Otmar Szafnauer - Force India - Formel 1 - 2016 xpb
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Force India-Sportdirektor Otmar Szafnauer

„Platz 4 zu verteidigen wird schwer“

Force India hat in Abu Dhabi den vierten Platz in der Teamwertung klargemacht. Doch 2017 erwartet Sportdirektor Otmar Szafnauer mehr Gegenwehr von der Konkurrenz. Für Nico Hülkenberg fand der US-Amerikaner nette Worte zum Abschied.

Was haben Sie sich gedacht, als Valtteri Bottas in Abu Dhabi aufgeben musste?

Szafnauer: Ich habe meinem Team zuerst zum Gewinn des vierten Platzes gratuliert. Dann habe ich mir überlegt, ob wir unsere Autos nicht besser aus dem Rennen nehmen sollten, um bei der FIA-Startgebühr für nächstes Jahr zu sparen (wird nach WM-Punkten berechnet, Anm. d. Redaktion). Und um früher mit der Party zu beginnen. (grinst)

Das Mitleid mit Williams hielt sich also Grenzen.

Szafnauer: Wir waren natürlich nicht unglücklich. Aber wir sind davon ausgegangen, dass wir Platz 4 sowieso klarmachen werden – auch bei einem normalen Rennen. Da hatten wir eigentlich keine Zweifel.

War das letzte Rennen noch einmal ein Spiegelbild der zweiten Saisonhälfte?

Szafnauer: Ich denke schon. Wir waren das viertschnellste Team im Qualifying. Und wir waren das viertschnellste Team im Rennen. Der vierte Platz in der Teamwertung spiegelt die Leistung also gut wieder.

Was kommt jetzt? Werden die Top 3-Plätze angegriffen?

Szafnauer: Wir müssen jetzt erst einmal über den Winter vernünftig arbeiten. Wir wollen mit einem guten Auto in die Testfahrten gehen. Dann beginnt eine schnelle Entwicklungsphase, wenn wir mehr und mehr über das neue Auto lernen und wenn wir wissen, was andere Teams gemacht haben. Darauf müssen wir uns jetzt konzentrieren. Dann wird man sehen, welche Ergebnisse dabei herausspringen.

Wird das Auto rechtzeitig zu den Tests fertig? Da hatte Force India in der Vergangenheit ja auch schon Probleme.

Szafnauer: Alles sieht gut aus. Wir sind im Plan.

Es wird erwartet, dass die neuen Autos in der ersten Saisonhälfte viele Upgrades bekommen. Besitzt Force India die Ressourcen, im Entwicklungswettlauf 2017 mitzuhalten?

Szafnauer: Da müssen wir einfach mithalten. Es ist kein Geheimnis, dass andere Teams mehr Ressourcen haben als wir. Das wird eine große Herausforderung. Aber die müssen wir meistern.

Gibt es schon eine Zielvorgabe für die kommende Saison? Normalerweise will Force India doch immer einen Schritt weiter nach vorne.

Szafnauer: Natürlich haben wir immer das Ziel, weiter nach vorne zu kommen. Aber wir müssen dieses Mal auch realistisch sein. Wenn wir auch die nächste Saison auf Platz 4 beenden, dann wäre das schon eine riesige Leistung. Wir verlieren einen guten Fahrer. Und dazu kommen noch die großen Änderungen im Reglement, die die großen Teams bevorteilen. Und hinter uns lauern einige Teams, die größer sind als wir: McLaren, Williams, Renault… Es wird also schwer, nächstes Jahr Platz 4 zu verteidigen.

Wie sehr werden Sie Nico Hülkenberg vermissen?

Szafnauer: Es ist schon ein bisschen traurig, dass er jetzt geht. Er ist ein außergewöhnlich guter Rennfahrer. Und er ist ganz allgemein ein guter Junge. Er ist clever und hat immer gutes Feedback zum Auto gegeben. Wir wünschen ihm viel Glück für die Zukunft.

Haben Sie Sorgen, dass er einige Ingenieure mitnimmt? Immerhin kann er Renault verraten, welche Leute es besonders Wert sind abzuwerben.

Szafnauer: Da mache ich mir keine Gedanken. Wir müssen nur sicherstellen, dass der Arbeitsplatz bei Force India attraktiver ist als beim neuen Team von Nico.

Wann beginnt Esteban Ocon seinen neuen Job bei Force India?

Szafnauer: Er hat quasi schon direkt nach dem Saisonabschluss angefangen. Er war in der Woche nach Abu Dhabi das erste Mal in der Fabrik.

Wie gut kennen Sie ihn denn schon?

Szafnauer: Er ist ein netter Typ. Wir haben ja schon einige gemeinsame Testfahrten bestritten. Er war auch schon in unserem Simulator. Wir müssen ihn jetzt schnell fit machen, damit er Sergio (Perez) nächstes Jahr herausfordern und dem Team helfen kann.

Kommt auf Sergio Perez nun eine größere Rolle im nächsten Jahr zu?

Szafnauer: Sergio kennt das Team natürlich schon länger. Er ist ein großartiger Fahrer. Er hat 2016 mehr als 100 Punkte gesammelt. Mal sehen, wie seine Rolle genau aussehen wird.

Wie wurde der vierte Platz in der Teamwertung gefeiert?

Szafnauer: Es gab ordentlich Champagner. Wir haben das Rennen zwar nicht gewonnen, aber wir haben eine Party gemacht, als hätten wir das Rennen gewonnen. Am Mittwoch haben wir das ganze Team versammelt, um uns bei allen Mitarbeitern zu bedanken. Und dann kommt noch unsere große Weihnachtsfeier.

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