wieder zusammen, und dann geht‘s. Warum, müssen wir klären.

Wie wichtig ist es, diese Frage zu beantworten?

Lauda: Wir müssen verstehen, wann die Reifen so arbeiten, dass wir Balance ins Auto kriegen. Das ist der springende Punkt. Im Training haben wir es nicht geschafft. Unter anderen Bedingungen ging es plötzlich.

War das eine Vorentscheidung in der WM?

Lauda: Mit 28 Punkten Vorsprung heimfahren, ist schon mal nicht schlecht. Bis jetzt hatten wir immer nur Abstände von zwei, drei Punkten in die eine oder andere Richtung. 28 sind schon ein Polster. Ich würde sagen: Das war eine kleine Vorentscheidung.

Umso mehr, weil Mercedes auf einer Ferrari-Strecke gewonnen hat?

Lauda: Für Ferrari war es logischerweise eine Voll-Katastrophe. In Singapur hätten sie volle Punktzahl machen können und fahren mit null nach Hause.

Wer trägt die Schuld beim Startcrash?

Lauda: Es ist ganz einfach. Sebastian hat das gemacht, was der Mann an der Spitze immer macht. Er hat gemerkt, dass der Verstappen kommt und will ihm die Tür zumachen und ihn abdrängen. Was er nicht sehen konnte ist, dass auf der anderen Seite Kimi angeflogen kam. Der arme Verstappen kann null dafür, der Kimi noch weniger.

Kann man Vettel einen Vorwurf machen, wenn er nicht wissen kann, wo Räikkönen ist?

Lauda: Du kannst so lang diskutieren wie du willst. Er hat keine Punkte gemacht. Also war was falsch. Es war auf jeden Fall unnötig. Wenn das unseren Fahrern passiert wäre, müssten wir intern drüber reden. Wäre Vettel gerade weitergefahren, wäre er als Erster in die erste Kurve reingekommen. Das Risiko, mit dem Schlenker nach links eine Kollision auszulösen, war einfach zu groß.

Ihre Prognose für Malaysia?

Lauda: Da sollten wir wieder normal unterwegs sein. Da geht es wieder rund zwischen Ferrari und uns und vielleicht Red Bull. Für den Moment bin ich hochzufrieden.

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