Nürburgring-GP

Formel 1 als Billigangebot

Update ++ Preise ++ Mit drastischen Preisreduzierungen und einem größeren Rahmenprogramm soll das Formel-1-Wochenende auf dem Nürburgring Ende Mai wieder attraktiver werden. Damit reagieren die Betreiber der Rennstrecke auf den Zuschauerrückgang im vergangenen Jahr.

Rund um den Großen Preis von Europa am 30. Mai wird das Programm von drei auf vier Tage erweitert. Mit unter anderem einem "Schnuppertag" am Donnerstag, Verlosungen und Autogrammstunden mit den Formel-1-Stars soll neues Publikum angelockt werden.

"Die Formel 1 verkauft sich nicht mehr von selbst. Die Kosten steigen jedoch von Jahr zu Jahr", sagte Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz am Dienstag (6.4.) in Hamburg. Die Preisreduzierungen seien aber keine "Discountnummer". Die Betreibergesellschaft senkt die Preise für das Spektakel am Pfingstwochenende in der Eifel um beinahe 50 Prozent. Für den Freitag wurden die Preise von 50 auf 29 Euro gesenkt, am Samstag können Fans bereits für 59 statt wie bisher für 100 Euro an die Strecke kommen.

Die Maßnahmen waren notwendig geworden, "weil wir im vergangenen Jahr keinen Gewinn mit der Formel 1 gemacht haben", so Kafitz. "Wir wollen den Zuschauern mehr Show bieten für ihr Geld."

Die Pläne am Nürburgring sind auch bei Formel-1-Chef Bernie Ecclestone auf Zustimmung gestoßen. "Da hat bei Bernie ein Sinneswandel stattgefunden", sagte ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk. Der Formel-1-Standort Deutschland, das als einziges Land mit dem Nürburgring und dem Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring mit zwei Rennen im Kalender vertreten ist, soll damit gestärkt werden. In einem Konkurrenzkampf mit dem Hockenheimring sehen sich die Nürburgring-Verantwortlichen nicht.

Dass die bisherige Dominanz von Weltmeister Michael Schumacher und Ferrari das Interesse an der Formel 1 in der Eifel senken könnte, glaubt Kafitz nicht: "Wenn Rubens Barrichello gewinnen würde, hätte ich Angst. Da Michael Schumacher gewinnt, habe ich die Befürchtung nicht." Auch Tomczyk meint: "Die Zuschauer wollen Schumacher siegen sehen, solange er noch fährt, gerade in Deutschland."

Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen wegen befürchteter Terroranschläge sollen die Besucher nicht behindern. "Die Zuschauer werden es hoffentlich nicht spüren, dass wir und vor allem die Polizei wachsamer sind", meinte Kafitz.

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