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Lungentransplantation bei Niki Lauda

Lauda wieder bei Bewusstsein

Niki Lauda - Mercedes - Formel 1 Foto: xpb 72 Bilder

Nach seiner erfolgreichen Lungenransplantation ist Niki Lauda weiter auf dem Weg der Besserung. Der dreifache F1-Weltmeister ist aus dem künstlichen Koma erwacht und atmet wieder selbständig. Seine Familie durfte ihn bereits besuchen.

09.08.2018 Tobias Grüner

Gute Nachrichten aus dem Krankenhaus in Wien. Niki Lauda ist weiterhin auf dem Weg der Besserung. Der 69-Jährige Österreicher hatte sich am Donnerstag (2.8.2018) überraschend einer Lungentransplantation unterziehen müssen. Auf einer Pressekonferenz erklärten die behandelnden Ärzte nun, dass die Situation vor der Operation extrem kritisch war.

Kritische Situation vor der OP

Demnach hatte Lauda eine besonders schwere Art der Lungenentzündung, bei der Blut in das Lungengewebe und die Lungenbläschen eingedrungen ist. Dadurch wurde die Sauerstoff-Versorgung nach und nach so stark eingeschränkt, dass höchste Lebensgefahr bestand. Lauda wurde zwar an eine Lungenmaschine angeschlossen, hätte aber ohne die Transplantation nicht mehr lange überlebt.

Durch die Medikamentengabe versagte kurzzeitig auch die Niere, die ihm Ehefrau Birgit 2005 gespendet hatte. Die Ärzte konnten die Funktion aber glücklicherweise wieder herstellen. Inzwischen arbeite die Niere wieder normal. Nach der Lungentransplantation wurde Lauda kurz in ein künstliches Koma versetzt. Mittlerweile ist der berühmte Patient aber schon wieder bei vollem Bewusstsein und kann selbstständig atmen.

Der Verlauf ist sehr erfreulich. Wir freuen uns, dass alles stabil ist. Wir liegen genau im Ziel und hoffen, dass es so weiter geht„, erklärte Professor Christian Hengstenberg auf einer Pressekonferenz. Alle Organe funktionieren. Der Körper habe die neue Lunge gut angenommen. Aktuell führen die Ärzte eine spezielle Therapie durch, um die vollständige Genesung sicherzustellen.

Noch liegt Lauda auf der Intensivstation. Wann er das Krankenhaus verlassen kann, hängt vom weiteren Entwicklung ab. Lauda kann aber schon wieder die ersten Besucher empfangen. Sollte es weiter so positiv verlaufen, könne der Mercedes-Aufsichtsrat bald schon wieder in sein normales Leben zurückkehren, so die Ärzte. Die Überlebens-Chance in vergleichbaren Fällen liege bei mehr als 90 Prozent im ersten Jahr und ungefähr 75 Prozent nach fünf Jahren.

Lauda entwischt dem Tod

Niki Lauda - McLaren MP4/2 Foto: xpb
Niki Lauda in seinem McLaren MP4/2.

Niki Lauda ist ein Kämpfer, der selbst die schwersten Hürden zu überwinden weiß. Das hat der Formel 1-Weltmeister von 1975, 1977 und 1984 oft bewiesen in der Vergangenheit. Lauda spricht von sich aus nicht gern über den 1. August 1976 – jenen Tag, als er auf der berühmt-berüchtigten Nordschleife des Nürburgrings mit seinem 500-PS-Ferrari mit Tempo 220 gegen eine Böschung krachte, sein Wagen in Flammen aufging, und er nach qualvollen 40 Sekunden gerettet wurde. Fünf Tage kämpften die Ärzte damals um sein Leben. 42 Tage nach dem Horror-Unfall bestritt Lauda den GP Italien. Und wurde in Monza als Vierter wie der Sieger gefeiert.

Als schlimmstes Ereignis nennt Niki Lauda den Absturz einer Boeing 767-300 seiner früheren Fluggesellschaft Lauda Air über Thailand, bei dem am 26. Mai 1991 alle 223 Insassen ums Leben kamen. Ursache war ein technischer Defekt am Triebwerk. Seinen Lebensmut hat Lauda trotz vieler Rückschläge nie verloren. Zu den Schicksalsschlägen gehörte auch eine schwere Nierenerkrankung, die zwei Transplantationen notwendig machte – eine Niere spendete ihm sein Bruder Florian.

Neuester Kommentar

Mittlerweile schält sich heraus, dass es um den Erhalt des Lebens von Niki Lauda wesentlich düsterer aussieht, als erhofft. Wäre es besser, würde man mehr stolze Ärzte und Angehörige hören, aber dem ist nicht so. Seine Niere macht zudem Zicken, what is next?

Nicht schwierig zu erahnen, dass langsam Ende der Fahnenstange erreicht ist, mehr schafft dann ein fast 70 Jahre alter Körper nicht und der ist kein Formel-1-Auto, an dem man beliebig oft Teile austauschen kann.

Aber vielleicht hat er noch ein paar gute Tage, kann man ihm nur wünschen.

Nabob 14. August 2018, 11:41 Uhr
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