Sergio Perez - GP Belgien 2017 Wilhelm
Impressionen - GP Belgien 2017
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Esteban Ocon - GP Belgien 2017
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Ocon sauer auf Perez

"Er hat versucht mich umzubringen"

Der Zweikampf der beiden Force India-Piloten endete in Spa im großen Knall. Die Kollision zwischen Sergio Perez und Esteban Ocon sorgte für eine miserable Punkteausbeute und Zoff im Team.

Force India war in Spa auf dem Weg zu fetten Punkten. Im Kampf hinter den drei Top-Teams konnte nur Nico Hülkenberg im Renault mit den rosa Rennwagen mithalten. Doch wie schon in Aserbaidschan versemmelten sich die Piloten selbst mit einer Kollision ein mögliches Top-Ergebnis.

Erstes Duell geht glimpflich aus

Der Ärger begann schon in der Startrunde. Sergio Perez kam schlecht aus der La Source-Haarnadel heraus und wurde links von Nico Hülkenberg passiert. Auf der Innenseite sah auch Esteban Ocon eine Lücke, um seinen Teamkollegen zu überholen. Doch auf der Anfahrt auf die Eau Rouge wurde die Lücke immer kleiner.

Ocon berührte links die Reifen des Schwesterautos und rechts die Mauer, kam aber wie durch ein Wunder ohne größeren Schaden durch die berühmteste Kurve im Kalender. Nach dem Manöver entschuldigte sich Perez: „Das geht auf meine Kappe. Ich habe ihn einfach nicht gesehen.“ Ocon dagegen fand in diesem Punkt noch gnädige Worte: „Das Manöver kann ich akzeptieren. Wir sind zu dritte nebeneinander gefahren. Da hat er mich vielleicht nicht gesehen, auch wenn ich eigentlich denke, dass er mich gesehen haben muss.“

Zweites Duell mit Knalleffekt

Nach diesem ersten Vorfall hätte man denken können, dass es beide Piloten im Rest des Rennens etwas vorsichtiger angehen würden. Doch das war nicht der Fall. Obwohl Ocon besser positioniert war, genehmigte der Force India-Kommandostand Perez den früheren Boxenstopp. Mit frischen Reifen und der zu diesem Zeitpunkt schnellsten Rennrunde schob sich der Mexikaner vor den Teamkollegen.

Das Team erklärte, wie es dazu kam: „Sergio hatte ja die 5-Sekunden-Strafe für das Verlassen der Strecke bekommen. Er hätte gar nicht vor Esteban kommen sollen“, grübelte Sportdirektor Otmar Szafnauer. „Doch mit zwei schnellen Runden hat er den ganzen Rückstand aufgeholt.“ Weil das teaminterne Verhältnis schon vorher nicht besonders gut war, schwoll Ocon anschließend der Kragen.

Auf der Anfahrt auf Eau Rouge versuchte er sich dank der frischeren Reifen am Teamkollegen vorbeizuquetschen. Dabei berührte er mit der linken Ecke des Frontflügels den rechten Hinterreifen von Perez. Sowohl Flügel als auch Reifen überlebten den Kontakt nicht. Mit angeschlagenen Autos humpelten beide Piloten zum Reparaturstopp an die Box. Ocon sammelte auf Rang 9 noch 2 Pünktchen. Perez fiel weit aus den Punkten und gab kurz vor Schluss auf.

Ocon wählt harte Worte

Nach dem Rennen wurde heiß über den Zweikampf diskutiert. Perez war sich keiner Schuld bewusst: „Ich wusste, wo er sich befand. Ich wusste auch, dass ihm der Platz ausgehen würde. Ich habe nur meine Linie verteidigt. Eigentlich hatte ich erwartet, dass er seinen Angriff erst hinter Eau Rouge starten würde. Ich habe mich gegen ihn nicht anders gewehrt als gegen andere Fahrer.“

Die Sichtweise von Ocon sah etwas anders aus. Der junge Franzose attackierte seinen Teamkollegen mit klaren Worten: „Wir haben bei 300 km/h völlig unnötig unser Leben riskiert. Und dann haben wir auch noch jede Menge Punkte verloren. Er sollte sich eigentlich wie ein professioneller Fahrer verhalten. Aber das hat er heute nicht. So etwas hat er mit keinen anderen Teamkollegen gemacht. Ich weiß nicht, warum er es mit mir macht.“

Direkt nach der Zieldurchfahrt gingen sich beide Fahrer zunächst aus dem Weg. Ocon kündigte für das Briefing aber an, klare Worte zu wählen: „Ich werde mit ihm von Mann zu Mann sprechen und ihm die Wahrheit sagen. Er bekommt doch jetzt ein Kind. Ich weiß nicht, ob er lebensmüde oder sowas ist. Das ist einfach lächerlich.“

Die Aussprache fand dann im Meeting-Raum des Ingenieurs-Truck statt. „Sie haben miteinander geredet, aber keiner hat dem anderen zugehört“, berichtete ein Augenzeuge aus dem Team. Auf eine Meinung kam man offenbar nicht. Ocon legte am Abend über Twitter noch einmal nach: „Wir hatten eigentlich ein ganz gutes Rennen, aber dann wollte mich Perez zweimal umbringen. Das ist ihm aber nicht gelungen, weshalb am Ende noch der neunte Platz raussprang.“

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