Norbert Haug im Interview

Für Mercedes war 2010 nicht mehr drin

Norbert Haug und Michael Schumacher Foto: xpb 25 Bilder

Das Mercedes-Werksteam wird seine Premieren-Saison weit hinter der Formel-1-Spitze beenden. Auch der reaktivierte Rekordweltmeister Michael Schumacher konnte dem Rennstall keine Flügel verleihen. In Abu Dhabi zog Sportchef Norbert Haug Bilanz.

Welche Schulnote würden Sie Ihrem Team am Ende der ersten Saison von Mercedes GP geben?
Haug: Das ist ziemlich einfach: Der Sieger bekommt 'ne 1 und wir sind Vierter. Wir müssen Schritt für Schritt drei Plätze weiter nach vorne kommen und das werden wir auch schaffen, wenn es auch dauern wird.

Wie groß ist inzwischen noch die Enttäuschung darüber, dass sich das Team schon so früh aus dem Titelkampf verabschieden musste?
Haug: Wir sind nicht enttäuscht, wir sind total motiviert, besser zu werden. Als junges Team war 2010 nicht mehr drin als hinter den mit mehr Personal und mehr Budget operierenden WM-Aspiranten-Teams an vierter Stelle zu rangieren. Aber das wollen wir ändern und das werden wir ändern.

Ist die Fehleranalyse bereits abgeschlossen oder stehen noch umfassendere Konsequenzen aus dem Abschneiden dieses Jahres aus?
Haug: Wir müssen ein schnelleres Auto bauen, und da sind wir für 2011 ordentlich unterwegs. Hätte unser Team das schnellste Auto im Feld gehabt, hätte ich uns auch schon 2010 die WM-Titel zugetraut.

Wie bewerten Sie nach der Erfahrung dieser Saison die Entscheidung, Michael Schumacher für ein Comeback zu gewinnen?
Haug: Als rundum positiv. Und Michael hat gerade in den letzten sechs Rennen des letzten Saisondrittels innerhalb der Möglichkeiten unseres technischen Pakets durchaus gut ausgesehen.

Was spricht aus Ihrer Sicht dafür, dass Schumacher im kommenden Jahr wieder ins Titelrennen eingreifen kann?
Haug: Ein gutes, schnelles und zuverlässiges Auto.

Wie groß sehen Sie den möglichen Vorteil, im Vergleich zu den anderen Teams schon früh mit der Entwicklung des neuen Autos begonnen zu haben?
Haug: Als nicht groß. Aber wir werden 2011 ein besseres Auto haben. Welche Fortschritte die Konkurrenz macht, können wir aber nicht beurteilen.

Hat sich die Erwartungshaltung der Daimler-Konzernspitze an das Formel-1-Projekt verändert, ist der interne Druck gewachsen?
Haug: Wir wollen mittelfristig regelmäßig um Siege und Titel fahren. Kein Teammitglied - und schon gar nicht ich - hat hier eine andere Erwartungshaltung als unser Vorstand. Und Druck machen wir uns selbst im Team. Nur der selbstgemachte Druck bringt Dich voran. Wer gewinnen muss, hat schon verloren, wer gewinnen will - und härtest dafür arbeitet und alles andere dahinter zurückstellt - wird auch gewinnen. Und wir haben in der Vergangenheit gewonnen und werden auch in Zukunft gewinnen.

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